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15. Juni 2012

Landgang

Wenn man im Alltag nicht mal gerade als Katastrophen-Experte, Krisen-Notdienst oder Chaos-Manager im Einsatz ist, muss man sich unbedingt kleine Inseln schaffen. Fernab von niemals endenden Wäschebergen, kleinen Rotznasen und zu verarbeitenden Stoffbergen. Dafür ist oft gar keine weite Reise durch das Alltagsmeer von Nöten.

Manchmal reichen ein paar E-Mails, einige Kilometer mit Auto oder Bahn – rein in die City, raus aus dem Alltag. Das bedeutet für mich echten Luxus, dafür muss ich mir Zeit nehmen. Die hab ich nämlich nicht einfach übrig.

Zum Glück gibt es immer auch Freundinnen, die sich die Zeit nehmen, gern auch ein paar Kilometer mehr in Kauf nehmen. Das kann dann auch mal einige Monate dauern, bis man sich wieder sieht. Aber es gilt das Jetzt und wir genießen jeden Augenblick.

Lust auf einen kleinen, feinen Tag in meiner Lieblingsstadt?

Dann macht's wie wir, gestern. Mit der U-Bahn bis Eppendorfer Baum, dann unter der Hochbahn entlang Richtung Klosterallee laufen. Heute tummeln sich da auf einer Länge von ca. einem Kilometer viele Menschen auf Europas längstem Freiluft-Wochenmarkt. Falls ihr also mit dem Auto kommen wollt, könnt ihr Dienstag und Freitag schon mal abhaken – Parkplatzsuche aussichtslos!

Aber wir waren da ja gestern und wir hatten allen Platz der Welt.


Dann erst mal ein köstliches Frühstück zu dritt im TH2 – kann ich das bitte heute nochmal haben? Ach nee, heute bin ich ja wieder auf rauher See.


Weiter geht's in Die Wäscherei. Meine Freundin hat sich getrennt. Von ihrem Mann, von ihren Möbeln, von ihrem alten Leben. und genießt das neue in vollen Zügen. Sie ist so fröhlich, dass es ansteckend ist. Wir gehen dahin, wo es bunt ist, wo man genau das richtige findet, um sich mit fröhlichen Dingen zu umgeben.

Das skurrile dabei ist, dass sich dieser Ort in einem der merkwürdigsten Stadteile  Hamburgs überhaupt befindet – in der City Nord. Dieser Stadtteil wurde in den 60er Jahren konstruiert und ist ein Sammelsurium von Beton-Dinosauriern. Biegt man ein in das „System von mehreren zentralen Orten für Dienstleistungs- und Versorgungseinrichtungen“, fühlt man sich augenblicklich wie in einem Sci-Fi-Streifen mit schlechtem Ausgang und noch schlechteren Special-Effects.

Die Fotos auf dem Bosch-Blog veranschaulichen ganz gut diesen merkwürdigen Ort, der mangels Wohnhäusern abends einer Geisterstadt gleicht.

Wir allerdings wollten ja bunt und biegen deshalb in den Mexikoring, wo Die Wäscherei seit einiger Zeit in einem dieser runtergekommenen Geschäftshaus-Riesen ihr neues Lager aufgeschlagen hat.


Dort gibt es nicht nur Möbel, Lampen und Wohn-Accessoires, sondern auch bunte Ankersocken, hübsche Taschen...

... geometrisch gemusterte Gummischuhe für... den Garten?


Aber auch knallbunte Gartenmöbel auf der Terrasse, die in dieser Betonwüste aussehen, wie Fatamorganas in der Sahara.




Wir durchstreifen Stockwerk für Stockwerk und lassen uns von den Farben berauschen.


Für alle Geschmäcker ist was dabei. Schlicht, modern, opulent, verspielt, barock, klassisch, bunt, gemustert, uni.


Aber auf jeden Fall ziemlich abgefahren.


Klaro, Frau Hahaell hat auch ein bisschen geshoppt. Zum Beispiel eine Fußmatte im Londoner Gullideckel-Look.


Oder ein neues iPhone-Cover und eine bunte Plastik-Uhr. Mädchenspielzeug eben. Wie die bunten Neon-Armbänder in meine Tasche geraten sind, weiß ich gar nicht genau. Frau Kännchen, haben Sie da was damit zu tun?


Später sind wir noch in die Marsbar nach Eppendorf gefahren, haben uns bei einem Caesar-Salad noch ein bisschen den Wind durch die Haar wehen lassen und sind danach langsam aber glücklich mit hübschen Dingen im Gepäck und einem wohlig warmen Gefühl im Bauch wieder in See gestochen.

Wer übrigens am Wochenende einen Ausflug nach Hamburg plant – da hat man schon tagsüber das totale Geisterstadt-Feeling in der City Nord und Die Wäscherei hat an diesem Wochenende auch sonntags geöffnet!

4. Juni 2012

Kleine Retter


Was ist das eigentlich für eine komische Stimmung da draußen, die nun auch langsam in unseren Alltag zu schwappen droht? Es ist kalt, trüb und schlimmstenfalls auch noch nass und dicke Wolken ziehen durchs Gemüt. Ehrlich, ich fühle mich wie im Frühherbst, nahender Winterschlaf inbegriffen. Da hilft auch nicht, die Heizung wieder anzuschalten, Grießbrei mit Apfelmus zu essen und sich mit einem Hörbuch auf's Sofa kuscheln. Naja, zumindest hilft das ein bisschen. Kleine Retter im Alltag.

Das Wochenende hatte leider auch am Freitag schon seinen Höhepunkt erreicht, danach gab es nur noch kleine sonnige Lücken. Dann will ich mich eben an die erinnern.


Das Treffen mit zwei lieben Freundinnen zum Beispiel. Am Freitag. Ein entspannter Bummel durch's alte Revier. Endlich mal Unterhaltung Lieblingsstücke im Lehmweg besucht – vorsicht, akute Kaufrausch-Gefahr! Immer wenn man denkt, nu' ist aber Schluss, kommt noch ein kleiner Raum mit noch mehr herrlichen Schätzen!

Gleich daneben die Eye Candies von Johanna Schultz, die einen schon vor der Tür anlachen. Leider nicht ganz billig, daher nur ein Augenschmaus.



Den weltbesten Blechkuchen im Petit Café, meinem all-time-favourite Café in Eppendorf.



Jede Menge bunte Wohlfühlteilchen aus Frottee für das kleine Fräulein und andere kleine Damen (dazu später mehr).


Ein Hauch von Sonne auf dem Wochenmarkt in Suburbia und leckere Erdbeeren für den Farbklecks zuhause.



Kaffee. Bei anhaltender Frühjahrsmüdigkeit oder bevorstehendem Winterschlaf unerlässlich.


Doch dann die Enttäuschung: das Hörbuch ist unweigerlich zuende. Das ist nun wirklich Mist. Schon lange konnte mich keine Geschichte mehr so fesseln, wie die von Katniss und Petaund alle, die in dieser unglaublichen, schrecklichen, spannenden, aufregenden Erzählung mitspielten.

Fantasy ist eigentlich so gar nicht mein Genre, Krimis ziehe ich normalerweise vor. Aber das hier war anders. Hier hat einfach alles gestimmt: die spannende Story (ok, den letzten Teil hätte ich mir vielleicht anders gewünscht, aber er war einfach konsequent zuende erzählt worden), die großartige Sprecherin Maria Koschny, der die Rolle der Katniss auf den Leib (oder auf die Stimme) geschrieben zu sein schien, und die paar Takte Musik zwischendrin. Musik bei Hörbüchern finde ich ja immer eher zweifelhaft, aber diese schien mir jedes mal so passend und wohlplaziert, dass ich es einfach erwähnen muss!

Viele von meinen Lesern haben die Trilogie der Hungerspiele schon gelsen, ich weiß. Aber nach dieser Trilogie bin ich wieder ein echter Hörbuch-Fan geworden. Ob im Strandkorb, auf dem Sofa, an der Nähmaschine, am Kochtopf: egal wie spannend es gerade ist – ich musste nicht verzichten und das Buch aus der Hand legen. Ich hab einfach weitergehört.




Das doofe ist nur, jetzt ist es zuende. Und bei einer Trilogie besteht absolut keine Chance auf eine Fortsetzung. Grmpff.

(Das war jetzt übrgens seit langem mal wieder ein Hörbefehl. Ich gelobe Besserung, haben wir hier doch in den letzten Monaten so viele tolle Sachen gehört und gelesen...)

28. Februar 2011

Wochenend-Schnipsel

Für jeden war was dabei an diesem schönen Wochenende: lieber Besuch von Oma, ein ausgedehnter Stadtbummel (seit langem mal wieder in die City), Kindergeburtstagseinladung für Fräulein Schlau (tapfer gemeistert alleine unter Jungs), Skateboardkurs für den glücklichen Glücksritter und vorher mit Papa ein neues Board shoppen (jetzt kein Kinderboard mehr und die Halfpipe kann noch mal so schnell bezwungen werden), frischgebackene Scones mit Schokolade und am Sonntagabend noch ein wunderschöner Film im Puschen-Kino „im Dorf”.

Leider gestern dann doch viel zu spät ins Bett, weil da noch diese große Tasche mit Faltwäsche stand, die ich einfach nicht mit in die neue Woche nehmen wollte...

Frühlingsboten aus der Karte bei Mu.jis

Seifenblasenwolke

Viele hübsche Seemannsstreifen von hier. In die Einkaufstasche sind die roten gewandert.

Hübsche Eingangstür mit Glasschliff in den Alster-Arkaden

Österliche Schaufensterauslage bei der Traditions-Konfiserie Paulsen

Fischmarkt in süß (ebenfalls gesehen bei Paulsen – da könnte ich mir immer die Nase plattdrücken...)

Noch mehr süß: neue Kekse von meinem Lieblings-Keks-Dealer in ausgesprochen hübscher Verpackung

Sehnsüchtiges Warten auf Colin (zum Anschmachten) – ein Film, der sich wirklich lohnt!

Haben Sie eine fröhliche Woche und vergessen Sie nicht Lucas!

14. Dezember 2010

Kein Erfolg mit Schäfchen zählen?

Zum Glück habe ich keine Kinder, die schlecht einschlafen. Eigentlich freuen sie sich jeden Abend sogar auf's Bett. Also meistens zumindest. Denn vorher gibt es eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Die lassen wir nur sehr selten ausfallen.

Ein absolutes Lieblingsbuch – und nebenbei eine ganz praktische Anleitung zum Einschlafen – ist das Buch Flosse, Fell und Federbettvon Nadia Budde. Als ich es das erste Mal in der Hand hatte (in einem wunderbaren, kleinen Buch- und Postkarten-Laden in der Hegestraße in HH-Eppendorf – Achtung, das ist ein Tipp!), lachte ich mich schon beim Blättern schlapp und nahm es mit, obwohl mein Großer damals noch ein ganz Kleiner war. Wir zitieren oft daraus, denn der Wortwitz und die dazu passenden Illustrationen bleiben einem im Gedächtnis und man lacht noch Tage später darüber.




Das Buch ist witzig für alle, die sich gern noch eine Geschichte vorlesen lassen – also ich würde mal sagen, das ideale Alter für dieses Buch liegt zwischen 2,5 und 7 Jahren und auf jeden Fall auch was für große Leute, die nicht schlafen können.

Von Nadja Budde gibt es noch weitere tolle Bücher – neben dem Zahlenbuch Eins Zwei Drei Tierdas außergewöhnliche ABC-Buch Trauriger Tiger toastet Tomaten. Wie bei Flosse, Fell und Federbett schüttelt man auf jeder Seite verwundert den Kopf – sei es vor Lachen oder Erstaunen. Denn wie kann man Kindern schon mit mehr Spaß die Buchstaben des Alphabets nahebringen, wie mit solchen Sätzen: Lieber ein lila Laubfrosch mit Lollipop, Limonade und leichter Literatur, als ein launischer Leguan mit Langeweile, Lackschuhen und lila Lederarmbanduhr... ein absolutes Muss im Bücherregal!

Weitere Kinderbuch-Lieblinge stehen übrigens rechts in der Seitenleiste unter „Für kleine Leseratten“. Ein paar Tipps von meinen kleinen Literatur-Experten kommen aber noch!

2. Dezember 2010

Putzen mit Liebe...

... oder lieber die Zeit mit etwas Besserem verbringen.

In Hamburg gibt es einen dieser skandinavischen Billigshops, die schöne Sachen für schmales Geld verkaufen. Man geht durch einen vergleichsweise kleinen Laden, der trotzdem erstaunlicher Weise über eine sogenannte Zwangswegführung verfügt. So nennt man die Wege z.B. durch große schwedische (und andere) Möbelhäuser, wo man für ein paar Teelichter erst mal komplett durch alle Abteilungen geschoben wird, ehe man (mit einer vollen Einkaufstasche) endlich an den Teelichtern bei der Kasse ankommt.

So hat dieser kleine Tiger-Store also einen solchen Zwangsweg durch den Laden und von links und rechts flüstern einem hübsche kleine Sachen für glatte 1-Euro-Beträge Kauf mich! Kauf mich! ins Ohr. Sogar die Batterien dort sind hübsch (obwohl ich an dieser Stelle bemerken darf, dass Sie doch hoffentlich alle Akkus verwenden!).

So sind neulich doch tatsächlich Herzchen-Putzschwämme in meinen Einkaufskorb gewandert. Ich erwähnte es ja schon mal, ich bin ein visueller Mensch. Alles darf schön aussehen, auch Putzschwämme. Die Putztücher mit den Kleeblättern haben mich auch so angelacht, aber ich konnte mich gerade noch beherrschen. Obwohl mir das zu Hause schon fast leid getan hat.

Frau Reh schickte mir nun gestern eins ihrer WOW-Aufmunterungs-Päckchen und ... na, raten Sie es schon. Yeah! Putztücher mit Kleeblättern! An mein Herz, Frau Reh! (Die Ausgabe „Adel aktuell“ lasse ich hier mal unerwähnt, Sie verrücktes Huhn *gacker*).

Aber sind die nicht viel zu schade zum Putzen? Dachte ich mir. Außerdem nähe ich doch viel lieber als ich putze (das ist ein Outing!).

Was man so alles aus Putztüchern machen kann... hübsche Schlüssel- oder Taschenanhänger zum Beispiel! Die kleinen Kugelkettchen gibt es übrigens bei Farbenmix.

Frohes Putzen heute! Oder haben Sie was besseres vor?

21. April 2010

Stricklieseln aufgepasst!

Die liebe Hannah hat's mir geflüstert. Und eigentlich würde ich ja gern selber gehen. Aber einige Gründe sprechen dagegen. Keine Zeit, kein Geld, kein Platz – um nur drei davon zu nennen. Sie vielleicht?

In der Hamburger Wollfabrik findet noch bis Sonnabend, den 24. April, immer 9.30 bis 18 Uhr, ein Lagerverkauf statt. Maschenhungrige nix wie hin!

31. März 2010

Schlimmer als Stoffmarkt

Kurz entschlossen habe ich heute einen Ausflug in die große Stadt auf die Tagesordnungsliste geschoben. Besorgungen stand da auf der Liste und darunter Jerseynadeln (die extra-speziellen, die es nur in der Langen Reihe gibt und die die Heilsverkündung für meine anhaltenden Ovi-Probleme sein sollen), Avalon-Dings-Folie (die wiederum gerade Coverlock-Nähte garantieren sollte), *** bei Frau Kännchen abholen (sehr geheim, leider!). Eigentlich übersichtlich, oder? Lasse mich keiner raus aus Suburbia – wehe, wehe dem Portemonnaie...

Der erste außerplanmäßige Stop kam schon nach wenigen Kilometern an der großen Kreuzung vor unserem Baumarkt, wo mich diese Dosen von einem Plakat aus anschrien: Halt, mitnehmen! Ich habe ein Herz für Dosen. Muss ich mehr sagen? Ja, muss ich. Nämlich, dass der Baumarkt in Suburbia ein gerade zu außergewöhnlich geschmackvolles Sortiment an skandinavischem Deko-Schnickes hat, man dort Blech-Kisten von House Doctor findet und die Gartenmöbel (und Pflanzgefäße und überhaupt) einfach zum Niederknien sind. Insofern bin ich mit meinen drei Kisten und drei Rollen cheap-and-chearful-Geschenkpapier (siehe weiter unten) noch mal glimpflich davon gekommen.

Bevor ich Frau Kännchen aufsuchen konnte, die derweil noch mit der Rehkönigin bei Brezn und Leberkaswecken klönte, machte ich noch einen Stopp bei Charlottas. Ich musste dringend wegen spannender und eiliger Projekte meinen Vorrat an Webbändern auffüllen. Vor allem das mittlere Band von Suse brauche ich möglicher Weise ziemlich dringend. Schnell noch eine Ottobre ins Gepäck und weiter zu Frau Kännchen, die sich schon vor der Tür mit Ihren Minimonstern versammelt hatte. Aber nicht wegen mir, sondern wohl eher wegen dem vorangegangenen Schulschluss. Oder so ähnlich.

Eigentlich hätte ich dann schnurstraks den Weg nach St. Georg einschlagen können/sollen. Aber da fiel mir ein, dass ich kürzlich ein sehr nettes E-Mail aus Altona bekommen habe. Der Tag war ohnehin schon angebrochen und von Eimsbüttel nach Altona ist es definitiv nicht so weit, wie von Suburbia nach Altona. Eine Gelegenheit sozusagen. Sprach ich zu mir selbst und bog (fast automatisch, einem inneren Drang folgend) rechts statt links ab. Na, raten Sie mal?

Mein Portemonnaie, ich erwähnte es schon? Armes Ding. Dann bin ich nämlich plötzlich im Stoffparadies gelandet. Bei Frau Tulpe. Hach! Zum arm werden. Und die sind so nett da. Bislang hatte ich es erfolgreich vermieden, den langen Weg dorthin auf mich zu nehmen. Am Eröffnungstag war ich schon kurz davor, habe aber dann bei Dauerregen, Parkplatzmangel und maulenden Mitfahrern gerade noch mal die Kurve gekratzt. Zu spät, jetzt bin ich infiziert. Stoffschätzchen so weit das Auge reicht. Sehr zurückhaltend habe ich mich für die zwei rot-retro-gemusterten (Bio-)Baumwollstöffchen aus ihrer eigenen Kollektion und einem lila Jersey entschieden, all die anderen schönen Japandrucke und Konsorten links liegen lassen, bei den Dancing Amigos zwei Augen zugedrückt und konnte gerade noch an der breiten Zackenlitze (sogar in gold!) vorbeigehen, als mich die türkisfarbene Bommelborte ansprang und mich auch noch die CUT zum Mitfahren per Anhalter nötigte.

Merken Sie es? Ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade mal einen Punkt auf meiner Liste abgehakt!

Der Rest ist aber schnell erzählt. Ab nach St. Georg, keine Zeit für Verabredungen (dabei verabrede ich mich so gerne da) und dort erst mal den leeren Magen mit einem leckeren Lammcurry beim Café Gnosa beruhigt. Dorthin begleiteten mich nur zwei kurzweilige Zeitschriften. Der Besorgungsausflug hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon zu einer echten Luxus-Unternehmung gemausert. Wann hat man das schon mal? Außerplanmäßiges Shopping, ein leckeres, warmes Mittagessen, dass einem sogar am Tisch serviert wird, und keine kleinen Menschen links und rechts, die mit dem Messer in der Luft fuchteln, ihre Lebensfreude in Lautstärke ausdrücken und die Apfelschorle über den Tisch gießen. Und vor der Tür das Auto voller Schätze.

Klar, die Jerseynadeln (über deren Wunderwirkung ich eher skeptisch bin) und die Avalon-Dings-Folie habe ich natürlich auch noch schnell besorgt, war ja quasi umme Ecke.

28. Dezember 2009

Weihnachts-Nachlese

Die Sonne hat uns heute quasi einen Strich durch die Rechnung gezogen. Was nicht schade war. Denn statt zum großen Schweden zu fahren, mit der Blechlawine auf einen überfüllten Parkplatz zu rollen, zwischen Billy und Lack im schlecht belüftetem Hochregallager nach den Kindern zu suchen und uns für Köttbullar in eine Endlosschlange zu reihen, haben wir all das getan, was wir vor Weihnachten nicht mehr geschafft haben. Dank Frau Klara, die fröhlich lachend vom strahlend blauen Himmel geleuchtet hat. Auf an die Elbe!

Leider hat uns der Liebste verschwiegen, dass das gemütliche Restaurant am Museumshafen zwar wirklich nett gelegen und sehr gemütlich war, aber quasi ein Biergarten im Freien und es war... brrrrr: eiskalt! Trotz vorhandener Decken mussten wir jede Menge warmes Essen und warme Getränke verzehren (hmmm lecker, endlich Glühwein!), dass es uns wenigstens von innen warm wurde.

Hach, war das lecker: heiße Kartoffelsuppe mit Würstchen und Röstzwiebeln, frische Waffeln, Käse-Schinken-Toast, Kakao mit Sahne, Glühwein... bei einem atemberaubend schönen Ausblick auf den Hafen und die vorbeiziehenden Ozeanriesen getunkt in ein winterlichrosarotes Spätnachmittagslicht. Hamburg, meine Perle.

Damit wir unser heutiges Möbelhaus-Pensum wenigsten ansatzweise erfüllten, lag es nahe, in der Großen Elbstraße eine kleine Shoppingpause einzulegen. Wir hatten Spaß. Der kleine Glücksritter hat mit Spielzeuggitarren und Percussion in der Kinderzimmerabteilung abgerockt und das kleine Ding hat derweil mit einer kleinen Auswahl an Kuscheltieren in ein paar Bettenmodellen probegelegen.

Den Abstecher in die City haben wir eigentlich nur gemacht, um noch ein wenig Kaffee zu kaufen. Der ist uns nämlich über die Feiertage ausgegangen. Ziemlich erstaunt waren wir, dass der Winterzauber(Weihnachts)markt am Jungfernstieg noch voll im Gange war und haben nicht lange überlegt. Das war genau die Portion Weihnachtstralala, die bei uns wegen Krankheit und damit verbundener Planänderung ausgefallen ist. Aber wer zu spät kommt, wird nicht immer bestraft. Ganz ehrlich: uns haben auch nach Weihnachten noch die gebrannten Mandeln und der Glühwein geschmeckt. Sehr sogar.

Ein echstes Augencandy waren aber die Schaufenster im Alsterhaus: wer eine Idee für die Weihnachtsbaumdeko im nächsten Jahr sucht, kann sich hier schon mal Inspiration holen. Die ausgestellten Bäume waren – ganz nach Tradition des Hauses – in edel-funkelnde Glitzerroben gehüllt, dass einem fast die Augen übergingen.

Wir wollten gar nicht rein gehen, aber wir mussten. Der große geschmückte Baum in der Eingangshalle hat uns magisch angezogen.

Boah, kann man das auch anfassen? Man kann.

Draußen haben wir uns noch ein bisschen die Nasen an den Schaufenstern plattgedrückt, bis wir dann sehr sehr spät den Heimweg angetreten haben. In Hamburg kann man wirklich prima Urlaub machen. Wunderbar.

Und es ist sehr weihnachtlich.