16. August 2012

Rainy Cornwall (Lesetipps inklusive)

Man kann eigentlich nicht sagen, dass das Wetter in unserem England-Urlaub langweilig war. Schenkte man der Wettervorhersage Glauben, hatten wir sogar ziemlich abwechslungsreiches Wetter. Kleine Kostprobe gefällig?

Wir hatten light dizzle, moderate rain, light rain, shower (sowieso, jeden Morgen!), patchy rain, heavy rain with thunder, rain shower, moderaten rain with thunder, pouring rain, rainstorm, downpour. Manchmal hat es auch cats and dogs geregnet, aber das haben sie vergessen vorherzusagen.

Hätte das abwechslungsreiche Wetter nicht irgendwann massiv auf's Gemüt geschlagen, würde ich sagen... Cornwall ist selbst bei Regen wunderschön. Sieht man nämlich genau hin, perlten sich die Regentropfen (besonders die von light dizzle) wundervoll auf Blüten und Blättern. Die grauen Granitstein-Häuser sahen bei dramatischem Gewitterhimmel (moderate rain with thunder) aus, als würden wir uns mitten in einem spannenden Krimi befinden und Miss Marple würde gleich um die Ecke kommen. Mr. Stringer natürlich dicht auf ihren Versen.




St. Ives hatte auch bei Regenwetter (patchy rain, leider) seinen ganz besonderen Charme. Ein bisschen verschroben, die kleinen Boote dümpelten schlecht gelaunt, von ihren Besitzern schmählich versetzt im Hafen, aber dennoch liebenswert. Immer eine gute Gelegenheit, sich ein gemütliches Café zu suchen und bei Cornish Cream Tea das Wetter durch die Scheibe zu genießen. Schont Kleidung, Portemonnaie (man verzichtet auf kostspielige Shopping-Ausflüge) und die Gesundheit (man bekommt garantiert keinen schädlichen Sonnenbrand).


Ok, man muss schon ein echter Zweck-Optimist sein, um seinen Tea auch bei moderate rain auf der Terrasse zu genießen. Zugegeben, der Blick auf's Meer ist natürlich schöner als von drinnen. Aber mit dieser Art von Optimismus scheinen die Briten schon genetisch ausgestattet zu sein.






Was man aber bei Regen ganz wunderbar machen kann, ist lesen. Ich habe schon lange nicht mehr soviele Bücher gelesen wie in diesem Urlaub. Zum Glück hatte ich vorher noch meine persönliche Leseberaterin Frau Kännchen befragt. Ich mochte alle Bücher, manche habe ich innerhalb von zwei Tagen geradezu inhaliert. Nicht, weil sie so kurz waren, sondern weil sie mich so in ihren Bann gezogen haben.

Da war allen voran Lucian– eigentlich ein Jugendbuch. Aber die Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich nicht aufhören konnte. Danch habe ich mir zuhause gleich noch Whisperzugelegt. Das Buch ist auch von Isabel Abedi, aber von der Handlung ganz anders. Es war auch sehr spannend und gut zu lesen, aber kann Lucian meiner Meinung nach nicht ganz das Wasser reichen.

Die dreizehnte Geschichtehabe ich ebenfalls verschlungen. Ich mag Geschichten, die in der Vergangenheit spielen oder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springen. Eine fesselnde Geschichte über die bewegte Vergangenheit einer brühmten Autorin und der Suche nach der Wahrheit.

Tschick hat wie ich finde durchaus das Potential, ein ähnlicher Klassiker zu werden wie Der Fänger im Roggen. Lustig und wehmütig zugleich hat es mich sehr an meine Jugend erinnert. Mit all den Irrungen und Verwirrungen, dem Suchen und Finden und dem total komlizierten Leben während und nach der Pubertät. Großartig!

Wasser für die Elefantenfand ich schön, aber es hat mich nicht so gefesselt wie die anderen Bücher. Es liest sich flüssig und ist gute Unterhaltung. Mehr war es für mich aber nicht.

Nach Lucian und Whisper hatte ich eigentlich beschlossen, wieder mal ein Buch für „Erwachsene“ zu lesen. Und dann hielt ich auf einmal Zeitenzauber: Die magische Gondelin der Hand. Um es gleich vorweg zu nehmen: es ist wieder so ein „All Age“-Roman – also eigentlch für Jugendliche. Aber ich bin ja jung geblieben lach. Ein tolles Buch. Liest sich wie geschnitten Brot und hatte alles, was ich mag. Erzählt wird die Geschichte von Anna, die quasi aus Versehen in die Vergangenheit reist. So landet sie im Venedig des 15. Jahrhunderts und hat auch noch einen Auftrag auszuführen, bevor sie wieder in die Gegenwart zurückreisen darf. Spannend und kurzweilig erzählt, es kommt garantiert keine Langeweile auf. Vorsichtshalber habe ich schonmal gegoogelt, ob es noch eine Fortsetzung geben wird und mit Erleichterung festgestellt, dass es sogar zwei Fortsetzungsromane geben soll. Nun denn, ich warte gespannt und lese einfach weiter, denn ich genieße ihn, diesen Lese-Flow.

Auch für meinen kleinen Selberlese-Muffel hatten wir scheinbar das richtige dabei: Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt!. Mein kleine Glücksritter lässt sich ja viiiiel lieber vorlesen. Egal ob von Mama, Papa oder Oma. Gerne auch von einem Hörbuchsprecher. Aber Selberlesen findet er total wahnsinnig viel zu anstrengend.

Greg's Tagebuch hat ein kleines Wunder vollbracht. Die flapsige Sprache und die vielen kleinen Zeichnungen im Comicstil auf jeder Seite (die einem vorallem schnelles Vorankommen suggerieren) haben es ihm scheinbar angetan. Buch Nummer zwei (Gregs Tagebuch 2 - Gibt's Probleme?) liegt schon parat. Solltet ihr auch einen kleinen Lesemuffel zuhause haben, kann ich euch Greg und seine skurrilen Schulfreunde nur wärmstens ans Herz legen.

So, nun genug über gute Geschichten und schlechtes Wetter geredet. Im Norden macht der Sommer gerade mal wieder eine Pause. Dichte Bewölkung und vereinzelt Schauer klingt leider nur halb so spannend wie light dizzle. Dann widme ich mich lieber dem nächsten Buch, dass ich hier liegen habe. Zwei an einem Tag. Mag ich schon mal sehr, obwohl ich erst bei der Hälfte bin.

13. August 2012

Krautsand


Ja, richtig gelesen – Krautsand! Die Elbinsel Krautsand ist eigentlich eher eine ehemalige Elbinsel, denn mittlerweile hat sie sich so weit ans Festland angeschmiegt, dass man sie kaum mehr als Insel bezeichnen kann. Lediglich ein schmaler Streifen Süderelbe trennt die Insel noch vom Festland.

Am Wochenende, als wir sowieso im Alten Land unterwegs waren, haben wir mal einen kleinen Abstecher gewagt.


Hinter dem Deich, der nach einer schweren Sturmflut entstand, liegt ein ruhiger, 4 km langer Sandstrand, an dem man baden, Drachen steigen lassen oder einfach nur dicke Pötte beobachten kann, die die Elbe rauf und runter ziehen und deren Bugwellen erst Minuten später an den Strand rollen.





Ein herrliches Plätzen so vor den Toren der schönen Stadt am Wasser, mit ganz viel Himmel.


Zurück ging es im Abendsonnenschein mit der Elbfähre von Wischhafen nach Glückstadt, das übrigens auch einen Abstecher wert ist!



Dabei musste ich gestern immer an dieses wunderschöne Bilderbuch denken: Baby Dronte. Es erzählt die Geschichte von Käptn Lüttich und seinen Mannen, die nach einem Zusammenstoß auf der Elbe mit ihrem Schlepper „Krautsand“ ziemlich klamm sind und dringen ein paar Kröten für die Instandsetzung des selbigen bräuchten. Da scheint der Fund von einem Ei gerade recht zu kommen, aus dem ein Dronte-Baby schlüpft. Dronte oder Dodos waren lustige und zutrauliche Vögel, die auf Mauritius lebten und von Seefahrern schon vor 300 Jahren ausgerottet wurden.

Aber in dieser drollig erzählten Geschichte von Käptn Lüttich und seiner brummigen aber liebenswerten Besatzung siegt Herz und Freundschaft über Geld und Baby Dronte muss sein Dasein fortan nicht in einem Zoo fristen. Meine Kinder lieben dieses Buch und auch das kleine Filmchen aus der „Sendung mit der Maus“.

10. August 2012

Kleines Kragenlatein – 3. Teil


Nachdem sich mein erstes Halsbündchen-Tutorial und auch die Ergänzung dazu ungebrochener Beliebtheit erfreut, habe ich heute ein weiteres für euch!

Schon lange schiele ich auf diese hübschen, schmalen Halsbündchen, wie sie z.B. an Småfolk-T-Shirts zu finden sind. Oder auch an Babybodys, Mädchenshirts vom Klamottenschweden, etc.. Ich dachte immer, sowas kann man nur mit einer schicken Covermaschine, die entweder einen elastischen Geradstich oder zumindest einen sehr schmalen Zweireiher nähen kann. Also nicht, dass ich nicht eine schicke (Kombi-)Cover-Maschine besitzen würde, die sowas beherrscht. Theoretisch zumindest. Oder besser gesagt, sie beherrscht es nur theoretisch. Praktisch allenfalls auf hübsch geraden, allenfalls zweilagigen Musterstückchen. Aber sobald es an den Kragen geht, näht sie nur noch Mist. Blöde Zicke.

9. August 2012

„Dingdong,...


Ihre Sommerpause ist beendet, kehren Sie bitte unverzüglich an Ihren Schreibtisch zurück!“

Och nöö, jetzt schon? Die Ferien hatten doch eben erst angefangen?

Unsere Ferien waren ungefähr so schnell vorbei wie der Sommer im Norden: kaum haben sie begonnen, waren sie ratzfatz vorbei. Die Sonnentage konnten wir zählen, denn es waren nicht viele. Irgendwie hatte ich mir diese Ferien ganz anders vorgestellt, aber schön waren sie trotzdem. Oder gerade weil sie so anders waren.

Das kleine Volk sollte und wollte nämlich eigentlich nach unserem verrgneten Ausflug ins Königreich ganz schnell wieder zur Arbeit – in Kita und Hort. Aber irgendwie hatten sie keine Lust, wollten lieber zuhause bleiben, lange schlafen und einfach nur spielen. Was zur Folge hatte, dass meine Arbeit komplett brach lag. Das schlechte Gewissen allerdings gilt allein all den unbeantworteten E-Mails zu dieser Zeit. Ich bitte also um Generalvergebung! Und ich bin schon dabei, mich durch die Berge an Fragen und Anmerkungen zu wühlen, ehrlich!

Die freie Zeit haben wir in vollen Zügen genossen. Die wenigen Sonnentage haben wir oft ganz kurzentschlossen am Meer verbracht, ist ja nicht weit von hier. Ich habe Berge von Büchern gelesen, während der Regentage saßen meine Knirpse stundenlang vor dem Radio oder mit Kopfhörern auf dem Sofa und haben neue und alte Geschichten gehört – herrlich! Einige davon muss ich euch demnächst unbedingt vorstellen.

Wir haben uns den Wind um die Nase wehen lassen und an Nord- und Ostsee die Wellen erobert, neue Sehnsüchte geweckt, olle Kröten gerettet, den Zehenspitzen die Sonne gezeigt. Abschied genommen, Freunde begrüßt, alle Viere gerade sein lassen, den Himmel eingeatmet, der manchmal doch so wunderbar schön und blau und gold zugleich war.

So war unser Sommer.


















Bestimmt gibt es jetzt wieder öfter was Neues im Blog zu sehen. Irgendwann muss ja das Lotterleben mal ein Ende haben. Dabei war es schon sehr schön...
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