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23. April 2014
Hallo Frühling – auf nach Nordfriesland, Narzissen zählen!
Ist es nicht wunderbar da draußen? Alles Grau und Braun der vergangenen Wintermonate ist in sattes Grün getunkt. Und der Farbe nicht genug, hat einer den großen dicken Pinsel in Bunt getaucht und einmal über dem ganzen Grün ausgeschüttelt. Tulpen, Narzissen und Löwenzahn blühen um die Wette, Schlüsselblumen und Veilchen räkeln sich, um den besten Platz an der Sonne zu ergattern.
Letztes Jahr um diese Zeit hat der Frühling gestöhnt, denn er konnte den Winter kaum besiegen. Schnee bis in den April – erinnert ihr euch? Und besonders gut erinnere ich mich daran, dass wir im April zum ersten Mal nach Nordfriesland zum Narzissenfest auf den Hof Hilligenbohl fahren wollten und der Winter einfach nicht loslassen wollte. Wir haben quasi mitgefiebert, ob die Narzissen unter den schützdenden Planen noch noch ihre Gesichter zeigen würden, wenn die Familie Kirchner die Pforten zu ihrem wundervollen Anwesen öffnen würde.
Und tatsächlich: am Tag des Narzissenfestes strahlen die Blüten mit der Sonne und dem knackeblauen Himmel um die Wette und die Bienen summten um den frischen Apfelkuchen.
21. November 2013
Die Eröffnung der Elbphilharmonie, glückliche Gesichter und unheimlich viele kleine Menschen
Letzte Woche war ich Zeuge einer kleinen Sensation: die Elbphilharmonie in der Hamburger Speicherstadt wurde eröffnet. Glaubt ihr jetzt nicht? Wenn ich es euch sage! Mit dem NDR-Symphonie-Orchester, 136 Journalisten und Pressevertretern, der Kultursenatorin und einem fulminanten Feuerwerk. Und ich war dabei. Tadaaa!
Ok, es war die kleine Elbphilharmonie im Miniatur Wunderland. Aber sensationell war es trotzdem. So besuchte ich nämlich erst jüngst mit meinen Kids und einer lieben Freundin das Miniatur Wunderland während der Hamburger Herbstferien. Und da war die kleine „Elphi“ gerade mal ein Gerippe aus Sperrholz. Deshalb war ich total überrascht, als mich die Einladung zur Eröffnung erreichte. Und obwohl meine Kinder an diesem Tag Sport bis in den Abend hatten und ich am nächsten Morgen zu Blogst-Konferenz nach Essen abreisen sollte, wollte ich unbedingt dabei sein. Und es hat sich so gelohnt!
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| Die Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler eingerahmt von Frederik (links) und Gerrit (rechts) Braun |
7. November 2013
Ein Herbstspaziergang mit Begleitung und eine heiße Suppe zum Aufwärmen
Herbst ist für mich eine ganz besondere Jahreszeit. Ich habe das Gefühl, ich müsste noch mal ganz viel Leben inhalieren, bevor sich draußen alles lebendige verkriecht. Bevor die Bäume ihre Äste kahl und trostlos in den grauen Himmel strecken und sich Blumen und Gräser welk und kraftlos mit dem scheinbar leblosen Waldboden vereinen. Alles könnte irgendwie das letzte Mal sein in diesem Jahr. Das letzte Mal die nackten Füße ins Meer halten, das letzte Mal auf der sonnigen Terrasse frühstücken. Das letzte Mal Grillen, die letzten welken Blätter zusammen fegen. Das Leben spielt sich wieder drinnen ab, den nachmittags wird draußen einfach das Licht ausgeknipst.
So musste ich gestern mit Erstaunen und Erschrecken feststellen, dass ich ab sofort keinen ausgedehnten Spaziergang mehr mit Polly über die Felder machen kann, während mein kleines Fräulein im Zirkus turnt. Ich wünschte, ich hätte gestern eine Taschenlampe dabei gehabt, als ich mit der Fellnase den Feldweg entlang schlich und höllisch aufpassen musste, dass ich mir in den Traktorfahrrinnen nicht die Beine breche.
30. September 2013
Seelenschmeichler
In Hamburg sind Herbstferien. Eigentlich wollten wir gar nicht wegfahren. Zu viel Arbeit, zu viele Baustellen. Aber weil man nicht immer nur arbeiten und nicht immer nur Baustellen beackern kann, haben wir kurzer Hand die Flucht ergriffen und sind ans Meer gefahren. Das machen wir immer, wenn uns zuhause der Alltag über den Kopf wächst und das ist eins der vielen Dinge, die ich an Hamburg so liebe: die Nähe zum Meer.
Es hat uns mal wieder nach Sylt verschlagen. Rauf auf den Autozug, dem Horizont entgegen. Sollen doch die ganzen Alltagssorgen auf dem Festland bleiben und sich ohne uns langweilen.
Vermutlich brauche ich nicht zu erwähnen, dass wir das Kleinvolk nie lange zu einem solchen Ausflug überreden müssen. Die sieben Sachen sind schnell gepackt. Es wartet ganz viel Himmel und ganz viel Meer auf der anderen Seite des Wattenmeers auf uns.
Es hat uns mal wieder nach Sylt verschlagen. Rauf auf den Autozug, dem Horizont entgegen. Sollen doch die ganzen Alltagssorgen auf dem Festland bleiben und sich ohne uns langweilen.
Vermutlich brauche ich nicht zu erwähnen, dass wir das Kleinvolk nie lange zu einem solchen Ausflug überreden müssen. Die sieben Sachen sind schnell gepackt. Es wartet ganz viel Himmel und ganz viel Meer auf der anderen Seite des Wattenmeers auf uns.
Wir stürzen uns hinein und müssen nur noch ein- und ausatmen. Alles andere passiert ganz von allein. Kommt ihr mit? Quermarkfeuer am Roten Kliff, Himmel bis zum Horizont, Waffeln in der Sturmhaube. Schöne Ferien euch allen und denen, die noch ein bisschen hin haben zu den Herbstferien. Haltet durch!
6. September 2013
Hamburg, meine Perle – 10 Jahre in der schönsten Stadt der Welt
Im Sommer 2003 ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich bin nach Hamburg gezogen.
Ich habe schon immer von dieser Stadt geträumt und mir gewünscht eines schönen Tages dort – hier – zu wohnen und zu leben, sagen zu können hier bin ich zuhause. Zunächst sah es in meinem Leben aber gar nicht danach aus, als würde dieser Traum jemals in Erfüllung gehen. Manchmal kommen die Dinge aber ganz anders als man denkt.
Der schönste Grund, nach Hamburg zu ziehen, war der Liebe wegen. Daraus wurde später mein Blog und Label „Hamburger Liebe“. Ja, deswegen. Hierher bin ich zu meinem Liebsten gezogen, hier wurden meine beiden Kinder geboren, hier habe ich meinen Traumjob gefunden. Hier habe ich viele liebe Freunde gefunden. Hier fühle ich mich wohl, hier ist das, was ich „Heimat“ nenne.
Ich habe von Anfang an verstanden, warum die Hamburger zu jeder Gelegenheit – passend oder unpassend – von der „schönsten Stadt der Welt“ sprechen. Rein objektiv betrachtet hat Hamburg vieles, wovon andere Metropolen nur träumen können: die malerische Lage am Wasser mit Alster und Elbe, der Hafen, der die Stadt prägt – weltoffen, multikulturell, Exportmotor der deutschen Wirtschaft. Eine Bausubstanz, die zwei Kriege überstanden hat und noch immer den Flair der wohlhabenden Hamburger Reeder- und Kaufmannsfamilien aus längst vergangenen Tagen wiederspiegelt. Grün, soviel Grün! Selbst in den weniger wohlhabenden Stadtteilen reihen sich Alleen, Parks und kleine Grünflächen aneinander und machen die Stadt lebenswert.
Mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich verreist war – kurz oder lang – und ich komme von Süden über die Elbbrücken nach Hause und sehe die Kräne und Schiffe im Containerhafen liegen. Seufz.
Ich habe die Hamburger schätzen gelernt. Sie sind bescheiden und zurückhaltend, bodenständig und wenn man ihr Herz erobert hat, gehört es einem für immer. Sie lieben ihre Stadt und versuchen sie aktiv mitzugestalten. So ist es auch einzigartig, dass ein Großprojekt wie die Elbphilharmonie (man mag darüber denken wie man will) von der Hamburger Bürgerschaft mit großen – wirklich großen – Mengen Geld unterstützt und finanziert wird! Bei meiner Hamburg-Reise Anfang des Jahres habe ich nicht schlecht gestaunt, als wir die Baustelle der Elbphilharmonie besichtigten und unser Führer uns die Finanzierung darlegte. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber er sprach von Spendensummen von Hamburger Firmen und Privatpersonen in einer Höhe, nach denen sich manches Bundesland die Finger lecken würde und damit seinen Haushalt sanieren könnte. Aber die Hamburger sind so.
Ich mag das quirlige bunte Treiben, die lebendige Designszene und guten Kontakte, die man hier knüpfen kann. Während mir Berlin zu groß, zu laut und zu unübersichtlich scheint, mag ich in Hamburg das Klare, die Struktur und die Verlässlichkeit. Und wenn man sich nur darauf verlassen kann, dass die Stadtreinigung jedes Jahr Probleme hat, dem großen Laubaufkommen der unzähligen Bäume hinterherzukommen oder der Verkehrsverbund jedes Jahr die Preise erhöht lach. Ich liebe es mit dem Alsterdampfer zu fahren, auf der Reeperbahn Currywurst zu essen und das Tuten der Schiffe am Elbstrand. Ich mag die Nähe zum Meer, die Rotklinkerfassaden und Jugendstilvillen. Ich liebe Franzbrötchen und dass die Verkäuferin im Supermarkt auch noch kurz vor Ladenschluss ein freundliches „Moin!“ auf den Lippen hat. Ach, mir würden noch 1.000 Dinge einfallen, warum ich es hier so mag.
Weil ich nun schon seit 10 Jahren in Hamburg bin, ist das ein Grund für mich zu feiern. Mit euch! Denn ihr – mein Blog, meine Leser und eure Kommentare – seid ein wichtiger Bestandteil dieser 10 Jahre. Ok, ich blogge erst seit 5,5 Jahren, aber diese Jahre waren dafür umso ereignisreicher!
Deshalb gibt es in den nächsten Wochen eine Reihe von großartigen Verlosungen! Für meine Feierlichkeiten konnte ich viele tolle Sponsoren gewinnen – solche, die irgendwie mit meiner Liebe zu dieser Stadt, der tollen Design-Szene, meinen Freunden, Hamburger Liebe oder meinem Blog zu tun haben. Soll ich euch schon ein paar Namen verraten? Da wären die Photoqueen, Ahoi Marie, die Hamburger Kunstmeile, dekoop, die Feine Billetterie und noch einige mehr. Am Montag geht's schon los, verpasst also besser in den nächsten Wochen kein Posting!
Bis dahin schwelge ich noch ein bisschen in Heimatliebe – ahoi!
6. August 2013
Ein großer Schritt und eine bunte Zuckertüte
Wer sich gefragt hat, warum es hier in letzter Zeit so still geworden ist... die Ferien sind schuld!
Und ein kleines Schulkind-to-be, das die letzten zwei Wochen so unglaublich aufgeregt war, voller Vorfreude auf diesen großen Schritt und dennoch so voller Abschiedsschmerz vom geliebten Kindergarten. Und ich jonglierte mit den vielen Gefühlen (die auch mich als Mutter so gar nicht kalt lassen), den Bergen von liegengebliebener Arbeit während der Ferien und den vielen Dingen, die bis zum großen Tag noch zu erledigen waren.
Mit der Schultüte zum Beispiel. Das kleine Fräulein hatte ganz genaue Vorstellungen. Eine Meerjungfrau sollte es sein. Und sie wollte par tout kein neues Kleid sondern dieses hier.
Voilà, hier ist die maßgeschneiderte Zuckertüte für mein kleines Fräulein Schlau, der ich stellvertretend für alle i-Dötzchen, die in diesem Jahr diesen großen Schritt gehen, eines von Herzen wünsche: eine glückliche Schulzeit, auf die sie gern zurückblickt.
Ich wünsche ihr gute Freunde und dass sie Menschen trifft, die für sie einstehen und an sie glauben. Das sie den Mut hat, eigene Gedanken und Idee zu entwickeln und diese auch formulieren kann. Ich wünsche ihr, dass sie jeden Tag fröhlich nachhause kommt – auch wenn das ein sehr frommer Wunsch ist.
Und nun muss ich meine kleine Maus begleiten auf ihrem allerersten Schulweg. Ihr dürft solange einen Blick auf die Zuckertüte werfen!
Bis bald!
11. Juni 2013
Tutorial Tuesday: Schrägband selbermachen oder wie produziere ich mal schnell 27 Meter Wimpelkette ohne ins Schwitzen zu geraten
Neulich feierte mein kleines Fräulein ihre Abschiedsparty zusammen mit den anderen Schulkindern-to-be und ihrer ganzen Kindergartengruppe. Wir „Abschieds“-Eltern hatten uns überlegt, was wir für die Gruppe organisieren könnten und das war auf Grund der lange anhaltenden Schlechtwetterphase bis vor ca. drei Wochen gar nicht so einfach. Da mein kleines Fräulein unbedingt ihre ganze Gruppe zu uns nach Hause einladen wollte (un-be-dingt!!), habe ich angeboten, die Party gleich zu uns zu verlegen. Die Kita ist quasi umme Ecke und die Knirpse sind alle schnell her gelaufen. Mit Erzieherinnen und Abschiedseltern waren das 24 Kinder und 10 Erwachsene. Ja, unser Garten ist groß.
In einem Anflug von chronischer Selbstüberschätzung dachte ich mir, dass ich ja für die Deko mal schnell ein paar Wimpelketten nähen könnte, das sieht bestimmt hübsch aus. Nachdem ich schon mit dem Wimpel zuschneiden begonnen hatte, überschlug ich mal so Pi mal Daumen, wie lange denn die Wimpleketten sein müssten, um all das zu dekorieren, was ich mir vorstellte. 50 Meter. 50 Meter!?
Eigentlich hätten mir für die 50 Meter (und was ich mir sonst noch so alles vorstellte) drei Tage gefehlt – obwohl mein Mann irgendwann mitleidig zur Zickzackschere griff um mir beim Wimpel ausschneiden zu helfen. Um Schrägband zu kaufen oder zu bestellen, war es schon zu spät, also musste ich auch das selbst machen. Geht aber easy peasy und wenn man ein bisschen Zeit hat, macht es sogar Spaß. Alles, was man dazu braucht, ist ein Lineal, einen Rollschneider, einen Schrägbandformer (meiner ist ein „18er“, d.h. er produziert ein 18 mm breites Schrägband) und ein Bügeleisen.
Es gibt sicherlich haufenweise Tutorials im Netz, aber ich erkläre denen, die es noch nicht gemacht haben, fix wie das geht.
Ihr benötigt dafür ein etwas größeres Stück Stoff. Ich wollte ja viel Schrägband produzieren und habe somit einen 0,5 Meter Mini Bizzi genommen. Praktisch an dem Muster ist auch, dass ich ohne lange zu messen immer 4 Kästchen breit meine Streifen schneiden konnte. Die waren dann 38 mm breit, ideal also für den Schrägbandformer.
Ich lasse immer an der ersten Ecke (links unten) ca. 25-30 cm Platz und beginne mit den diagonalen Streifen. So bleibt euch wirklich nicht viel Rest übrig und auch die kurzen Streifen lassen sich prima aneinander nähen.
Schneidet die Streifen immer diagonal, auch wenn es vermeintlich viel Stoff kostet. Das Schrägband lässt sich so mühelos auf um Kurven und Rundungen formen.
Die Streifen schneidet ihr an den Enden gerade ab. Nur der Anfang darf abgeschrägt bleiben – so lässt sich das Stoffband leichter in den Schrägbandformer einschieben.
Die Enden von zwei Streifen legt ihr Ecke auf Ecke rechts auf rechts aufeinander und näht an der gestrichelten Linie entlang. Die Spitze schneidet ihr ca. 5 mm zur Naht ab. Ich vernähe den Faden am Anfang und am Ende nicht, das kostet nur Zeit (und die war ja sowieso Mangelware). Da der Anfang und das Ende der Naht ohnehin innen liegen, wenn ihr das Schrägband vernäht, kann auch nichts aufgehen.
Wenn ihr alle Streifen aneinander genäht habt, bügelt ihr die Kanten auf der linken Seite auseinander.
Jetzt kommt das Origami-it's-Magic-Faltgerät zum Einsatz! Schiebt das abgeschrägte Ende des Bandes mit der linken Seite nach oben in den Schrägbandformer und zieht es an der schmalen Seite vorsichtig heraus. Die nun gefaltete Seite bügelt ihr ganz langsam, mit Druck und Bedacht – und schön auf die Finger aufpassen! – glatt. Ganz Wagemutige bügeln mit Dampf, aber davon würde ich Schrägband-Anfängern abraten. Ganz intuitiv hat man seine Finger zu nah am Bügeleisen. Ich spreche da aus Erfahrung...
Nun müsst ihr nur noch ein paar Wimpelchen hineinnähen und fertig ist das bunte Gute-Laune-Gebimmsel für Draußen oder Drinnen oder was auch immer ihr verschönern wollt. Vielleicht wolltet ihr euch aber mit dem Schrägband auch schon immer ein paar neue Topflappen nähen. Das war zumindest in der 5. Klasse meine erste Begegnung mit Schrägband. Meine waren auf einer Seite in gelben Vichykaro, auf der anderen Seite in Rot. Das Schrägband war langweilig weiß. Das geht jetzt viel hübscher!
Um nochmal die Kurve zur Abschiedsparty zu bekommen: nach 27 Metern habe ich aufgegeben. Den Rest haben wir mit 100 bunten Luftballons kompensiert, das sah auch toll aus. Die durfte dann mein Mann aufpumpen. Hat auch gar nicht lange gedauert...
Das Fest war wunderschön, das Wetter perfekt und alle waren glücklich. Wir haben gespielt, gegrillt, Kuchen gegessen und ich bin mir sicher, die Kids werden diesen schönen Tag noch lange in Erinnerung behalten. Und das bestimmt nicht nur wegen der Wimpelketten. Aber wir Selbermacher haben schon manchmal komische Ticks, oder?
26. März 2013
Kinder, wie die Zeit vergeht!
Damals, als meine Kinder auf die Welt kamen, hörten wir die Sprüche von allen Seiten: Genießt die Zeit wenn eure Kinder noch so klein und süß sind, sie vergeht wie im Flug. Obwohl mir dämmerte, dass da was Wahres dran sein musste, gingen sie mir gehörig auf den Wecker. Die Zeit mit einem Baby ist nicht immer Zuckerschlecken. Chronischer Schlafmangel in den ersten Monaten lösen sich ab mit hektischem Ausdemwegräumen von gefährlichen Dingen vor dem Krabbelkind. Und so weiter. Da bleibt oft wenig Raum für pures Genießen.
Trotzdem habe ich versucht, all diese wunderbaren Momente einzusaugen und in mein Gedächtnis zu brennen. Das erste Lächeln, die strahlenden Augen, diese Neugier auf Leben, der unbedingte Entdeckerwille. Kinder sind wirklich ein Geschenk.
Und quasi mit einem Fingerschnipp ist diese Zeit vorbei. Während sich mein kleiner Glücksritter schon mit Referaten und Divisionsaufgaben plagt, kommt mein kleines Fräulein Schlau in diesem Sommer in die Schule. Vorbei die unbeschwerte Zeit im Kindergarten, heute Kuscheltiertag und Entspannungsgeschichte, morgen Ausflug in den Wald. Könnte man sie doch nur festhalten, diese Zeit.
Jetzt sind meine Kinder immer noch süß, aber nicht mehr klein. Die Zeiten haben sich geändert. Vieles ist leichter geworden, einiges aber deutlich anspruchsvoller. Auch sehr schön. Bob der Baumeister und Lilifee verabschieden sich und klatschen sich mit den Drei ???, Yoda und der fabelhaften Miss Braitwhistle
ab. Das gefällt mir sehr. Kleine Hände machen beim Backen nicht mehr ausschließlich Chaos und Schweinkram, sondern können schon richtig mithelfen.
Das kleine Fräulein Schlau hat nun am Wochenende diesen Sprung gemacht, sie ist sechs Jahre alt geworden. Schon fast erwachsen, wie sie findet. Sie will mal Wortforscherin werden, rechnet wie ein Weltmeister und zählt die Tage bis zu ihrer Einschulung. Dabei war es doch erst vorgestern, als sie in unserer alten Küche saß und voller Glückseeligkeit mit ihren zwei Zähnen in eine Scheibe Fleischwurst biss.
Der Geburtstag sollte wieder genauso bunt werden wie der fünfte. Und auch bitte wieder mit Regenbogentorte, wie im letzten Jahr. Gern mein Kind, auch wenn ich dafür bis nachts um eins am Backofen stehen musste, denn jeder der knallebunten Tortenböden möchte bitteschön extra gebacken werden. Das Rezept zur Torte findet ihr übrigens hier.
Das obligatorische Geburtstags-T-Shirt, dass ich am Tag zuvor noch mit meiner reizenden Büroassistentin Polly genäht habe (Schnitt Klein Fanö von Farbenmix, länger und ausgestellt), habe ich so schon lange mal nähen wollen. Ich finde, die Maxi Dots schreien förmlich nach einer Regenbogen-Applikation.
Heute für den Kindergartengeburtstag gab's den White Cake von Cynthia Barcomi
als Cupcakes mit ordentlich viel Gedöhns obendrauf.
Und nachdem das kleine Fräulein neulich auch mal eine Karriere als Künstlerin in Erwägung gezogen hat (bloß das nicht!), möchte sie gern ihren Kindergeburtag in der Hamburger Kunsthalle feiern. Mon dieux, jetzt wird sie wirklich groß!
Trotzdem habe ich versucht, all diese wunderbaren Momente einzusaugen und in mein Gedächtnis zu brennen. Das erste Lächeln, die strahlenden Augen, diese Neugier auf Leben, der unbedingte Entdeckerwille. Kinder sind wirklich ein Geschenk.
Und quasi mit einem Fingerschnipp ist diese Zeit vorbei. Während sich mein kleiner Glücksritter schon mit Referaten und Divisionsaufgaben plagt, kommt mein kleines Fräulein Schlau in diesem Sommer in die Schule. Vorbei die unbeschwerte Zeit im Kindergarten, heute Kuscheltiertag und Entspannungsgeschichte, morgen Ausflug in den Wald. Könnte man sie doch nur festhalten, diese Zeit.
Jetzt sind meine Kinder immer noch süß, aber nicht mehr klein. Die Zeiten haben sich geändert. Vieles ist leichter geworden, einiges aber deutlich anspruchsvoller. Auch sehr schön. Bob der Baumeister und Lilifee verabschieden sich und klatschen sich mit den Drei ???, Yoda und der fabelhaften Miss Braitwhistle
Das kleine Fräulein Schlau hat nun am Wochenende diesen Sprung gemacht, sie ist sechs Jahre alt geworden. Schon fast erwachsen, wie sie findet. Sie will mal Wortforscherin werden, rechnet wie ein Weltmeister und zählt die Tage bis zu ihrer Einschulung. Dabei war es doch erst vorgestern, als sie in unserer alten Küche saß und voller Glückseeligkeit mit ihren zwei Zähnen in eine Scheibe Fleischwurst biss.
Der Geburtstag sollte wieder genauso bunt werden wie der fünfte. Und auch bitte wieder mit Regenbogentorte, wie im letzten Jahr. Gern mein Kind, auch wenn ich dafür bis nachts um eins am Backofen stehen musste, denn jeder der knallebunten Tortenböden möchte bitteschön extra gebacken werden. Das Rezept zur Torte findet ihr übrigens hier.
Das obligatorische Geburtstags-T-Shirt, dass ich am Tag zuvor noch mit meiner reizenden Büroassistentin Polly genäht habe (Schnitt Klein Fanö von Farbenmix, länger und ausgestellt), habe ich so schon lange mal nähen wollen. Ich finde, die Maxi Dots schreien förmlich nach einer Regenbogen-Applikation.
Heute für den Kindergartengeburtstag gab's den White Cake von Cynthia Barcomi
Und nachdem das kleine Fräulein neulich auch mal eine Karriere als Künstlerin in Erwägung gezogen hat (bloß das nicht!), möchte sie gern ihren Kindergeburtag in der Hamburger Kunsthalle feiern. Mon dieux, jetzt wird sie wirklich groß!
5. Februar 2013
Are you happy?
Heute wäre mein Papa 80 Jahre alt geworden. Ich vermisse ihn sehr.
Ich kann mich noch gut an seinen Geburtstag im letzten Jahr erinnern, den er schon im Hospiz feierte. Als ich die viereinhalb Stunden im Zug Richtung Hamburg fuhr, musste ich mich mit dem schmerzlichen Gedanken vertraut machen, dass es wohl das letzte Mal hätte sein können, dass ich ihn und er mich in die Arme nahm.
Ich hatte ein Bild im Kopf. Ich wollte etwas Fröhliches, Buntes machen. Etwas, das gegen die Traurigkeit kämpft. Und etwas, was ihn stolz gemacht hätte. Obwohl ich wusste, dass er es nicht mehr sehen würde.
Ich zeichnete eine große Blume und dachte an den Film „Die Wüste lebt“. Dachte daran, wie nach der großen Dürre und den Tragödien der Natur die Wüste zu neuem Leben erwacht. Aus Tod wird Leben. Der Kreislauf des Lebens. Das erste Muster nannte ich „Back to Life“. Später wurde daraus „After Rain“. Nachdem die Tränen getrocknet sein würden.
Es gelingt mir nicht immer, aus einer Krise neue Energie zu schöpfen. Manchmal sind die Dinge einfach zu verzwickt. Zu schmerzlich, um ihnen eine sonnige Seite, eine Chance für einen Neuanfang abzugewinnen. Aber macnhmal bekomme ich das hin. Vielleicht diesmal auch, weil ich weiß, dass mir mein Papa jetzt vielleicht von woanders über die Schulter schaut. Diese Welt ist nicht alles.
Meine neue Kollektion, auf die viele schon so sehnsüchtig warten, heißt Happy. Ganz einfach. Happy.
Es gibt so vieles, was uns Tag für Tag quält und plagt und uns in die Mühle des Alltags zieht und uns alle Kraft und Energie raubt. Und wenn es nur das Gejammer über das Wetter ist. Oder der Nachbar, der wieder auf dem falschen Parkplatz steht.
Aber eigentlich geht es uns so gut. Wir haben unsere Familien, unsere Freunde, unser täglich Brot. Und das nicht zu kanpp. Und wir haben ein wunderbares Hobby – das Nähen. Wir erschaffen Neues, bleibende Dinge, mit Geschichte und Erinnerung. Einzigartig. Und das macht uns doch eigentlich ganz schön glücklich, oder? Das Leben ist nicht schwarzweiß. Es hat ganz viele Facetten. Und nach jeder dunklen Farbe kommt auch wieder eine leuchtende, helle.
Auf Happy müsst ihr noch ein bisschen warten. Die Stoffe sind seit Januar im Vorverkauf – das heißt, Händler können die Stoffe bei Hilco ordern. Ausgeliefert werden sie vorraussichtlich Ende März bzw. Anfang April. Bis dahin ist noch viel Zeit, euch fröhlich zu machen. Zum Beispiel mit After Rain, Big Drops oder Mini Bizzi. Klingt ein bisschen wie Hulahoop, findet ihr nicht? Ich jedenfalls freue mich sehr darauf. Und mein Papa hätte sich bestimmt mitgefreut.
Ich kann mich noch gut an seinen Geburtstag im letzten Jahr erinnern, den er schon im Hospiz feierte. Als ich die viereinhalb Stunden im Zug Richtung Hamburg fuhr, musste ich mich mit dem schmerzlichen Gedanken vertraut machen, dass es wohl das letzte Mal hätte sein können, dass ich ihn und er mich in die Arme nahm.
Ich hatte ein Bild im Kopf. Ich wollte etwas Fröhliches, Buntes machen. Etwas, das gegen die Traurigkeit kämpft. Und etwas, was ihn stolz gemacht hätte. Obwohl ich wusste, dass er es nicht mehr sehen würde.
Ich zeichnete eine große Blume und dachte an den Film „Die Wüste lebt“. Dachte daran, wie nach der großen Dürre und den Tragödien der Natur die Wüste zu neuem Leben erwacht. Aus Tod wird Leben. Der Kreislauf des Lebens. Das erste Muster nannte ich „Back to Life“. Später wurde daraus „After Rain“. Nachdem die Tränen getrocknet sein würden.
Es gelingt mir nicht immer, aus einer Krise neue Energie zu schöpfen. Manchmal sind die Dinge einfach zu verzwickt. Zu schmerzlich, um ihnen eine sonnige Seite, eine Chance für einen Neuanfang abzugewinnen. Aber macnhmal bekomme ich das hin. Vielleicht diesmal auch, weil ich weiß, dass mir mein Papa jetzt vielleicht von woanders über die Schulter schaut. Diese Welt ist nicht alles.
Meine neue Kollektion, auf die viele schon so sehnsüchtig warten, heißt Happy. Ganz einfach. Happy.
Es gibt so vieles, was uns Tag für Tag quält und plagt und uns in die Mühle des Alltags zieht und uns alle Kraft und Energie raubt. Und wenn es nur das Gejammer über das Wetter ist. Oder der Nachbar, der wieder auf dem falschen Parkplatz steht.
Aber eigentlich geht es uns so gut. Wir haben unsere Familien, unsere Freunde, unser täglich Brot. Und das nicht zu kanpp. Und wir haben ein wunderbares Hobby – das Nähen. Wir erschaffen Neues, bleibende Dinge, mit Geschichte und Erinnerung. Einzigartig. Und das macht uns doch eigentlich ganz schön glücklich, oder? Das Leben ist nicht schwarzweiß. Es hat ganz viele Facetten. Und nach jeder dunklen Farbe kommt auch wieder eine leuchtende, helle.
Auf Happy müsst ihr noch ein bisschen warten. Die Stoffe sind seit Januar im Vorverkauf – das heißt, Händler können die Stoffe bei Hilco ordern. Ausgeliefert werden sie vorraussichtlich Ende März bzw. Anfang April. Bis dahin ist noch viel Zeit, euch fröhlich zu machen. Zum Beispiel mit After Rain, Big Drops oder Mini Bizzi. Klingt ein bisschen wie Hulahoop, findet ihr nicht? Ich jedenfalls freue mich sehr darauf. Und mein Papa hätte sich bestimmt mitgefreut.
30. Januar 2013
Liebe zum Detail: das Hotel Vier Jahreszeiten
Das Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg an der Binnenalster ist ohne Zweifel eines des schönsten Hotels in Hamburg. Von den Balkons der Alster-zugewandten Zimmer im 5. Obergeschoss hat man ein sagenhaftes Panorama, das von der Alster über den Rathausmarkt bis Richtung Hafen reicht.
Das Hotel, dass 1897 von seinem damaligen Besitzer Friedrich Haerlin aus einer Zwangsversteigerung gekauft wurde, hat eine bewegte Geschichte. Es überstand zwei Kriege, damit verbundene „Zweckentfremdung“, Verwüstung und kam aus jeder Krise gestärkter hervor. Es reiht sich heute in die Riege der führenden Luxushotels der Welt ein.
Dabei ist es immer hanseatisch-bodenständig geblieben. Protz und Prunk sind verpöhnt, Bodenständigkeit, Authentizität und Liebe zum Detail prägen seinen Stil und nirgendwo habe ich den Satz „Der Gast ist König“ so verinnerlicht gesehen, wie hier.
Für Frau Kännchen und mich war es ein ganz besonderes Highlight, hier zu wohnen – wann kommt man schon mal als Hamburger in den Genuss, in der Lieblingsstadt im Hotel zu nächtigen? Und dann auch noch im ersten Hotel am Platze seufz. Wir wären am Liebsten wach geblieben, um uns noch ein bisschen an der nächtlich beleuchteten Alster und Jungfernstieg zu ergötzen, hätten am Liebsten den Tag im bequemen Bett mit den vielen Kissen und seidenglatten Laken verbracht, ein bisschen in die Riesenglotze geguckt und uns zwischendurch mal einen Espresso an der zimmereigenen Kaffeemaschine gekocht.
Das Hotel verfügt über 9(!) Bars und Restaurants – von der kleinen Jahreszeiten Bar, in der die Barhocker stilecht mit Rolls-Royce-Sitzbezügen ausgestattet sind, über die gemütliche Condi Lounge bis hin zum Doc Cheng's im Untergeschoss, dass mit 14 Gault Millau Punkten dekoriert ist und ich mir am Liebsten sofort die grandiosen Lüster hätte einpacken lassen wollen.
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| Sitzklassiker in der Jahreszeiten Bar |
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| Schon früh besetzt und sogar Raucher dürfen: die Jahreszeiten Bar |
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| Oberklassen-Küche unter traumhafter Beleuchtung im Doc Cheng's |
Herr Zimmermann, der Marketing & Sales Manager des Hotels, wurde nicht müde, uns zu versichern, dass er uns gern während unserer drei Tage Aufenthalt durch alle Restaurationen hindurch bewirtet hätte, aber unser Programm sah das (leider) nicht vor. Aber der kleine Snack in der Condi Lounge und das sagenhafte Frühstücksbuffet mit Blick auf die Alster haben wir dafür in vollen Zügen genossen.
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| Kleine und große Snacks in der Condi Lounge |
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| Frühstück mit Alsterblick auf dem „Heuboden“ des Condi Café |
Das Hotel wurde vor wenigen Jahren umfassend renoviert und wir durften sogar einen Blick in die große Küche werfen. Wo in vielen Hotels die Großküchen ein eher klägliches Dasein hinter den Kulissen fristen, wurde selbst hier viel Wert auf hanseatische Schönheit gelegt: die schwarzweiß gekachelten Wände, die schöne Beleuchtung und die großen Wanduhren sind eine Wucht!
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| Schöner bekocht werden: sogar hinter den Kulissen sieht es lecker aus! |
Das Personal ist freundlich-unaufdringlich und liest einem jeden Wunsch von den Augen ab. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass immer jemand in meiner Nähe war. Ging die Aufzugtür mal nicht gleich auf, war sofort jemand zur Stelle. Hatte man Probleme mit dem Zimmerschlüssel (wie herrlich: hier gibt es noch richtige Schlüssel und keine doofen Karten!), stand schon wie aus dem Nichts eine helfende Hand zur Seite.
Ausnahmsweise wurde ich mal nicht mit großen Augen angesehen, als ich nach Kaffee mit Sojamilch fragte und für den Afternoon-Tea, den ich mir in einer unserer seltenen Pausen mit Frau Kännchen im gemütlichen Wohnzimmer mit Holzvertäfelung, plüschigen Sofas, dicken Kissen und knisterndem Kaminfeuer gönnte, durfte ich wählen zwischen laktosefreier Milch oder Sojamilch zum Tee. Dafür fiel die Wahl aus der Teekarte und den vielen Leckereien dazu viel schwerer.
Und überhaupt: von diesem Stündchen Teatime, dass so gediegen und englisch und kitschig und gepampert war, werde ich wohl noch lange zehren. Weiße gestärkte Servietten, Silberbesteck, Fine Bone China mit Hauswappen, klitzekleine Scones, luftig leicht mit Clotted Cream und der erdbeerigsten Marmelade, die es in diesem Universum gibt.
Und bitte, könnte nicht einer dieser freundlichen, rot bemantelten Herren am roten Teppich auch zu uns nach Hause kommen, sich um Auto, Gepäck und Einkaufstüten kümmern, während ich nur mein Handtäschchen ins Haus trage? Hach, was für ein Luxus...
Danke für dieses tolle Erlebnis!
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