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7. August 2015

Gut Kirschen essen auf Gut Stockseehof oder ein perfekter Sommertag!


Es ist ja ganz oft so: Wenn man nur ein bisschen geduldig ist und wartet, dann passieren Dinge, an die man schon gar nicht mehr geglaubt hat. Und tatsächlich – nun ist der Sommer auch endlich im Norden angekommen! Die Temperaturen klettern über die magische 20°C-Marke, die Sonne lacht vom azurblauen Himmel und wir können unser Ferienfrühstück endlich draußen auf der Terrasse genießen!

Als mich letzte Woche die Einladung zum Kirschenpflücken auf Gut Stockseehof erreichte, war ich zuerst skeptisch. Ist das unhöflich, wenn man sagt, man kommt nur, wenn das Wetter auch schön ist? Hab ich natürlich so nicht gesagt. Aber zumindest kurz gedacht. Überhaupt ist das gar nicht so leicht, sich in den Ferien mal einen Tag ohne Kinder und Hunde einfach abzuseilen. Zum Glück gibt es aber Oma und noch mehr Glück hatte ich mit dem Wetter. Denn am Mittwoch – pünktlich zu Beginn der Kirschernte auf Gut Stockseehof – war perfektes Sommerwetter!

23. April 2014

Hallo Frühling – auf nach Nordfriesland, Narzissen zählen!


Ist es nicht wunderbar da draußen? Alles Grau und Braun der vergangenen Wintermonate ist in sattes Grün getunkt. Und der Farbe nicht genug, hat einer den großen dicken Pinsel in Bunt getaucht und einmal über dem ganzen Grün ausgeschüttelt. Tulpen, Narzissen und Löwenzahn blühen um die Wette, Schlüsselblumen und Veilchen räkeln sich, um den besten Platz an der Sonne zu ergattern.

Letztes Jahr um diese Zeit hat der Frühling gestöhnt, denn er konnte den Winter kaum besiegen. Schnee bis in den April – erinnert ihr euch? Und besonders gut erinnere ich mich daran, dass wir im April zum ersten Mal nach Nordfriesland zum Narzissenfest auf den Hof Hilligenbohl fahren wollten und der Winter einfach nicht loslassen wollte. Wir haben quasi mitgefiebert, ob die Narzissen unter den schützdenden Planen noch noch ihre Gesichter zeigen würden, wenn die Familie Kirchner die Pforten zu ihrem wundervollen Anwesen öffnen würde.

Und tatsächlich: am Tag des Narzissenfestes strahlen die Blüten mit der Sonne und dem knackeblauen Himmel um die Wette und die Bienen summten um den frischen Apfelkuchen.

7. November 2013

Ein Herbstspaziergang mit Begleitung und eine heiße Suppe zum Aufwärmen


 Herbst ist für mich eine ganz besondere Jahreszeit. Ich habe das Gefühl, ich müsste noch mal ganz viel Leben inhalieren, bevor sich draußen alles lebendige verkriecht. Bevor die Bäume ihre Äste kahl und trostlos in den grauen Himmel strecken und sich Blumen und Gräser welk und kraftlos mit dem scheinbar leblosen Waldboden vereinen. Alles könnte irgendwie das letzte Mal sein in diesem Jahr. Das letzte Mal die nackten Füße ins Meer halten, das letzte Mal auf der sonnigen Terrasse frühstücken. Das letzte Mal Grillen, die letzten welken Blätter zusammen fegen. Das Leben spielt sich wieder drinnen ab, den nachmittags wird draußen einfach das Licht ausgeknipst.

So musste ich gestern mit Erstaunen und Erschrecken feststellen, dass ich ab sofort keinen ausgedehnten Spaziergang mehr mit Polly über die Felder machen kann, während mein kleines Fräulein im Zirkus turnt. Ich wünschte, ich hätte gestern eine Taschenlampe dabei gehabt, als ich mit der Fellnase den Feldweg entlang schlich und höllisch aufpassen musste, dass ich mir in den Traktorfahrrinnen nicht die Beine breche.

30. September 2012

I like Herbst: Erntedankfest

Nicht nur in Hamburg und Umgebung gibt es im Herbst zahlreiche Kürbismärkte, Ernte- oder Herbstfeste. Ich liebe diese Märkte, weil sie sich an Farbe, Vielfalt und schönen Fotomotiven gegenseitig überbieten. Meine Familie rollt schon die Augen, wenn ich einen Marktbesuch für's Wochenende vorschlage. Nachdem das kleine Fräulein heute eine Dauerverabredung mit der Toilette hatte, der kleine Glücksritter deswegen das Weite suchte und mein Liebster gerne das Krankenlagerhüten übernahm, hatte ich ein Stündchen Ausgang und konnte ein bisschen das schöne Herbstwetter genießen.

Mein Ausflugsziel war das Erntedankfest im Volksdorfer Museumsdorf – das im Nordosten Hamburgs auf seinem Gelände einige historische Bauernhäuser, Scheunen und Werkstätten beheimatet und an den sogenannten Gewerketagen regelmäßig traditionelles Landleben und Landwirtschaft zeigt.

Ein bisschen Kitsch muss man schon mögen, wenn im güldenen Herbstlicht betrachtete Frauen, fröhliche Lieder singend, an einem vorbei flanieren, die Bienen in den Bienenstöcken mitzusummen scheinen und Hummel Hummel mit Zitronen-Jette an der Drehorgel mitwippt. Dazu der Duft von warmen Bienenstich und frischgepressten Apfelsaft... hach, ich liebe den Herbst!













24. August 2012

Macht Platz, hier kommt Polly.


Als ich euch Polly, unser neues Familienmitglied, vorgestellt habe, hatten einige von euch gerfragt, ob ich jetzt öfter mal von Polly berichten kann – aber hallo? Ich würde es mal fast so formulieren: das müsst ihr jetzt leider ertragen! Gehört nämlich jetzt untrennbar zum „Leben und Arbeiten in der schönsten Stadt der Welt“.

Die Ankunft eines neuen Familienmitgleids ist immer spannend und aufregend – egal, ob ein kleines Menschlein oder ein Haustier. Ich rede jetzt mal nicht von Meerschweinchen oder Goldfischen, denn da kenne ich mich nicht so aus. Besonders aufregend ist es, wenn es sich um ein „Baby“ handelt. Also nicht nur um ein echtes sondern auch um ein Hunde- oder Katzenbaby.

Wie ein Menschenbaby ist ein Hundebaby erstmal ein unbeschriebenes Blatt. Ob das Blatt weiß, creme oder grau, aus Zellstoff, gebleicht oder ungebleicht, mit glatter oder rauher Oberflächenstuktur ist, wird von seinen Hundeeltern festgelegt. Aber welche Geschichte dann auf dem Blatt geschrieben steht – ob eine Liebesgeschichte, eine Komödie, ein Drama oder ein Krimi – entscheidet das Umfeld. Zuerst die Mama und Tanten und Onkels, von denen Polly bei ihrer Züchterin reichlich Abwechslung geboten bekam. Dann die Züchterin und die Menschen, die sich in den ersten Wochen um die Welpen und ihre Mama kümmern. Stimmt da alles, hat man großes Glück und bekommt ein Hundebaby, dass keine große Angst hat, plötzlich getrennt von seinen Geschwistern, seiner Mama, seinen Tanten (und Onkel Brösel), den vertrauten Gerüchen und Geräuschen, mit seiner neuen Familie ins Abenteuer Leben zu starten.

Polly hatte Glück. Die lange Reise von Solingen nach Hamburg, die immerhin sechs Stunden gedauert hat, hat sie in einer gelben Klappbox auf dem Rücksitz unseres Autos, komplett in Tiefenentspannung verfallen, einfach mal verschlafen. Die zweite Nacht hat sie schon durchgeratzt. Kaum zu glauben, aber diese Tatsache versetzt Junghundeeltern ebenso in Verzückung, wie frischgebackene Eltern! Und schonmal einen Junghundebesitzer auf der Straße beobachtet, dessen Welpe gerade eine Pfütze gemacht hat? Sicherlich halten mich unsere Nachbarn schon für komplett bekloppt, aber meine Begeisterung ist grenzenlos.

Und jetzt ist es für uns und vorallem für mich einfach nur spannend, wie sie hier ihr neues Zuhause erobert, neue Eindrücke, Gerüche und Geräusche erlebt, fremde Tiere kennenlernt und wir sie in verschiedenen Situationen erleben dürfen. Keine Frage – im Kindergarten und in der Schule ist sie schon jetzt ein Star.

Ich bin schon fast versucht, eine Art Monatsbericht für Polly zu schreiben, so wie ich es schon oft auf anderen Blogs für kleine Bloglinge gelesen habe. Das würde dann ungefähr so klingen:

Mit 10 Wochen kann ich schon:

• mein Schüsselchen leerschlabbern wie eine Große (mit Quark mag ich's nicht so, aber mit Joghurt oder Hüttenkäsen mjamm!)
• Kohlrabi kleinhäckseln und im ganzen Wohnzimmer verteilen
• einen vollgepackten Schulranzen durch den Flur ziehen
• einen Rucksack mit Badesachen auspacken
• Frauchen mit Schmackes und extrascharfen Welpenzähnchen aus purem Spaß am Leben in die Wade beißen
• meinen Leuten eine 1A- Zirkusvorstellung geben und wie ein kleiner Derwisch durchs Zimmer rasen (Purzelbäume mit inbegriffen)
• den morgentlichen Weckdienst übernehmen
• bei meinem Frauchen auf dem Schoß einschlafen und dabei Schnurren wie eine Katze, wenn sie mich krault
• auf das Kommando „Sitz!“ und „Platz!“ hören (ausnahmsweise auch, wenn keine Gelbwurst oder Käsewürfel im Spiel sind)
• auf meinen Namen hören
• alle Ecken und Winkel auf Sauberkeit überprüfen, nachdem die Putzfrau da war (ohje ohje!)

So in etwa. Und nicht zu vergessen, dass sie einfach unser aller Herz im Sturm erobert hat und jeder augenblicklich gute Laune bekommt, den Polly mit ihrem unschuldigen Minispanielblick ansieht.

So auch diese Tage auf dem Bauernhof. Ich war so gespannt, wie sie reagieren würde. Schnuffi (Gott hab sie seelig) war ja von Natur aus eher ein großes Schaf mit Angsthasenohren und fand die großen Kühe und die lauten Schweine geradezu furchterregend. Aber cool-Polly...


Hey, die haben ja genauso braune Flecken wie ich! Verwandte? Mal riechen...


Aber riechen tun die irgendwie anders als Hunde.


Hab ich auch so Dinger auf dem Kopf?


Die Schweine waren schon eine Nummer härter. Die haben doch einen sehrt intensiven Geruch. Man könnte auch sagen, sie... stinken! Und – auweia! – sind die laut! Da verstecke ich mich doch lieber zwischen den Beinen meines Frauchens und halte besser Abstand.



Hey, wer kommt denn da? Hey Kumpel, dich kenn ich schon! Du wohnst doch auch bei mir, oder?


Gleich mal ein bisschen zusammen abrocken.


Oh je, nochmal zu diesen lauten, stinkigen, rosa Borstentieren. Aber die schlafen gerade alle im Kollektiv.



Das Blumenpflücken sagt mir da schon mehr zu. Ich helfe auch gleich ein bisschen mit. Warum Frauchen dass nicht so toll findet, kann ich gar nicht verstehen. Mein kleiner Kumpel und ich haben doch so schöne Blumen ausgesucht.




Und so weiter. Ich bin so gespannt, wo Polly uns noch überall hinführt. Sie ist schon jetzt ein so neugieriges, freundliches und aufmerksames kleines Ding. Wie alle ihre Rasseverwandte hat auch sie den „will to please“ – sie will es ihrem Herrchen (oder Frauchen) unbedingt rechtmachen, ihm gefallen. Deshalb macht sie auch schon jetzt alle Spiel und Kommandoübungen nur allzugern mit.

Ok, dass mit dem in-die-Wade-und-in-dieFüße-Beißen müssen wir noch ein bisschen üben, aber ich bin zuversichtlich. Wer mich dieser Tage draußen nur in alten Jeans und Turnschuhen sieht, weiß jetzt warum.

13. August 2012

Krautsand


Ja, richtig gelesen – Krautsand! Die Elbinsel Krautsand ist eigentlich eher eine ehemalige Elbinsel, denn mittlerweile hat sie sich so weit ans Festland angeschmiegt, dass man sie kaum mehr als Insel bezeichnen kann. Lediglich ein schmaler Streifen Süderelbe trennt die Insel noch vom Festland.

Am Wochenende, als wir sowieso im Alten Land unterwegs waren, haben wir mal einen kleinen Abstecher gewagt.


Hinter dem Deich, der nach einer schweren Sturmflut entstand, liegt ein ruhiger, 4 km langer Sandstrand, an dem man baden, Drachen steigen lassen oder einfach nur dicke Pötte beobachten kann, die die Elbe rauf und runter ziehen und deren Bugwellen erst Minuten später an den Strand rollen.





Ein herrliches Plätzen so vor den Toren der schönen Stadt am Wasser, mit ganz viel Himmel.


Zurück ging es im Abendsonnenschein mit der Elbfähre von Wischhafen nach Glückstadt, das übrigens auch einen Abstecher wert ist!



Dabei musste ich gestern immer an dieses wunderschöne Bilderbuch denken: Baby Dronte. Es erzählt die Geschichte von Käptn Lüttich und seinen Mannen, die nach einem Zusammenstoß auf der Elbe mit ihrem Schlepper „Krautsand“ ziemlich klamm sind und dringen ein paar Kröten für die Instandsetzung des selbigen bräuchten. Da scheint der Fund von einem Ei gerade recht zu kommen, aus dem ein Dronte-Baby schlüpft. Dronte oder Dodos waren lustige und zutrauliche Vögel, die auf Mauritius lebten und von Seefahrern schon vor 300 Jahren ausgerottet wurden.

Aber in dieser drollig erzählten Geschichte von Käptn Lüttich und seiner brummigen aber liebenswerten Besatzung siegt Herz und Freundschaft über Geld und Baby Dronte muss sein Dasein fortan nicht in einem Zoo fristen. Meine Kinder lieben dieses Buch und auch das kleine Filmchen aus der „Sendung mit der Maus“.

16. Februar 2012

Sauschöne Fotos


In den letzten Tagen haben mich immer wieder E-mails oder Kommentare mit der Frage nach meiner Fotoausrüstung erreicht. Da ihr scheinbar neugierig seid, dachte ich, ich schreibe mal was drüber.

Im Moment ist es ja ziemlich fotolastig hier und meine geliebten Handy-Fotos machen sich ein bisschen rar. Ich weiß, dass ein paar meiner Leser das sehr begrüßen! Meine neue Begeisterung für meine Spiegelreflexkamera begründet sich darin, dass ich ein bisschen aufgerüstet habe. Nämlich mit einem neuen Objektiv...


Aber fangen wir mal von vorne an. Ich bin eher ein Can•n-Mensch, räume aber ein, dass N*kon und andere Kamera-Ausrüster bestimmt auch tolle Kameras und Objektive bauen. Weil ich aber schon seit Jahren (um nicht zu sagen seit Jahrzehnten) mit Can•n-Kameras fotografiere, bin ich die Bedienung einfach gewöhnt. Und die ist bei allen Kameras einer Marke meistens sehr ähnlich.

Seit einiger Zeit besitze ich eine Canon 450D (digitale Spiegelreflex-Kamera). Mittlerweile ist sie schon ein Auslaufmodell. Damals habe ich die Kamera zusammen mit einem Zoom-Objektiv (Canon EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS II, bildstabilisiert) gekauft und war immer sehr zufrieden damit. Das einzige, was mich immer gestört hat, war die relativ schwache Lichtstärke und dass ich es nicht hinbekommen habe, mit sehr geringer Tiefenschärfe zu fotografieren. Das bekommt der Profi bestimmt auch mit einem Zoom-Objektiv hin, ich aber nicht. Festbrennweite war also für mich das Zauberwort.


Damit lassen sich vorallem im Nahbereich sehr schöne Effekte erzielen. Und weil ich gleich ein gutes und vor allem lichstarkes Objektiv haben wollte, habe ich mich jetzt für das Canon EF 50 mm/1,4 entschieden.

Und jetzt bin ich total hin und weg, renne ständig mit dem großen Knochen in der Hand herum und halte meinen Lieben permanent die Linse vor die Nase. Also maximal 45 cm vor die Nase, denn näher geht leider nicht.

So kam es auch, dass ich zur mittwöchlichen Bauernhof-Stippvisite meinen Foto mitschleppte und wir – dank des perfekten Wetters – außer in den Hofladen und das Café endlich auch mal wieder über den ganzen Hof spaziert sind.

Wir haben die Kälber und die Hühner begrüßt und uns von den Schweinen anlachen lassen.





Ich persönlich fotografiere am allerliebsten mit Gegenlicht. Das sieht meistens viel spannender aus als mit Seitenlicht oder Licht direkt von vorne. Sieht man schön bei den Schweinen unten. Links leicht mit Gegelicht, rechts mit Licht von der Seite.


Ich bin ein ziemlicher Amateur, was Fotos angeht – sobald ich mit Blende oder Belichtungszeit experimentiere, bekomme ich schwitzige Hände. Aber zur Not gibt es ja immer noch Photoshop hüstel.

Mit dem neuen Objektiv macht das Fotografieren erst mal wieder richtig viel Spaß. Bis mir dann die Kamera wieder zu schwer und zu groß wird. Bis dahin belästige ich euch aber noch ein bisschen mit hübschen Alltagsfotos...


12. Februar 2012

12 von 12 (Februar), sonntagssüßes Rezept, die Mutti aller Tassen und ein ganz entspannter Nachmittag


Weil dieser 12. ein Sonntag ist, beginnt er außnahmsweise mal mit einem Kaffeebild. Den habe ich dem Liebsten heute morgen sogar ans Bett gebracht, um mich danach gleich wieder in die Küche zu schleichen. Der kleine Glücksritter nächtigte heute außerhäusig und blieb praktischerweise auch gleich den ganzen Tag bei seinem Freund, der heute Geburtstag feierte. Das kleine Fräulein (das sich ohne den großen Bruder übrigens fööörchterlich langweilte) hatte schon riesigen Hunger und weil heute Sonntag war, gab es Flap Jacks zum Frühstück. Fängt ja schon gut an.


Und weil uns so nach Backen war, backten wir gleich weiter. Denn bis zur Sendung mit der Maus dauerte es noch und für das, was wir backen wollten, braucht man Zeit. Viel Zeit. Wenn nicht an einem Sonntag, wann dann?


Vielleicht sollte ich besser sagen, das kleine Fräulein bäckt. Denn ich darf allenfalls assistieren, die Waage ablesen und muss ihr zwischendrin fast mit Gewalt die Schüssel entreißen, wenn ich auch mal rühren oder kneten will. Und ich muss mir gar nicht einbilden, dass ich irgendwas ablecken darf pfff.


Wir backen also etwas ganz wunderbares, sonntagssüßes und das heißt im Original cinnamon-sugar-pull-apart-bread – was so viel bedeutet wie Zimt-Zucker-auseinanderreiß-Brot. Der Himmel auf Erden!

Gefunden habe ich es via Pinterest auf einem Blog mit Bildern, bei dem einen augenblicklich die Spucke aus den Mundwinkeln tropft. So ging es mir vorallem bei diesem göttlichen Naschwerk, dass ich nun schon zum zweiten Mal nachgebacken habe. Beim ersten Mal habe ich nicht ein einziges Foto von dem fertigen Kuchen geschafft, so schnell war es aufgefuttert. Thank you so much, Joy!

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, das Rezept zu übersetzen, denn es ist wirklich nachbackenswert. Die amerikanischen Maßeinheiten habe ich nur zum Teil umgerechnet, da ich aus grauer Vergangenheit noch ein Cup-Set besitze. Mittlerweile gibt es diese Becher-Sets aber in jedem Haushalstwarengeschäft zu kaufen. Here we go...

Cinnamon-Sugar-pull-apart-Bread

Für den Teig:
· 2 3/4 Cups plus 2 EL Mehl
· 1/4 Tasse Kristallzucker
· 2 1/4 TL (1 Päckchen) Trockenhefe
· 1/2 TL Salz
· 56 g Butter
· 1/3 Cup Vollmilch
· 1/4 Cup Wasser
· 2 große Eier, Zimmertemperatur
· 1 TL reines Vanilleextrakt (habe ich durch ein Päckchen Bourbon-Vanille-Zucker ersetzt)

Für die Füllung:
· 1 Cup Kristallzucker
· 2 TL gemahlenen Zimt
· 1/2 TL frisch gemahlene Muskatnuss
· 56g Butter, schmelzen bis sie braun wird

In einer großen Schüssel 2 Cups Mehl, Zucker, Hefe und Salz vermischen, beiseite stellen.

Eier verrühren, beiseite stellen.

In einem kleinen Topf Milch und Butter erwärmen bis die Butter gerade geschmolzen ist. Den Topf vom Herd nehmen und Wasser und Vanilleextrakt dazugeben, verrühren. Die Mischung für ein bis zwei Minuten abkühlen lassen.

Nun die Milch-Buttermischung zu den trockenen Zutaten geben und mit einem Teigschaber vermischen. Nun die Eier dazugeben und solange verrühren, bis die Eier vollständig mit dem Teig vermischt sind. Einfach weiterrühren, auch wenn es den Anschein macht, dass sich Eier und Teig nieals miteinander vermischen werden. Nun die restliche 3/4 Tasse Mehl hinzufügen und mit dem Teigschaber weitere 2 Minuten verrühren. Der Teig wird klebrig, aber genau das soll er.

Der Teig wird nun in eine große, gefettete Schüssel gegeben, mit Frischhaltefolie und einem Geschirrtuch zugedeckt an einen warmen Platz gestellt. In ca. einer Stunde hat er sich ungefähr verdoppelt.

*Der Teig geht auch auf das Doppelte auf, wenn er über Nacht im Kühlschrank steht und am nächsten Morgen verarbeitet wird. In diesem Fall den Teig erst 30 Minuten auf Zimmertemperatur erwärmen lassen, bevor er ausgerollt wird.

Während der Teig geht, werden Zucker, Zimt und Muskatnuss für die Füllung vermischt und zur Seite gestellt. Ca. 56g Butter schmelzen, bis sie braun wird, zur Seite stellen. Eine Kastenform ausfetten und mit Mehr bestäuben, ebenfalls zur Seite stellen.

Nun den Teig noch mal mit 2 Esslöffeln Mehl durchkneten. Mit einem sauberen Geschirrtuch bedecken und 5 Minuten ruhen lassen. Auf einer leicht mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche den Teig mit einem Nudelholz ausrollen. Das Teigstück sollte schließlich eine Größe von ca. 30 x 50 cm habe. Falls der Teig keine 50 cm lang ausgerollt werden kann, ist das auch ok. Einfach so weit ausrollen, wie es geht. Mit einem Backpinsel wird die geschmolzene Butter auf dem Teig verteilt, dann die Zucker-Zimt-Mischung gleichmäßig darauf gestreut. Es sieht nach einer Menge Zucker aus, aber auch das ist ok ;)!

Nun wird der Teig vertikal in 6 gleichmäßig große Streifen geschnitten. Dann werden die Streifen auf einander gelegt und wieder in sechs gleichmäßig große Stapel geschnitten. Das ergibt 6 Stapel mit jeweils 6 Quadraten. Nun werden die Teigquadrate in die Kastenform geschlichtet wie ein Daumenkino. Die Kuchenform noch mal mit einem Geschirrtuch bedecken und an einem warmen Ort 30-45 Minuten, bis sich der Teig noch mal fast verdoppelt hat.

Den Rost in die mittlere Schiene schieben und den Backofen auf 175°C vorheizen.  Das Zucker-Zimt-Brot 30-35 Minuten backen bis die Kruste sehr goldbraun ist. Es kann sein, das die Kruste schon leicht gebräunt ist, der Teig in der Mitte aber noch roh. Richtig durch ist der Teig, wenn die Kruste ein richtig schönes dunkles Goldbraun hat .

Aus dem Ofen nehmen und ca. 20 bis 30 Minuten auskühlen lassen. Am besten warm mit Kaffee oder Tee servieren. Am besten schmeckt das Brot an dem Tag, an dem es gebacken wurde. Zugedeckt hält es sich aber auch bei Zimmertemperatur zwei Tage lang.

Und so sieht das dann aus:


Doch halt! Hatte ich erwähnt, dass das Zimt-und-Zucker-Brot Zeit braucht? Viel Zeit. Es muss nämlich alle Nase lang ruhen oder gehen, je nach dem. Genügend Zeit also für ein zünftig-fränkisches Mittagessen. Lecker!


Zwischendurch mal die Spühlmaschine ausgeräumt. Ziemlich buntes Zeugs heute in der Wäsche.


Und ebenfalls Zeit, einen kleinen Spaziergang zu machen und noch mal ganz ausgiebig den Winter zu genießen. Der will sich ja morgen schon wieder dünne machen, der Feigling. Meinen Foto habe ich irgendwie stecken lassen, aber das kleine Eisvergnügen, dass wir im Wald von Suburbia auf dem zugefrorenen Stausee hatten, hat mir eigentlich noch viel besser gefallen, als der Menschenauflauf auf der Alster gestern (Bericht folgt!).



Als wir nach Hause kommen, ist es schon fast dunkel, aber der kleine Glücksritter findet auch wieder den Weg aus der City nach Suburbia. Ein langer Nachmittag geht zu Ende.


Aber der Zimttraum ist trotzdem noch warm (sieht der nicht verboten lecker aus?) und wir kommen endlich zum Highlight des Tages: Kaffeeklatsch mit Camilla, Charles, herrlichem Naschwerk und der Tasse. Also die berühmte, weitgereiste, heiß begehrte Tasse von Frau Mutti. Virtueller Kaffeeklatsch zu Gast bei Familie Hahaell. Klar, dass wir uns da backtechnisch ein bisschen lang machen mussten, don't we?


Ich muss ja gestehen, dass der Maxi-Pott schon eine ganze Weile zu Gast im Hause Hamburger Liebe ist. Er wurde sogar schon als vermisst gemeldet. Mit nichten! Befüllt und lebendig und bald wieder auf Achse, versprochen! Ich entschuldige mich hier mit höflich bei allen, die schon lange auf eine Kaffeeeinladung warten. Aber manchmal spielt das Leben eben anders und manche Dinge wandern auf der Prioritätenliste nach unten, ob einem das gefällt oder nicht.

Charles und Camilla jedenfalls haben ihr heißes Bad an einem 12. in Darjeeling sehr genossen, das kann ich versichern. Und darauf haben sie eben ein bisschen warten müssen.


Zu guter Letzt durften Sie sogar noch ein paar halben und ganzen Bögen lauschen, bevor das kleine Volk müde und zufrieden in seine Federn gekrochen ist.


Danke für's Gucken! Mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Frau Kännchen!