Kurz entschlossen habe ich heute einen Ausflug in die große Stadt auf die Tagesordnungsliste geschoben. Besorgungen stand da auf der Liste und darunter Jerseynadeln (die extra-speziellen, die es nur in der Langen Reihe gibt und die die Heilsverkündung für meine anhaltenden Ovi-Probleme sein sollen), Avalon-Dings-Folie (die wiederum gerade Coverlock-Nähte garantieren sollte), *** bei Frau Kännchen abholen (sehr geheim, leider!). Eigentlich übersichtlich, oder? Lasse mich keiner raus aus Suburbia – wehe, wehe dem Portemonnaie...
Der erste außerplanmäßige Stop kam schon nach wenigen Kilometern an der großen Kreuzung vor unserem Baumarkt, wo mich diese Dosen von einem Plakat aus anschrien: Halt, mitnehmen! Ich habe ein Herz für Dosen. Muss ich mehr sagen? Ja, muss ich. Nämlich, dass der Baumarkt in Suburbia ein gerade zu außergewöhnlich geschmackvolles Sortiment an skandinavischem Deko-Schnickes hat, man dort Blech-Kisten von House Doctor findet und die Gartenmöbel (und Pflanzgefäße und überhaupt) einfach zum Niederknien sind. Insofern bin ich mit meinen drei Kisten und drei Rollen cheap-and-chearful-Geschenkpapier (siehe weiter unten) noch mal glimpflich davon gekommen.

Bevor ich Frau Kännchen aufsuchen konnte, die derweil noch mit der Rehkönigin bei Brezn und Leberkaswecken klönte, machte ich noch einen Stopp bei Charlottas. Ich musste dringend wegen spannender und eiliger Projekte meinen Vorrat an Webbändern auffüllen. Vor allem das mittlere Band von Suse brauche ich möglicher Weise ziemlich dringend. Schnell noch eine Ottobre ins Gepäck und weiter zu Frau Kännchen, die sich schon vor der Tür mit Ihren Minimonstern versammelt hatte. Aber nicht wegen mir, sondern wohl eher wegen dem vorangegangenen Schulschluss. Oder so ähnlich.

Eigentlich hätte ich dann schnurstraks den Weg nach St. Georg einschlagen können/sollen. Aber da fiel mir ein, dass ich kürzlich ein sehr nettes E-Mail aus Altona bekommen habe. Der Tag war ohnehin schon angebrochen und von Eimsbüttel nach Altona ist es definitiv nicht so weit, wie von Suburbia nach Altona. Eine Gelegenheit sozusagen. Sprach ich zu mir selbst und bog (fast automatisch, einem inneren Drang folgend) rechts statt links ab. Na, raten Sie mal?

Mein Portemonnaie, ich erwähnte es schon? Armes Ding. Dann bin ich nämlich plötzlich im Stoffparadies gelandet. Bei Frau Tulpe. Hach! Zum arm werden. Und die sind so nett da. Bislang hatte ich es erfolgreich vermieden, den langen Weg dorthin auf mich zu nehmen. Am Eröffnungstag war ich schon kurz davor, habe aber dann bei Dauerregen, Parkplatzmangel und maulenden Mitfahrern gerade noch mal die Kurve gekratzt. Zu spät, jetzt bin ich infiziert. Stoffschätzchen so weit das Auge reicht. Sehr zurückhaltend habe ich mich für die zwei rot-retro-gemusterten (Bio-)Baumwollstöffchen aus ihrer eigenen Kollektion und einem lila Jersey entschieden, all die anderen schönen Japandrucke und Konsorten links liegen lassen, bei den Dancing Amigos zwei Augen zugedrückt und konnte gerade noch an der breiten Zackenlitze (sogar in gold!) vorbeigehen, als mich die türkisfarbene Bommelborte ansprang und mich auch noch die CUT zum Mitfahren per Anhalter nötigte.
Merken Sie es? Ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade mal einen Punkt auf meiner Liste abgehakt!
Der Rest ist aber schnell erzählt. Ab nach St. Georg, keine Zeit für Verabredungen (dabei verabrede ich mich so gerne da) und dort erst mal den leeren Magen mit einem leckeren Lammcurry beim Café Gnosa beruhigt. Dorthin begleiteten mich nur zwei kurzweilige Zeitschriften. Der Besorgungsausflug hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon zu einer echten Luxus-Unternehmung gemausert. Wann hat man das schon mal? Außerplanmäßiges Shopping, ein leckeres, warmes Mittagessen, dass einem sogar am Tisch serviert wird, und keine kleinen Menschen links und rechts, die mit dem Messer in der Luft fuchteln, ihre Lebensfreude in Lautstärke ausdrücken und die Apfelschorle über den Tisch gießen. Und vor der Tür das Auto voller Schätze.
Klar, die Jerseynadeln (über deren Wunderwirkung ich eher skeptisch bin) und die Avalon-Dings-Folie habe ich natürlich auch noch schnell besorgt, war ja quasi umme Ecke.
























































