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6. August 2014

Oh Sommer, oh wundervolle Langeweile


Neulich waren wir im Sommerurlaub. Ist das wirklich erst zwei Wochen her? Kommt mir schon viel länger vor. Aber es war ganz wunderbar, genauso wie wir es uns gewünscht haben: Sommersonne satt und sonst gähnende Langeweile.

Langeweile ist nämlich purer Luxus, wie ich finde. Immer wenn eins meiner Kinder zu mir sagt „Och menno Mama, mir ist ja sooo langweilig!“ antworte ich euphorisch „Wie wunderbar mein Kind! Ich freu' mich für dich!“. Meistens ernte ich dann einen verständnislos-genervten Blick, gleich gekoppelt mit der Forderung nach einem Entertainmentangebot. Die Kinder unserer Zeit eben. Gehetzt von Terminen, überfrachtet von visuellen, akustischen und informativen Reizen. Während der Schulzeit mit Hort, AGs und diversen Freizeitaktivitäten, die ich versuche so klein wie möglich zu halten, kann das Kleinvolk gar nicht mehr so richtig abhängen und gelangweilt in der Nase bohren.

Dabei kommen einem bei Langeweile die besten Ideen. Das Hirn fäng erst an zu arbeiten, wenn man es nicht ständig mit neuen Reizen füttert. Also, das klingt jetzt vielleicht nach Hausfrauenphilosophie, aber ich denke es ist viel Wahres dran.

Auch ein Grund, warum wir in diesem Jahr mal wieder nach Dänemark an die Nordseeküste fahren wollten. Da ist es nämlich – ohne den Dänen zu nahe treten zu wollen – ganz wundervoll unaufgeregt und ziemlich langweilig. Wenn man das zulässt.

1. April 2014

Mein März, wo bist du hin verschwunden?


Kaum hat einer das neue Jahr angeknipst, ist ein Viertel davon schon an einem vorbei gerauscht. So als würde man zu nah am ICE-Gleis stehen. Man spürt einen scharfen Wind im Gesicht, aber die Wagons ziehen einfach zu schnell an einem vorbei, als das man die Menschen darin erkennen kann. Zum Glück hält der Zug, wenn auch nur kurz. So bald es piept: Bitte zurücktreten, der April fährt in wenigen Minuten ein!

So ging es mir in diesen ersten drei Monaten – der März ist besonders rasant an mir vorbei gerast. Und bevor der April so richtig durchstartet und ich den Anschlusszug verpasse, will ich nochmal kurz revue passieren lassen, was da alles so war in diesem März. Da war so viel!

Zum Glück halte ich in meinen vielen Bildern all diese Momente fest, Instagram hilft mir dabei wie ein Notitzbuch, in dem ich diese schnellen Momente festhalten kann, um sie dann später nochmal in Ruhe erleben zu können. Mein Bildergedächtnis sozusagen.

9. Januar 2014

Hallo neues Jahr!


Hallo Blog, hallo neues Jahr 2014! Huch, es ist ja schon fast Mitte Januar! Falls es euch nicht schon auf einem anderen Kanal erreicht hat: ich wünsche euch allen ein gesundes neues Jahr voller schöner und bunter Überraschungen. Und ich verspreche, ich werde meinen Teil dazu beitragen!

Ich hoffe, ihr habt alle wunderschöne und entspannte Feiertage mit eure Lieben verbracht und seid gut ins neue Jahr gestartet. Dank einem Magen-Darm-Infekt hatten wir es hier sehr gemütlich (öhm...) und entschleunigt und statt rauschender Party haben wir ein paar Hütchen gebastelt, Salzstangen geknabbert und sind vor der Flimmerkiste abgehangen. Tut ja auch mal ganz gut.

30. September 2013

Seelenschmeichler

In Hamburg sind Herbstferien. Eigentlich wollten wir gar nicht wegfahren. Zu viel Arbeit, zu viele Baustellen. Aber weil man nicht immer nur arbeiten und nicht immer nur Baustellen beackern kann, haben wir kurzer Hand die Flucht ergriffen und sind ans Meer gefahren. Das machen wir immer, wenn uns zuhause der Alltag über den Kopf wächst und das ist eins der vielen Dinge, die ich an Hamburg so liebe: die Nähe zum Meer.

Es hat uns mal wieder nach Sylt verschlagen. Rauf auf den Autozug, dem Horizont entgegen. Sollen doch die ganzen Alltagssorgen auf dem Festland bleiben und sich ohne uns langweilen.
Vermutlich brauche ich nicht zu erwähnen, dass wir das Kleinvolk nie lange zu einem solchen Ausflug überreden müssen. Die sieben Sachen sind schnell gepackt. Es wartet ganz viel Himmel und ganz viel Meer auf der anderen Seite des Wattenmeers auf uns.
Wir stürzen uns hinein und müssen nur noch ein- und ausatmen. Alles andere passiert ganz von allein. Kommt ihr mit? Quermarkfeuer am Roten Kliff, Himmel bis zum Horizont, Waffeln in der Sturmhaube. Schöne Ferien euch allen und denen, die noch ein bisschen hin haben zu den Herbstferien. Haltet durch!


12. Mai 2013

12 von 12 im Mai

Hui, das war aber eine lange Blogpause. Huhu, ich bin wieder da!

Aber sie war mehr als nötig, die Berge an Arbeit haben mir einfach keinen Raum zum Bloggen und für viele andere Dinge gelassen. Außerdem war es an der Zeit, nach dem aufregenden Launch der Happy-Kollektion mal ein bisschen Luft zu holen. Ferien zu machen. Über Neues nachzudenken. Morgen erwarte ich neue Stoffe, ihr dürft euch schon freuen!

In der Zwischenzeit haben wir die Hamburger Maiferien genossen und sind seit langem mal wieder nach Dänemark gefahren. Haben eine Woche wohltuende Langeweile genossen, Meer und endlosen Himmel eingeatmet und uns den Wind durch's Haar pusten lassen. Das tat so gut!

Und was passt besser, als ein 12. für einen Wiedereinstieg? Guten Morgen, Sternchen-Pänts!


Unten im Wohnzimmer erwartet mich schon konspiratives Gemeinschaftsschreiben. Mit viel begleitendem Gekicher. Immer wieder zu gern aus dem Schrank geholt und es gibt immer noch eine Seite, die noch nicht ausreichend bekritzelt ist im Kinder Künstler Kritzelbuch.

Huch, kaum zuhause hab ich schon wieder mehr als zwei Kinder!


Frühstück darf ich selbermachen, was war heute nochmal für ein Tag? Ach ja, Muttertag! Nee, das sehen wir hier nicht so eng. Ich freue mich jeden Tag über meine wunderbaren Kinder und es reicht mir völlig, wenn sie mich ab und an mal spontan umarmen und mir ins Ohr flüstern, dass ich die beste Mama aller Zeiten bin. Oder so ähnlich. Und mit kleinen Kunstwerken werde ich auch ganz häufig überrascht. Also alles in Butter mit den Armen Rittern. Und in Ahornsirup und unter Erdbeerherzen. Mnjamm...


Aber dafür ist Zeit für eine gemütliche Dusche und die schwerwiegende Entscheidung, in welcher Farbe die Frühlingsfüße leuchten dürfen (Shocking Pink, falls das jemenden interessiert).


Das kleine Fräulein wartet auf ihr Taxi zum Kindergeburtstag im Indoor-Spielplatz. Kaum zurück aus den Ferien, schon beginnt wieder der Freizeitstress. Sie trägt es mit Fassung. Und Bildungslektüre.


Ich schleiche mich heimlich in mein Nähzimmer und nähe ein paar Sachen fertig, die ich vor dem Urlaub nicht mehr geschafft habe. Ein Klein Fanö und ein Haarzurückhaltedings. Dafür hatte ich euch auf Facebook ein Tutorial versprochen. Das ist schon fast fertig und ihr findet es bestimmt noch in der kommenden Woche im Blog!


Außerdem noch eine kleine große Lieselotte für die Erzieherin in der Kita. Die hatte nämlich heute Geburtstag!

Und ich freue mir ein Loch in den Bauch, dass ich wiedermal nur in meine Webbandstapel greifen muss und das perfekt passende Band herausziehe. Hach! Das war das Band für Meise mit Herz und passt zu Big Drops und Polka Dots in Lüla wie dafür gemacht.


Und dann noch schnell ein Dreieckstuch aus Dancing Drops Jersey. Man könnte fast meinen, ich wäre auf Nähentzug...


Nachdem der Liebste, der kleine Glücksritter und sein Freund von ihrer spontanen Fahrradtour zurückkommen, die eigentlich zur BMX-Bahn gehen sollte, dann aber wo ganz wo anders hinführte, und das kleine Fräulein wieder von der Kinderparty zurück kommt, machen wir uns auf den Weg „ins Dorf“. Wir wohnen zwar in Hamburg, aber in Suburbia geht man ins Dorf. Zum Einkaufen, zum Eisessen, zum Kaffeetrinken, zum Arzt. Heute ins Restaurant, das passender Weise „Dorfkrug“ heißt. Mutti hat dann nämlich doch frei und darf sich und ihre Lieben bekochen lassen. Das Thunfischsteak auf Süßkartoffelragout mit Thaispargel und Teriyakisoße war traumhaft, leider ohne Bild, zu schnell aufgegessen.

Nebenan steht der Maibaum und lässt seine bunten Bänder lässig im Wind tanzen. Ich mag Suburbia!



Mann und Kinder machen sich doch nochmal auf zur BMX-Bahn – diesmal stellen sie vorher sicher, dass sie da auch ankommen – und das Fräulein Pipapo und ich machen uns auf zu einer schönen langen Gassirunde.

Bei dem satten Grün geht mir das Herz auf. Während unserer Ferienwoche im kargen Dänemark – da blühen jetzt gerade mal die Osterglocke und die Bäume entwickeln einen zartgrünen Flaum – ist die Natur hier geradezu explodiert. Ich kann mich gar nicht sattsehen! Und ich kann mich auf keinen Fall für nur ein Bild entscheiden! Ein Frühlingstraum an jeder Ecke! Die Stracciatella-Prinzessin rauscht wie verrückt durchs ergrünte Gebüsch, nimmt ganz viele Frühlingsbäder und ist einfach nur happy. Wenn das nach der Woche am Strand mit Extremeballwerfing und Sandrolling überhaupt noch zu toppen ist.






Der Hund braucht dringend ein Bad und ich einen geruhsamen Abend mit Buch und Tatort.

Das Buch „Netzgemüse“ (Aufzucht und Pflege der Generation Internet) kann ich euch schon nach 70 Seiten wärmstens empfehlen. Alle von euch, die kleine Hände zuhause herumwuseln haben, die sich von Handy, iPod und Computer magisch angezogen fühlen, sehen sich irgendwann mit der Frage konfrontiert, wie man damit umgeht. Mit dem Internet und seinen Kindern. Und dieses Buch gibt ein paar ganz wertvolle und entscheidende Denkanstöße dazu. Wenn ich es ausgelesen habe, werde ich euch davon berichten.


Das war mein 12. Mai – danke für's Gucken! Mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Frau Kännchen.

26. März 2013

Kinder, wie die Zeit vergeht!

Damals, als meine Kinder auf die Welt kamen, hörten wir die Sprüche von allen Seiten: Genießt die Zeit wenn eure Kinder noch so klein und süß sind, sie vergeht wie im Flug. Obwohl mir dämmerte, dass da was Wahres dran sein musste, gingen sie mir gehörig auf den Wecker. Die Zeit mit einem Baby ist nicht immer Zuckerschlecken. Chronischer Schlafmangel in den ersten Monaten lösen sich ab mit hektischem Ausdemwegräumen von gefährlichen Dingen vor dem Krabbelkind. Und so weiter. Da bleibt oft wenig Raum für pures Genießen.

Trotzdem habe ich versucht, all diese wunderbaren Momente einzusaugen und in mein Gedächtnis zu brennen. Das erste Lächeln, die strahlenden Augen, diese Neugier auf Leben, der unbedingte Entdeckerwille. Kinder sind wirklich ein Geschenk.

Und quasi mit einem Fingerschnipp ist diese Zeit vorbei. Während sich mein kleiner Glücksritter schon mit Referaten und Divisionsaufgaben plagt, kommt mein kleines Fräulein Schlau in diesem Sommer in die Schule. Vorbei die unbeschwerte Zeit im Kindergarten, heute Kuscheltiertag und Entspannungsgeschichte, morgen Ausflug in den Wald. Könnte man sie doch nur festhalten, diese Zeit.

Jetzt sind meine Kinder immer noch süß, aber nicht mehr klein. Die Zeiten haben sich geändert. Vieles ist leichter geworden, einiges aber deutlich anspruchsvoller. Auch sehr schön. Bob der Baumeister und Lilifee verabschieden sich und klatschen sich mit den Drei ???, Yoda und der fabelhaften Miss Braitwhistleab. Das gefällt mir sehr. Kleine Hände machen beim Backen nicht mehr ausschließlich Chaos und Schweinkram, sondern können schon richtig mithelfen.

Das kleine Fräulein Schlau hat nun am Wochenende diesen Sprung gemacht, sie ist sechs Jahre alt geworden. Schon fast erwachsen, wie sie findet. Sie will mal Wortforscherin werden, rechnet wie ein Weltmeister und zählt die Tage bis zu ihrer Einschulung. Dabei war es doch erst vorgestern, als sie in unserer alten Küche saß und voller Glückseeligkeit mit ihren zwei Zähnen in eine Scheibe Fleischwurst biss.


Der Geburtstag sollte wieder genauso bunt werden wie der fünfte. Und auch bitte wieder mit Regenbogentorte, wie im letzten Jahr. Gern mein Kind, auch wenn ich dafür bis nachts um eins am Backofen stehen musste, denn jeder der knallebunten Tortenböden möchte bitteschön extra gebacken werden. Das Rezept zur Torte findet ihr übrigens hier.

Das obligatorische Geburtstags-T-Shirt, dass ich am Tag zuvor noch mit meiner reizenden Büroassistentin Polly genäht habe (Schnitt Klein Fanö von Farbenmix, länger und ausgestellt), habe ich so schon lange mal nähen wollen. Ich finde, die Maxi Dots schreien förmlich nach einer Regenbogen-Applikation.


Heute für den Kindergartengeburtstag gab's den White Cake von Cynthia Barcomials Cupcakes mit ordentlich viel Gedöhns obendrauf.


Und nachdem das kleine Fräulein neulich auch mal eine Karriere als Künstlerin in Erwägung gezogen hat (bloß das nicht!), möchte sie gern ihren Kindergeburtag in der Hamburger Kunsthalle feiern. Mon dieux, jetzt wird sie wirklich groß!

9. März 2012

Abschied

Ich habe sehr lange überlegt, ob ich dieses Posting überhaupt schreiben soll. Aber es gehört untrennbar zu diesem Blog, wie ich, wie meine Leser, wie die bunten Bilder.

Gestern war ein sehr trauriger Tag. Vor einigen Tagen mussten wir uns für immer von meinem lieben Papa verabschieden, gestern haben wir ihn zu Grabe begleitet.

Er war der erste Leser dieses Blogs. Überhaupt war er – waren meine Eltern – einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt mit dem Bloggen begonnen habe. Ich wollte ein bisschen unseren Alltag teilen, sie daran teilhaben lassen, was wir als Familie machen, was die Enkelkinder machen. Die 670 km, die uns trennen, wollte ich dadurch ein wenig überbrücken.

Es fällt mir sehr schwer, diesen Text zu schreiben, denn unser Privatleben ist angesichts der vielen (unbekannten) Leser mehr und mehr im Laufe der Zeit anderen Inhalten gewichen. Meine Familie und die Kinder sind schon lange nicht mehr das Hauptthema in diesem Blog. Er hat sich verändert, ist gewachsen. Und mein Dad hat diese Veränderung bis zuletzt mit großem Interesse verfolgt. Er war stolz darauf. Bis wenige Tage vor seinem Tod saß er selbst im Hospiz noch fast jeden Tag am Laptop – wenn seine schwindende Kraft es zugelassen hat.

Er fehlt mir so sehr. Wie sehr weiß jeder, der einmal ein geliebtes Familienmitglied verloren hat. Ich hoffe, der große Schmerz weicht bald der liebevollen Erinnerung.

Als ein großes Geschenk empfand ich dennoch die letzten Wochen, die er liebevoll umsorgt in einem Hospiz verbringen durfte. Wer die Gelegenheit hat, langsam und intensiv Abschied zu nehmen, sieht dem Ende ganz anders entgegen. Er durfte in Frieden gehen und wir durften ihn in Frieden gehen lassen. Einen sehr schönen Artikel schrieb neulich Frau Frische Brise über den Abschied im Hospiz, die liebevolle Pflege und Begleitung der Angehörigen und die intensive Zeit, die man sich dort für die Sterbenden nimmt. Sie spricht mir aus der Seele.

Keiner weiß, was kommen mag. Hoffentlich finde ich nun wieder vollständig zurück zu meiner Arbeit, zum Bloggen, zu meiner Familie. Das Thema Krankheit, Sterben und Tod hat mein Denken die letzten Monate sehr bestimmt. Jetzt weiß ich, dass mein lieber Vater, der stets der Ruhepol in unserer Familie war, an einem besseren Ort ohne Schmerzen, Leid und Tränen ist. Das tröstet mich.

Und das kleine Fräulein denkt wie immer kindlich geradeaus: Sie weiß nämlich bestimmt, dass der Opa nun mit Schnuffi immer Gassi gehen kann auf seiner Wolke. Und dass die beiden bestimmt eine Menge Spaß haben werden.


Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

(nach Psalm 91)

12. Februar 2012

12 von 12 (Februar), sonntagssüßes Rezept, die Mutti aller Tassen und ein ganz entspannter Nachmittag


Weil dieser 12. ein Sonntag ist, beginnt er außnahmsweise mal mit einem Kaffeebild. Den habe ich dem Liebsten heute morgen sogar ans Bett gebracht, um mich danach gleich wieder in die Küche zu schleichen. Der kleine Glücksritter nächtigte heute außerhäusig und blieb praktischerweise auch gleich den ganzen Tag bei seinem Freund, der heute Geburtstag feierte. Das kleine Fräulein (das sich ohne den großen Bruder übrigens fööörchterlich langweilte) hatte schon riesigen Hunger und weil heute Sonntag war, gab es Flap Jacks zum Frühstück. Fängt ja schon gut an.


Und weil uns so nach Backen war, backten wir gleich weiter. Denn bis zur Sendung mit der Maus dauerte es noch und für das, was wir backen wollten, braucht man Zeit. Viel Zeit. Wenn nicht an einem Sonntag, wann dann?


Vielleicht sollte ich besser sagen, das kleine Fräulein bäckt. Denn ich darf allenfalls assistieren, die Waage ablesen und muss ihr zwischendrin fast mit Gewalt die Schüssel entreißen, wenn ich auch mal rühren oder kneten will. Und ich muss mir gar nicht einbilden, dass ich irgendwas ablecken darf pfff.


Wir backen also etwas ganz wunderbares, sonntagssüßes und das heißt im Original cinnamon-sugar-pull-apart-bread – was so viel bedeutet wie Zimt-Zucker-auseinanderreiß-Brot. Der Himmel auf Erden!

Gefunden habe ich es via Pinterest auf einem Blog mit Bildern, bei dem einen augenblicklich die Spucke aus den Mundwinkeln tropft. So ging es mir vorallem bei diesem göttlichen Naschwerk, dass ich nun schon zum zweiten Mal nachgebacken habe. Beim ersten Mal habe ich nicht ein einziges Foto von dem fertigen Kuchen geschafft, so schnell war es aufgefuttert. Thank you so much, Joy!

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, das Rezept zu übersetzen, denn es ist wirklich nachbackenswert. Die amerikanischen Maßeinheiten habe ich nur zum Teil umgerechnet, da ich aus grauer Vergangenheit noch ein Cup-Set besitze. Mittlerweile gibt es diese Becher-Sets aber in jedem Haushalstwarengeschäft zu kaufen. Here we go...

Cinnamon-Sugar-pull-apart-Bread

Für den Teig:
· 2 3/4 Cups plus 2 EL Mehl
· 1/4 Tasse Kristallzucker
· 2 1/4 TL (1 Päckchen) Trockenhefe
· 1/2 TL Salz
· 56 g Butter
· 1/3 Cup Vollmilch
· 1/4 Cup Wasser
· 2 große Eier, Zimmertemperatur
· 1 TL reines Vanilleextrakt (habe ich durch ein Päckchen Bourbon-Vanille-Zucker ersetzt)

Für die Füllung:
· 1 Cup Kristallzucker
· 2 TL gemahlenen Zimt
· 1/2 TL frisch gemahlene Muskatnuss
· 56g Butter, schmelzen bis sie braun wird

In einer großen Schüssel 2 Cups Mehl, Zucker, Hefe und Salz vermischen, beiseite stellen.

Eier verrühren, beiseite stellen.

In einem kleinen Topf Milch und Butter erwärmen bis die Butter gerade geschmolzen ist. Den Topf vom Herd nehmen und Wasser und Vanilleextrakt dazugeben, verrühren. Die Mischung für ein bis zwei Minuten abkühlen lassen.

Nun die Milch-Buttermischung zu den trockenen Zutaten geben und mit einem Teigschaber vermischen. Nun die Eier dazugeben und solange verrühren, bis die Eier vollständig mit dem Teig vermischt sind. Einfach weiterrühren, auch wenn es den Anschein macht, dass sich Eier und Teig nieals miteinander vermischen werden. Nun die restliche 3/4 Tasse Mehl hinzufügen und mit dem Teigschaber weitere 2 Minuten verrühren. Der Teig wird klebrig, aber genau das soll er.

Der Teig wird nun in eine große, gefettete Schüssel gegeben, mit Frischhaltefolie und einem Geschirrtuch zugedeckt an einen warmen Platz gestellt. In ca. einer Stunde hat er sich ungefähr verdoppelt.

*Der Teig geht auch auf das Doppelte auf, wenn er über Nacht im Kühlschrank steht und am nächsten Morgen verarbeitet wird. In diesem Fall den Teig erst 30 Minuten auf Zimmertemperatur erwärmen lassen, bevor er ausgerollt wird.

Während der Teig geht, werden Zucker, Zimt und Muskatnuss für die Füllung vermischt und zur Seite gestellt. Ca. 56g Butter schmelzen, bis sie braun wird, zur Seite stellen. Eine Kastenform ausfetten und mit Mehr bestäuben, ebenfalls zur Seite stellen.

Nun den Teig noch mal mit 2 Esslöffeln Mehl durchkneten. Mit einem sauberen Geschirrtuch bedecken und 5 Minuten ruhen lassen. Auf einer leicht mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche den Teig mit einem Nudelholz ausrollen. Das Teigstück sollte schließlich eine Größe von ca. 30 x 50 cm habe. Falls der Teig keine 50 cm lang ausgerollt werden kann, ist das auch ok. Einfach so weit ausrollen, wie es geht. Mit einem Backpinsel wird die geschmolzene Butter auf dem Teig verteilt, dann die Zucker-Zimt-Mischung gleichmäßig darauf gestreut. Es sieht nach einer Menge Zucker aus, aber auch das ist ok ;)!

Nun wird der Teig vertikal in 6 gleichmäßig große Streifen geschnitten. Dann werden die Streifen auf einander gelegt und wieder in sechs gleichmäßig große Stapel geschnitten. Das ergibt 6 Stapel mit jeweils 6 Quadraten. Nun werden die Teigquadrate in die Kastenform geschlichtet wie ein Daumenkino. Die Kuchenform noch mal mit einem Geschirrtuch bedecken und an einem warmen Ort 30-45 Minuten, bis sich der Teig noch mal fast verdoppelt hat.

Den Rost in die mittlere Schiene schieben und den Backofen auf 175°C vorheizen.  Das Zucker-Zimt-Brot 30-35 Minuten backen bis die Kruste sehr goldbraun ist. Es kann sein, das die Kruste schon leicht gebräunt ist, der Teig in der Mitte aber noch roh. Richtig durch ist der Teig, wenn die Kruste ein richtig schönes dunkles Goldbraun hat .

Aus dem Ofen nehmen und ca. 20 bis 30 Minuten auskühlen lassen. Am besten warm mit Kaffee oder Tee servieren. Am besten schmeckt das Brot an dem Tag, an dem es gebacken wurde. Zugedeckt hält es sich aber auch bei Zimmertemperatur zwei Tage lang.

Und so sieht das dann aus:


Doch halt! Hatte ich erwähnt, dass das Zimt-und-Zucker-Brot Zeit braucht? Viel Zeit. Es muss nämlich alle Nase lang ruhen oder gehen, je nach dem. Genügend Zeit also für ein zünftig-fränkisches Mittagessen. Lecker!


Zwischendurch mal die Spühlmaschine ausgeräumt. Ziemlich buntes Zeugs heute in der Wäsche.


Und ebenfalls Zeit, einen kleinen Spaziergang zu machen und noch mal ganz ausgiebig den Winter zu genießen. Der will sich ja morgen schon wieder dünne machen, der Feigling. Meinen Foto habe ich irgendwie stecken lassen, aber das kleine Eisvergnügen, dass wir im Wald von Suburbia auf dem zugefrorenen Stausee hatten, hat mir eigentlich noch viel besser gefallen, als der Menschenauflauf auf der Alster gestern (Bericht folgt!).



Als wir nach Hause kommen, ist es schon fast dunkel, aber der kleine Glücksritter findet auch wieder den Weg aus der City nach Suburbia. Ein langer Nachmittag geht zu Ende.


Aber der Zimttraum ist trotzdem noch warm (sieht der nicht verboten lecker aus?) und wir kommen endlich zum Highlight des Tages: Kaffeeklatsch mit Camilla, Charles, herrlichem Naschwerk und der Tasse. Also die berühmte, weitgereiste, heiß begehrte Tasse von Frau Mutti. Virtueller Kaffeeklatsch zu Gast bei Familie Hahaell. Klar, dass wir uns da backtechnisch ein bisschen lang machen mussten, don't we?


Ich muss ja gestehen, dass der Maxi-Pott schon eine ganze Weile zu Gast im Hause Hamburger Liebe ist. Er wurde sogar schon als vermisst gemeldet. Mit nichten! Befüllt und lebendig und bald wieder auf Achse, versprochen! Ich entschuldige mich hier mit höflich bei allen, die schon lange auf eine Kaffeeeinladung warten. Aber manchmal spielt das Leben eben anders und manche Dinge wandern auf der Prioritätenliste nach unten, ob einem das gefällt oder nicht.

Charles und Camilla jedenfalls haben ihr heißes Bad an einem 12. in Darjeeling sehr genossen, das kann ich versichern. Und darauf haben sie eben ein bisschen warten müssen.


Zu guter Letzt durften Sie sogar noch ein paar halben und ganzen Bögen lauschen, bevor das kleine Volk müde und zufrieden in seine Federn gekrochen ist.


Danke für's Gucken! Mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Frau Kännchen!