6. Juni 2008

Holleri dudödel di

Um an „unverseuchte“ Hollunderblüten in der schönsten Stadt der Welt zu kommen muss man entweder weit raus fahren oder einem schönen Hollerstrauch in einem versteckten Hinterhof begegnen, umschlossen von hohen Häuserwänden, abgeschirmt von stinkenden Autos, streunenden Katzen und pieselnden Hunden. Wie mir gestern geschehen. Und weil man Gelegenheiten nutzen muss, habe ich mich gleich im Schutz der aufkommenden Dämmerung mit Schere und Tüte bewaffnet und zugeschlagen. Äh... abgeschnitten.

Hollerblütensirup ist was wunderbares. Konservierter Frühlingsduft sozusagen. Gute Laune in Flaschen. Und universell einsetzbar. Verdünnt mit Apfelsaft, Wasser und Eiswürfeln macht es Kinder glücklich, verdünnt mit eisgekühltem Prosecco macht es ein Schalalagefühl bei großen Leuten und als Mitbringsel bei einer Einladung macht es einfach nur Eindruck (Was,  selbstgemacht?)

Also, was red' ich lange. Man braucht: 30 Hollerblüten, 1,5 l Wasser, 1,5 kg Zucker, 2 TL Vitamin C (aus der Apotheke), 1 unbehandelte Zitrone in Scheiben geschnitten (am Besten Bio). Das Wasser und den Zucker aufkochen, die restlichen Zutaten dazugeben und 30 Minuten bei schwacher Hitze ziehen lassen. Den Sud durch ein feines Tuch (in ein Sieb gelegt) gießen, in heiß ausgespülte Flaschen abfüllen und sofort gut verschließen. Wird der Sirup kühl und dunkel gelagert, hält er bis zu 8 Monaten.

Noch ein Tipp: obwohl sich in Hollerblüten fast IMMER irgendwelche Tierchen tummeln (die riechen einfach so fein), die Blüten nicht waschen, sonst gehen die ganzen Blütenblätter samt dem leckeren Geschmack und Duft ab in den Gulli. Deshalb die großen Tierchen rauspflücken, Augen zu und ab in den Topf. Vom Sirup braucht man immer nur ganz, ganz wenig – der Geschmack ist sooo intensiv. Eisgekühlt, mit einem Schuss Zitronensaft und Wasser aufgegossen, schmeckt mir das am Besten.

Wer das noch in dieser Saison ausprobieren will, muss sich sputen. Die Blüten sind jetzt optimal (zumindest hier in diesen Breitengraden). Nach dem nächsten Regenschauer kann's schon vorbei sein.

Und so gülden leuchtet er dann in der Abendsonne ;-).  

Kommentare:

  1. Eine schöne Idee! Ich sehe, Du hast auch so ein handgeschriebenes Kochbuch :o) Selbstgemachte Mitbringsel sind am Schönsten, finde ich!
    LG von Caro

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  2. Kann mich Caro nur anschließen!

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  3. oh, das hört sich gut an und die photos sehen toll aus!
    mirjam

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  4. Hallo!

    Ich liebe Holunder!

    Ich wollte das schon soooo lange mal machen. Wir hatten auch im Garten unserer letzten Wohnung einen Holunderstrauch. Aber ich habe es nie geschafft :(

    Na mal schauen, ob es dieses Jahr klappt!

    Darf ich Dich wohl verlinken?

    Liebe Grüße
    Sonja

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  5. Moin!
    Na, da muss ich mich wohl auch beeilen... das hört sich lecker an, und sieht auch lecker aus... also ran an den Speck, bzw. ran an die Blüten!!! Vielen Dank für die tolle Idee!
    Viele Grüße aus dem südlichen S.-H., so ca 30 km vor den Toren Deiner Stadt!
    Viele Grüße, Svenja
    P.S. Würde Dich auch gern verlinken, wenn Du nichts dagegen hast!

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  6. Verlinken? Gerne! Ich hab‘ generell nichts gegen Mitleser ;-)!

    Wir haben heute übrigens schon den ganzen Tag selbstgemachte „Limo“ getrunken. Läääääääcker!!

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  7. Ach toll! Ich hab gerade gestern beim Spazierengehen gedacht, dass ich das mal wieder machen müsste und gegrübelt wo ich wohl das Rezept gelassen habe. Vielen Dank dafür! Und deine Fotos sehen wirklich toll aus... alle!

    Ich muss ne ganze Menge nachholen... du warst ja so fleißig!

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  8. Ich habe keine Holunderblüten mehr bekommen :(

    *jammer*

    Zwei Sträucher habe ich gesehen, aber die waren in Privatgärten :(

    Liebe Grüße
    Sonja

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  9. @ sonja: Oh wie schade, keinen einzigen, draußen vor der Stadt irgendwo am Acker?

    Dann musst du dir's eben gleich mal für's nächste Jahr vormerken und schon mal auf Hollerbusch-Suche gehen!

    LG,
    Susa

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  10. boa, habe eben auch welchen angesetzt. in meinem rezept steht aber was von zwei tage in der sonne stehen lassen. völlig verwirrt und hoffend, dass das hier was wird.
    lg
    christine

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