31. März 2011

Weichen stellen

Auwei, schon wieder so lange her – der letzte Post! Dabei ist es hier doch garade sooo spannend und so viele schöne Dinge entstehen hier an meinem Schreibtisch und kriechen langsam und satt-farbig aus meinem Drucker. Man könnte auch sagen, ich habe einen Lauf, die Ideen sprudeln nur so in meinem Kopf.

Da kommt es gerade recht, dass mir die Chance meines Lebens – naja sagen wir mal meines Berufslebens – über den Weg läuft: das Project Selvage bei Spoonflower. Da wird nämlich kein geringerer als der nächste Michael Miller Fabric Designer gesucht. Bezeichnender Weise heißt der Claim dazu your dream starts here – wie passend! Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich drückte mir also schon seit Tagen die Daumen und hoffte, in die erste Runde gewählt zu werden – 75 Designs kommen ins semi-final und alle dürfen mit abstimmen. Heute morgen um 6.10 Uhr dann der obligatorische Griff zum Handy, Mailbox aufmachen und E-Mails checken – eine schlechte Angewohnheit, ich weiß. Aber würde ich das nicht tun, wüsste ich jetzt noch nicht, ob ich dabei bin. Durch eine technische Panne mussten die guys bei Spoonflower mein Design noch mal hochladen und teilten mir bei der Gelgenheit auch gleich mit, das ich DABEI bin!

Und jetzt zähle ich auf meine treuen Leser. Sind Sie dann auch dabei? Ich schicke eine riesengroße Klickbitte in die Runde! Hier geht's lang!

25. März 2011

Keep calm and lure spring (Korallenrot)

Nun ist das kleine Fräulein also vier geworden, hat glückseelig einen schönen Geburtstag gefeiert und traditionsgemäß zeigt sich nun der Frühling schon sachte von seiner milden und sonnigen Seite. Über's Wochenende beendet er wohl erst mal sein kleines Gastspiel und wir im Norden packen bei vorhergesagten 4-6°C die Winterjacken wieder aus. Die Sonne soll uns aber trotzdem weiter verwöhnen und so steht auf dem Wochenendplan nicht nur der Stoffmarkt, eine Verabredung mit einer lieber Freundin und Besuch von Oma und Opa, sondern auch noch eine Aktion zur Schaffung von neuem Wohnraum.

Ob die Meisenschar in Suburbia die neuen Reihenhäuser schick finden wird? Ich bin mir eigentlich ganz sicher. Denn wer kann schon sagen, er wohne in einem korallenroten Haus?

Noch mehr Korallenrot gibt es wie immer bei Frau Pimpi!

22. März 2011

Kuchenerkenntnisse

Okee, mit Wochenende – Teil zwei brauche ich am Dienstag Abend wirklich nicht mehr um die Ecke zu kommen. Dabei wollte ich eigentlich nur das Kontrastprogramm zu einem anstrengenden Messetag zeigen: Ponyreiten, Eisessen, Faulenzen, Handarbeiten. Und: Frühling! Ist das nicht schön da draußen? Man fühlt sich gleich wieder wie ein neuer Mensch.

Nun stehen hier aber wieder große Ereignisse direkt auf der Türschwelle und deshalb ist das Wochenende Schnee von gestern. Morgen ist nämlich der Tag des Schokokuchens. Habe ich eben festgestellt. Den backen wir immer, wenn ein Geburtstag vor der Tür steht und jede Menge buntes Naschwerk nach einem Kuchen verlangt, auf dem es landen kann. Traditionell sozusagen. Und keiner hat das angeordnet, das hat sich einfach so ergeben. Dass der Schokokuchen der Geburtstagskuchen ist.

Und wenn ich es mir so recht überlege, dann wäre das kleine Fräulein ziemlich sauer gewesen, wenn sie heute ihren eigenen Geburtstagskuchen nicht hätte mitbacken dürfen. Sie glaubt nämlich, sie hätte in der Küche eine Dauerplatzkarte. Nicht übertragbar. Und ehrlich, sie kann richtig stinkig werden, wenn ihr ausnahmsweise mal ihr großer Bruder diesen Platz streitig macht – z.B. wenn sie Besuch hat und er mit mir Waffeln backen will. Sich erdreistet, mit mir Waffeln backen zu wollen. Oho!

Wo das noch hinführt, kann ich nicht sagen. Ich kann nur sagen, ich habe dazu gelernt. Zum Beispiel, dass ich eine besonders große Schüssel zur Verfügung stelle – auch wenn es sich um wenig Teigmasse dreht. Denn dann ist die Gefahr, dass ich hinterher die Küche renovieren muss, nur halb so groß. Oder dass ich immer auch eine Schürze anziehe, wenn ich assistieren darf. Der Kontaminationsradius ist beachtlich. Und dass ich schon mal den Geschirrspüler leerräume, denn es wird viel schmutziges Geschirr geben. Und ich sollte mir nicht einbilden, dass ich auch was ablecken darf. Oder sonst wer. Könnte ja jeder kommen, pöh!

Und während Fräulein Schlau, das so heißt, weil es uns zumindest verbal alle in die Tasche steckt, also während sie so knetet und rührt und probiert (ganz wichtig!) und rührt und knetet, denke ich mir...





... mein Gott, wo ist bloß diese kleine, süße Baby geblieben, dass ich neulich noch auf dem Arm hatte? Wirst du wirklich morgen schon 4 (in Worten: VIER!) Jahre alt? Unfassbar.  Und doch so toll!

21. März 2011

Wochenende, Teil eins.

Am Samstag hat es mich dann schlussendlich doch noch auf die Creativa nach Dortmund gezogen. Der Tag war kunterbunt – und das nicht nur, weil ich mit Frau Kunterbunt unterwegs war, die mir die viele Stunden im Zug wunderbar versüßt hat.

Die Messe wurde von unglaublich vielen Menschen besucht, die unverkennbar überaus bereit waren, viel Geld auszugeben.

Kein Wunder bei dem äußerst bunten und vielfältigen Angebot an Perlen, Papier, Knöpfen, Garnen, Büchern und Dekoschneckeldi – von schön bis... gräuslichscheußlich.

Zwischendrin nicht nur Material sondern auch andere Kuriositäten in extra-bunt.

Der bunteste, am besten besuchteste und eigentlich auch schönste Stand war aber der Farbenmix-Stand. Dort konnt man nicht nur gemütlich sitzen, wunderschöne Einzelstücke bewundern (die viele so gern einfach gekauft hätten), sondern auch noch viele liebe Menschen (wieder)treffen – ehrlich gesagt der einzige Grund, weshalb ich mich dann doch noch zum Messe-Besuch überreden ließ.

Ganz grandios fand ich die Kunstwerke, die Anja Nähkitz für Peppauf gemacht hat – exotische Bartblumen aus dem Schnurrbart-Stempel und frühlings-fröhliche Tischkarten aus dem Bunte-Wolke-Stempel. So toll dreidimensional dank der kleinen Klebepunkte.

18. März 2011

Ein kleines Stück vom Glück

Nach Tagen der Sprachlosigkeit finde ich auch im Blog wieder langsam zum Alltag zurück. So gut das eben geht. In schweren Zeiten lenken mich am besten völlig banale, alltäglich Dinge am Besten ab. So habe ich versucht, die letzten Tage die Zeit vor allem mit meinen Kindern so intensiv und trotzdem so normal wie möglich zu gestalten und zu genießen.

Denn trotz aller Katastrophen, trotz allem Leid und Mitgefühl geht das Leben weiter. Und wenn ich eines in den letzten Tagen gelernt habe, dann ist es dieser unendliche Gleichmut der Japaner, der sie auch die schlimmsten Krisen scheinbar geduldig und die Hoffnung nicht aufgebend überstehen lässt. Sie beklagen sich nicht, sie rücken zusammen. Sie versuchen Haltung zu bewahren, Mut aus ganz kleinen Hoffnungsschimmern zu schöpfen. Sie verfallen nicht in Panik, Hysterie oder Selbstmitleid. Sie packen an, schicken die mutigsten unter ihnen in die Hölle um das Schlimmste abzuwenden.

Aber ich muss in diesen Tagen auch sehr viel an die Menschen in Haiti denken, die vor ein paar Monaten auch eine sehr schlimme Katastrophe erfahren mussten. Und obwohl die Journalisten und Übertragungswagen dort schon längst abgereist sind, sich das Medieninteresse längst anderen Themen zugewandt hat, gibt es dort noch immer viele Menschen von Hilfsorganisationen, die versuchen, das Leid und die Armut der Menschen zu lindern. Auch denen gilt in diesen Tagen mein ganz großer Respekt.

Das Leben hier geht weiter, es lässt sich nicht aufhalten. Und obwohl auch ich erst in Schockstarre verfallen bin, will ich dieses Leben genießen. Jeden Tag versuchen glücklich zu sein – so glücklich wie es eben geht. Die kleinen Wunder des Lebens entdecken und mich daran freuen. So wie dieser kleine Hase bei Glücksmarie heute Nachmittag oder der bunte Strauß Strohhalme im Restaurant.

Es sind die kleinen Schritte und die kleinen Gesten, die wir tun können, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Das große Ganze können wir nicht bewegen. Aber Freude und Glück verschenken – klein und leise. Das macht die Welt ein bisschen besser und schöner.

Jeder muss seinen eigenen Weg finden, in dieser schweren Zeit sein eigenes kleines Glück zu finden und weiter zu geben. Und das kann sehr bunt und vielfältig sein.

14. März 2011

Der Lauf der Welt

Die schlechten Nachrichten, die nicht aufzuhören scheinen, lähmen mich, bestimmen meine Gedanken. Alle großen und kleinen Baustellen hier erscheinen plötzlich allzu banal, gerade lächerlich.

Aber das Leben geht hier weiter seinen Gang – egal ob wir mitgehen wollen oder nicht. Die Sonne wird weiterhin auf- und untergehen, die Kinder backen Sandkuchen und die Büsche zeigen ihre ersten zarten Triebe. Wir können nur ehrfürchtig und dankbar sein vor dem Leben, dass so gar nicht selbstverständlich ist und uns klarmachen, dass wir hier auf der Erde nur zu Gast sind. Sie nicht beherrschen und ihren Lauf bestimmen.

Obwohl auch die Aktion „Helden für Lucas” verblasst vor dem Hintergrund der Schicksale der Menschen in Japan, möchte ich meinen Lesern noch ganz herzlich für ihre Teilnahme an der Auktion bedanken. Insgesamt gingen dadurch 120 Euro an die DKMS! Danke an Zuckerschnute, die gleich zwei T-Shirts ersteigert hat und an Sonja von Kunterbunt, die nach Ende der Auktion noch mal auf 50 Euro für das „Absolut Bestimmer“-Shirt aufgerundet hat! Danke im Namen von Lucas und allen anderen Betroffenen, denen dadurch geholfen werden kann!

12. März 2011

12 von 12 (März)

Unsere Reise in die Franken-Metropole ging heute leider schon wieder zu Ende. Wo ist bloß diese Woche geblieben? Nicht nur die Kinder bedauern ihren Abschied von einander, auch wir Großen fragen uns, warum wir nicht länger bleiben konnten. Aber in Hamburg ruft ganz laut die Arbeit und in Bayern sind die Ferien nach einer Woche schon wieder vorbei.

Um uns den Abschied extra schwer zu machen, strahlt die Sonne vom makellosen Himmel bei frühlingshaften Temperaturen. Vormittags brechen wir noch mal in die mittelfränkische Puszta an der Pegnitz auf und die großen Kinder turnen für eine Stunde auf einem Pferd herum.


Der Fachmann sagt natürlich Voltigieren dazu. Aber lustig sieht es trotzdem aus, wie die Kinder so verkehrtherum auf dem Pferd sitzend im Kreis traben.

Auch das kleine Fräulein darf mal probesitzen. 100 Meter für andauernde Glückseeligkeit. Es scheint also doch auf dem Rücken der Pferde zu liegen, das Glück dieser Erde.

Wir packen die letzten Stücke in den Koffer, verabschieden uns noch mal von der Methusalem-Katze, die ich schon so lange kenne und die dieses Mal doch so ganz anders war. Sonst immer scheu und lieber auf Abstand zu unbekanntem Besuch, war die plüschweiche Katzenoma schmusig, anhänglich und gesellig wie nie zuvor. Tschüß, Mieze!

Am Bahnhof checkt das Kleingemüse noch mal, was man in den Zug alles mitnehmen könnte. Die Betonung liegt auf könnte.

Die Hamburger Eule und der goldene Pudel warten auf den Nach-Hause-Express auf Gleis 6.

Ungebetene Gäste laben sich an unserem Brezn-Gekrümel. Nürnberg verlassen ohne reichlich Brezn im Gepäck geht gar nicht. Leider keine Kolbs Laugenbrezen. Das sind nämlich die besten der Besten.

Viereinhalb Stunden im Zug können echt lang sein. Meine Kinder sind aber vorbildliche Mini-Zugfahrer und vertreiben sich mit multimedialen Hilfsmitteln tapfer die Zeit, ohne meine oder die Nerven der Mitreisenden unnötig zu strapazieren. Findsch toll!

Dabei ist jedes (multimediale) Mittel recht und die Zeit vergeht. Zwar nicht sonderlich schnell, aber erträglich.

Dann – endlich – ist der Heimathafen in Sicht und wir passieren voller Vorfreude auf zu Hause die Elbbrücken.

Lassen den ICE hinter uns...

... und fallen uns glücklich in die Arme.

So eine schöne Woche – danke und Winkewinke nach Nürnberg und Umgebung an alle, die wir in dieser Woche getroffen haben oder bei denen wir wohnen durften. Das war nur eine kleine Handvoll, aber das hatte auch seine Gründe. Und war genau richtig so.

Danke für's Mitreisen. Mehr 12 von 12 gibt es bei Frau Kännchen.

11. März 2011

Zootiere

Der Nürnberger Tiergarten hat sich heute recht grau und verschlafen präsentiert – trotz Ferien. Die frischgeschlüpften Eisbär-Babys sind noch vor Besucheranstürmen in Sicherheit gebracht und eine Baustelle reiht sich an die andere. Dass die zwei Elefantendamen Yvonne und ihre Freundin, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnern kann, schon längst das Zeitliche gesegnet haben, hat mich ein wenig traurig gemacht, aber 40 Jahre hinter Zoomauern ist ja eigentlich auch ein bedauernswertes Schicksal. Überhaupt kam ich heute ein wenig ins Grübeln beim Flanieren durch einen wichtigen Ort meiner Kindheit. Um das Delfinarium haben wir einen großen Bogen gemacht – ich finde es unglaublich, dass es immer noch existiert. Das Nashorngehege ist auch nach 30 Jahren nicht größer geworden, wohl aber der Spielplatz und der Streichelzoo. Der einstmals von Heinz Sielmann so hochgelobte „landschaftlich schönste Zoo Europas” ist ein wenig in die Jahre gekommen. Oder sind wir nur einfach verwöhnt von Hagenbeck? Möglich ist es.

Die Kinder haben es genossen, was sonst. Nur, was hätten wir getan, wenn wir nicht den Bollerwagen am Eingang gemietet hätten? Drei Kinder durch den Zoo getragen? Pffff...







Und ich konnte leider gar nicht nachsehen, ob es Schorsch, den Gorilla-Mann noch gibt. Das Affenhaus hatte leider schon geschlossen, als wir endlich den Bogen dorthin geschafft hatten.

Eigentlich finden wir es echt doof, dass wir morgen wieder nach Hause müssen. Ist die Woche wirklich schon um? Aber morgen ist nicht alle Tage – wir kommen wieder. Keine Frage!

10. März 2011

Bei Oma und Opa

Manche Dinge ändern sich einfach nie. Niemals. Und das ist auch gut so.





8. März 2011

Narrenfrei

Zum Glück ist Franken nicht gerade eine Faschingshochburg, obwohl sich das manch einer hier vielleicht wünschen würde. Ich defnitiv nicht und deshalb bin ich ganz froh, dass wir aus dem narrenfreien Norden im jeckenfreien Franken weilen. Hier haben zwar heute die Läden geschlossen, aber wir sind ja ohnehin nicht zum Shoppen sondern zum Ferien machen hier.

Deshalb genießen wir heute einen ganz normalen Tag mit prächtigem Wetter, lassen Fasching Fasching sein und wünschen trotzdem allen Jecken einen närrischen Faschingsdienstag!

Verzweifelt gesucht!

Liebe Zuckerschnute (Petra),

die zwei T-Shirts aus der Aktion „Ein Held für Lucas” könnten dir gehören! Du musst dich dafür aber bitte unbedingt bei mir melden (hamburgerliebe (ät) web (punkt) de) – ich kann leider keine E-Mail-Adresse von dir finden!

Lucas und Susanne würden sich freuen!

6. März 2011

Im fränkischen Orbit

Von Hamburg nach Franken zu kommen, fühlt sich manchmal an, wie in eine andere Welt zu tauchen. Und das ist jetzt nicht wertend gemeint. Von der Stadt auf's fränkische Land, von der Zukunft in die Vergangenheit. Manche Dinge verändern sich einfach nie. Diese Konstanz vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit, wie ich es aus meiner Kindheit kenne. Und zugleich kommt es mir unglaublich exotisch vor.

Wir genießen hier noch ein paar Tage unsere Ferien, während der liebe Mann in der Hansestadt die Stellung hält. Und reisen bisweilen ganz tief in die Vergangenheit. Kommen Sie mit?









Nein, meine Familie hat keine Gastronomie im Fränkischen. Trotzdem kam ich heute in den seltenen Genuss, meine Roulade mit Klöß' in der Küche „abzuarbeiten“. Und noch nie hat Abspülen so viel Spaß gemacht. Franken pur.

(Franken ist übrigens der nördliche Teil Bayerns – nur so zum geografischen Verständnis)