Wenn man im Alltag nicht mal gerade als Katastrophen-Experte, Krisen-Notdienst oder Chaos-Manager im Einsatz ist, muss man sich unbedingt kleine Inseln schaffen. Fernab von niemals endenden Wäschebergen, kleinen Rotznasen und zu verarbeitenden Stoffbergen. Dafür ist oft gar keine weite Reise durch das Alltagsmeer von Nöten.
Manchmal reichen ein paar E-Mails, einige Kilometer mit Auto oder Bahn – rein in die City, raus aus dem Alltag. Das bedeutet für mich echten Luxus, dafür muss ich mir Zeit nehmen. Die hab ich nämlich nicht einfach übrig.
Zum Glück gibt es immer auch Freundinnen, die sich die Zeit nehmen, gern auch ein paar Kilometer mehr in Kauf nehmen. Das kann dann auch mal einige Monate dauern, bis man sich wieder sieht. Aber es gilt das Jetzt und wir genießen jeden Augenblick.
Lust auf einen kleinen, feinen Tag in meiner Lieblingsstadt?
Dann macht's wie wir, gestern. Mit der U-Bahn bis Eppendorfer Baum, dann unter der Hochbahn entlang Richtung Klosterallee laufen. Heute tummeln sich da auf einer Länge von ca. einem Kilometer viele Menschen auf Europas längstem Freiluft-Wochenmarkt. Falls ihr also mit dem Auto kommen wollt, könnt ihr Dienstag und Freitag schon mal abhaken – Parkplatzsuche aussichtslos!
Aber wir waren da ja gestern und wir hatten allen Platz der Welt.
Dann erst mal ein köstliches Frühstück zu dritt im TH2 – kann ich das bitte heute nochmal haben? Ach nee, heute bin ich ja wieder auf rauher See.
Weiter geht's in Die Wäscherei. Meine Freundin hat sich getrennt. Von ihrem Mann, von ihren Möbeln, von ihrem alten Leben. und genießt das neue in vollen Zügen. Sie ist so fröhlich, dass es ansteckend ist. Wir gehen dahin, wo es bunt ist, wo man genau das richtige findet, um sich mit fröhlichen Dingen zu umgeben.
Das skurrile dabei ist, dass sich dieser Ort in einem der merkwürdigsten Stadteile Hamburgs überhaupt befindet – in der City Nord. Dieser Stadtteil wurde in den 60er Jahren konstruiert und ist ein Sammelsurium von Beton-Dinosauriern. Biegt man ein in das „System von mehreren zentralen Orten für Dienstleistungs- und Versorgungseinrichtungen“, fühlt man sich augenblicklich wie in einem Sci-Fi-Streifen mit schlechtem Ausgang und noch schlechteren Special-Effects.
Die Fotos auf dem Bosch-Blog veranschaulichen ganz gut diesen merkwürdigen Ort, der mangels Wohnhäusern abends einer Geisterstadt gleicht.
Wir allerdings wollten ja bunt und biegen deshalb in den Mexikoring, wo Die Wäscherei seit einiger Zeit in einem dieser runtergekommenen Geschäftshaus-Riesen ihr neues Lager aufgeschlagen hat.
Dort gibt es nicht nur Möbel, Lampen und Wohn-Accessoires, sondern auch bunte Ankersocken, hübsche Taschen...
... geometrisch gemusterte Gummischuhe für... den Garten?
Aber auch knallbunte Gartenmöbel auf der Terrasse, die in dieser Betonwüste aussehen, wie Fatamorganas in der Sahara.
Wir durchstreifen Stockwerk für Stockwerk und lassen uns von den Farben berauschen.
Für alle Geschmäcker ist was dabei. Schlicht, modern, opulent, verspielt, barock, klassisch, bunt, gemustert, uni.
Aber auf jeden Fall ziemlich abgefahren.
Klaro, Frau Hahaell hat auch ein bisschen geshoppt. Zum Beispiel eine Fußmatte im Londoner Gullideckel-Look.
Oder ein neues iPhone-Cover und eine bunte Plastik-Uhr. Mädchenspielzeug eben. Wie die bunten Neon-Armbänder in meine Tasche geraten sind, weiß ich gar nicht genau. Frau Kännchen, haben Sie da was damit zu tun?
Später sind wir noch in die Marsbar nach Eppendorf gefahren, haben uns bei einem Caesar-Salad noch ein bisschen den Wind durch die Haar wehen lassen und sind danach langsam aber glücklich mit hübschen Dingen im Gepäck und einem wohlig warmen Gefühl im Bauch wieder in See gestochen.
Wer übrigens am Wochenende einen Ausflug nach Hamburg plant – da hat man schon tagsüber das totale Geisterstadt-Feeling in der City Nord und Die Wäscherei hat an diesem Wochenende auch sonntags geöffnet!
15. Juni 2012
12. Juni 2012
12 von 12 (Juni)
Guten Morgen, schon wieder der 12.? Erst mal einen passenden Frühstückstee aussuchen. Da kann Harry mir bei der schweren Entscheidung leider auch nicht helfen. (Übrigens habe ich mich dann doch für Kaffee entschieden. Tee kommt später noch.)
Regenwetter. Ist mir doch egal. Wie lange soll ich denn noch warten, bis ich offene Schuhe anziehen kann? Außerdem sehen die Glitzerpunkte auf meinen Schuhen aus wie funkelnde Regentropfen. Passt doch?
Nachdem das Frühstück verräumt, die Spülmaschine geleert und wieder gefüllt, die Waschmaschine und der Trockner gefüttert, das Geschirr gepült und das latente Chaos einigermaßen in Zaum gehalten ist, darf ich in die Untiefen des Supermarktparkhauses abtauchen.
Woran erkennt man eigentlich, dass der 12. ist? Daran, dass Frau Hahaell im Parkaus auf dem Boden kniet, die Erdbeeren in der Auslage fotografiert und sich ihre Einkäufe nach System in der (natürlich selbstgenähten) Tasche arrangiert. Blogger eben...
Schneckenwetter, genau wie in der City. Ob diese hier wohl gerade auf dem Weg zu ihrer Freundin in Eimsbüttel war?
Aus meiner Einkaufstasche kullern „Wild Wonders“. Sind nicht nur unheimlich fotogen für so einen 12. sondern schmecken auch noch besonders aromatisch. Aber vorallem sind sie hübsch.
Außerdem noch ein bisschen bunt für drinnen. Muss man ja schon fast das Licht anschalten pfff.
Give love, give laugh!
Ansonsten verbringe ich den Vormittag mit dem Verarbeiten von geheimen Geheimnissen. Seeeehr cool, soviel kann ich schon mal verraten.
Keine Zeit zum Kochen, die Küche bleibt kalt. Aber dank der morgentlichen Einkäufe macht mich der Kühlschrank heute auf jeden Fall satt.
Zwischendurch klingelt der Postmann. Nein, sagt jetzt besser nichts.
(Also bitte, ich hatte ja gesagt, ich möchte wieder einen Hund!)
Dann kommt der stressige Teil des Tages. Ich muss mich nämlich klonen, wie jeden Dienstag. Pünktlich um 16 Uhr im Hort sein und gleichzeitig um 16 Uhr das kleine Fräulein vom Tanzen abholen. Nein, Hort und Tanzschule liegen nicht zufällig in der gleichen Straße. Aber wie jeden Dienstag gelingt mir das irgendwie. Me, Wonder Woman.
Diesmal komme ich gleich mit vier Kindern zu Hause an, wo kommen die plötzlich alle her? Alle wollen gleichzeitig essen, trinken, was von oben holen, in den Garten gehen, diese oder jene Tür aufgeschlossen bekommen, Mama, Klopapier ist aaaaaalle!, kannst du mal, können wir gleich...
Ich brauche dringend eine Pause. Gut, es ist sowieso 17 Uhr. Na? Teatime, genau! Wie gut, dass ich heute morgen endlich mal wieder meine Lieblingskekse gefunden habe. Earl Grey und Pekan Toffee Cookies, omnomnom.
Die Pause ist aber so kurz, dass ich den Tee stehen lasse und vergesse, bis er kalt ist. Die Meute hat Hunger. Inzwischen sind es schon fünf Kinder, die haben alle Hunger. Schnell mal eine große Portion Milchreis kochen mit Zimt und Zucker. Zum Glück finden das alle lecker. Für mich bleibt leider nichts übrig.
Außer die zwei großen Tüten Faltwäsche, die ich mir heute irgendwann zwischen geheimen Geheimnissen, Schneckenbeobachten und Kinder kutschieren aus meinem Hobbykeller aka Waschküche mit nach oben gebracht habe. Soll ja nicht noch Langeweile aufkommen an diesem 12. Juni.
Danke für's Gucken! Mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Frau Kännchen!
Regenwetter. Ist mir doch egal. Wie lange soll ich denn noch warten, bis ich offene Schuhe anziehen kann? Außerdem sehen die Glitzerpunkte auf meinen Schuhen aus wie funkelnde Regentropfen. Passt doch?
Nachdem das Frühstück verräumt, die Spülmaschine geleert und wieder gefüllt, die Waschmaschine und der Trockner gefüttert, das Geschirr gepült und das latente Chaos einigermaßen in Zaum gehalten ist, darf ich in die Untiefen des Supermarktparkhauses abtauchen.
Woran erkennt man eigentlich, dass der 12. ist? Daran, dass Frau Hahaell im Parkaus auf dem Boden kniet, die Erdbeeren in der Auslage fotografiert und sich ihre Einkäufe nach System in der (natürlich selbstgenähten) Tasche arrangiert. Blogger eben...
Schneckenwetter, genau wie in der City. Ob diese hier wohl gerade auf dem Weg zu ihrer Freundin in Eimsbüttel war?
Aus meiner Einkaufstasche kullern „Wild Wonders“. Sind nicht nur unheimlich fotogen für so einen 12. sondern schmecken auch noch besonders aromatisch. Aber vorallem sind sie hübsch.
Außerdem noch ein bisschen bunt für drinnen. Muss man ja schon fast das Licht anschalten pfff.
Give love, give laugh!
Ansonsten verbringe ich den Vormittag mit dem Verarbeiten von geheimen Geheimnissen. Seeeehr cool, soviel kann ich schon mal verraten.
Keine Zeit zum Kochen, die Küche bleibt kalt. Aber dank der morgentlichen Einkäufe macht mich der Kühlschrank heute auf jeden Fall satt.
Zwischendurch klingelt der Postmann. Nein, sagt jetzt besser nichts.
(Also bitte, ich hatte ja gesagt, ich möchte wieder einen Hund!)
Dann kommt der stressige Teil des Tages. Ich muss mich nämlich klonen, wie jeden Dienstag. Pünktlich um 16 Uhr im Hort sein und gleichzeitig um 16 Uhr das kleine Fräulein vom Tanzen abholen. Nein, Hort und Tanzschule liegen nicht zufällig in der gleichen Straße. Aber wie jeden Dienstag gelingt mir das irgendwie. Me, Wonder Woman.
Diesmal komme ich gleich mit vier Kindern zu Hause an, wo kommen die plötzlich alle her? Alle wollen gleichzeitig essen, trinken, was von oben holen, in den Garten gehen, diese oder jene Tür aufgeschlossen bekommen, Mama, Klopapier ist aaaaaalle!, kannst du mal, können wir gleich...
Ich brauche dringend eine Pause. Gut, es ist sowieso 17 Uhr. Na? Teatime, genau! Wie gut, dass ich heute morgen endlich mal wieder meine Lieblingskekse gefunden habe. Earl Grey und Pekan Toffee Cookies, omnomnom.
Die Pause ist aber so kurz, dass ich den Tee stehen lasse und vergesse, bis er kalt ist. Die Meute hat Hunger. Inzwischen sind es schon fünf Kinder, die haben alle Hunger. Schnell mal eine große Portion Milchreis kochen mit Zimt und Zucker. Zum Glück finden das alle lecker. Für mich bleibt leider nichts übrig.
Außer die zwei großen Tüten Faltwäsche, die ich mir heute irgendwann zwischen geheimen Geheimnissen, Schneckenbeobachten und Kinder kutschieren aus meinem Hobbykeller aka Waschküche mit nach oben gebracht habe. Soll ja nicht noch Langeweile aufkommen an diesem 12. Juni.
Danke für's Gucken! Mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Frau Kännchen!
| Kurz gesagt: |
7. Juni 2012
Ma Petite
Hach, das hatte ich ganz vergessen. So schöne Bilder sind das geworden von meinem kleinen Fräulein Schlau. So süß wie sie selbst. Und obwohl ich mit Stolz beobachte, wie sich meine beiden Goldstücke entwickeln, wird mir immer ganz wehmütig ums Herz, wenn jeden Tag ein bisschen mehr „kleines Kind“ verloren geht.
Seit gestern hat das kleine Fräulein einen Wackelzahn. Noch Fragen? Ich brauche nicht zu erwähnen, dass sie vor Stolz fast platzt, oder? Ich schätze, wir müssen bald einen Schulranzen kaufen...
Schnitt: Tunikabluse Hannah mit elastischem Bündchenabschluss – auch unten. Stoff: Dutch Love Blossom. Trägt sich ein bisschen wie ein lässiges Shirt.
| Kurz gesagt: |
6. Juni 2012
Frottee-Fieber, unheilbar
Wie schön, dass euch meine heißen H*schen gestern so gut gefallen haben! Ich bin schon auf eure kleinen (und großen) Hot Pants gespannt!
Kristina meinte in ihrem Kommentar, dass sie sich gar nicht so recht vorstellen konnte, was man mit Frottee alles anstellen kann. Da musste ich mal kurz schmunzeln, als ich das gelesen habe. Ich bin nämlich schwer am Frottee-Fieber erkrankt, Heilungschancen ungewiss.
Meine Frottee-Nähliste reicht ungefähr bis Weihnachten, vermutlich muss ich Jahreszeiten-bedingt irgendwann auf Nicki umswitchen. Fast alles was man aus Frottee nähen kann, kann man übrigens auch aus Nicki nähen – Bademäntel inbegriffen.
Ich zeige euch mal noch ein paar hübsche Frottee-Schnittchen der letzten Tage: hier eine süße Matrosen-Kombi für eine lütte Deern. Shirt und Hose sind aus der Ottobre 3/2011. In den Dreiviertelarm muss sie allerdings noch reinwachesen.
Das Höschen ist aus dunkelblauem Daisy-Frottee.
Außerdem habe ich endlich die geplanten Strandkleider aus Kleeherzen-Frottee für zwei junge Damen fertig genäht, die demnächst ihre Füße in die kalte Nordsee stecken werden. Und da an der Waterkant immer gern mal eine steife Brise weht, mussten es zwei Kapuzenkuschelkleider sein. Da würde ich am Liebsten selbst gern reinschlüpfen.
Den Schnitt habe ich ebenfalls aus einem Ottobre-Schnitt gebastelt. Es ist der Kapuzenpulli aus Ausgabe 4/2009. Einfach verlängert und leicht ausgestellt – zack hat man ein Kleid daraus gemacht. Das geht übrigens aus fast allen Pulli- oder T-Shirt-Schnittmustern!
So ein schicker Einfassstreifen funktioniert übrigens auch, wenn man eine Kapuze nicht immer füttern möchte!
Kapuzenjacken und -Pullis sind übrigens auch ganz wunderbar aus Frottee. Aber dieses Projekt muss ich wohl noch ein bisschen verschieben.
Kristina meinte in ihrem Kommentar, dass sie sich gar nicht so recht vorstellen konnte, was man mit Frottee alles anstellen kann. Da musste ich mal kurz schmunzeln, als ich das gelesen habe. Ich bin nämlich schwer am Frottee-Fieber erkrankt, Heilungschancen ungewiss.
Meine Frottee-Nähliste reicht ungefähr bis Weihnachten, vermutlich muss ich Jahreszeiten-bedingt irgendwann auf Nicki umswitchen. Fast alles was man aus Frottee nähen kann, kann man übrigens auch aus Nicki nähen – Bademäntel inbegriffen.
Ich zeige euch mal noch ein paar hübsche Frottee-Schnittchen der letzten Tage: hier eine süße Matrosen-Kombi für eine lütte Deern. Shirt und Hose sind aus der Ottobre 3/2011. In den Dreiviertelarm muss sie allerdings noch reinwachesen.
Das Höschen ist aus dunkelblauem Daisy-Frottee.
Außerdem habe ich endlich die geplanten Strandkleider aus Kleeherzen-Frottee für zwei junge Damen fertig genäht, die demnächst ihre Füße in die kalte Nordsee stecken werden. Und da an der Waterkant immer gern mal eine steife Brise weht, mussten es zwei Kapuzenkuschelkleider sein. Da würde ich am Liebsten selbst gern reinschlüpfen.
Den Schnitt habe ich ebenfalls aus einem Ottobre-Schnitt gebastelt. Es ist der Kapuzenpulli aus Ausgabe 4/2009. Einfach verlängert und leicht ausgestellt – zack hat man ein Kleid daraus gemacht. Das geht übrigens aus fast allen Pulli- oder T-Shirt-Schnittmustern!
So ein schicker Einfassstreifen funktioniert übrigens auch, wenn man eine Kapuze nicht immer füttern möchte!
Kapuzenjacken und -Pullis sind übrigens auch ganz wunderbar aus Frottee. Aber dieses Projekt muss ich wohl noch ein bisschen verschieben.
| Kurz gesagt: |
5. Juni 2012
Cold Summer – Hot Pants {Tutorial}
Edit: das kostenlose Schnittmuster für die Frottee Pants gibt es hier zum Download:
Pfff, dann nähen wir uns halt den Sommer schön, oder? Was stören mich 15°C im Juni, wenn ich drinnen endlich das nähen kann, wofür ich mir immer eigenen Frottee gewünscht habe? Und wenn die Sonne etwas Besseres vor hat in diesem Jahr, dann drehen wir eben die Heizung auf, hören Like ice in the sunshine und tanzen den Hula.
Damit ihr auch mittanzen könnt, habe ich mal wieder ein kleines Tutorial für euch geschrieben.
Kurz vorweg: den Schnitt für das heiße H*schen (den ihr euch hier runterladen könnt), gibt es nur in Größe 110/116. Da ich keine Schnittdirectrice bin, kann ich selbstgemachte Schnitte nicht selbst gradieren und mal ganz ehrlich... ist ja umsonst, neech? Trotzdem habe ich einen Tipp für euch: für kleinere Größen lässt man die Nahtzugabe weg, kürz ggf. die Länge (was aber bei einer kurzen Hose sozusagen Jacke wie Hose ist) und macht das Bündchen einfach etwas enger. Für größere Größen sollte man alle Seiten mit Nahtzugabe zuschneiden und die Hose ggf. nach oben hin etwas verlängern, damit die Schrittnaht länger wird und die Hose nicht kneift. Traut euch einfach, Schnitte selber machen oder verändern ist gar nicht so schwer. Vielleicht findet ihr ja ein Höschen, dass eurem Kind gut passt und ihr vergleicht einfach die Maße miteinander.
Grundlage für diesen Schnitt war übrigens eine lange Turnhose aus einer alten Ottobre (1/2008). Die war allerdings ohne Taschen.
Außerdem: da das Schnittmuster für umme ist, bitte ich euch, es nur für den privaten Gebrauch zu verwenden. Also nicht in die Serienproduktion gehen und damit reich werden, ok?
Weil ich es mir selten leicht mache, zeige ich euch gleich mal die Anleitung für ein Modell mit Taschen. Wer keine Taschen braucht/will, kann sie einfach weglassen und die Schnittteile ohne Taschen zuschneiden.
Los geht's!
1. Druckt das Schnittmuster aus, klebt die Teile für das rückwärtige Hosenteil aneinander und schneidet vorderes, hinteres Hosenteil (und die Taschen) je 2x gegengleich aus.
Außerdem schneidet ihr aus Strickbündchen einen langen Streifen als Einfassband, 25 mm hoch. Ich nehme immer das Bündchen von Michas, das ist 150 cm breit und ein Streifen über die ganze Breite reicht für beide Hosenbeine.
Dazu schneidet ihr noch einen Streifen für den Bund (Länge je nach gewünschter Weite, Höhe 13 cm) und zwei Streifen für die Tascheneingriffe, je 12 x 4,5 cm. Eventuelle Nahtzugaben sind schon enthalten.
2. Die Streifen für die Tascheneingriffe faltet ihr einmal der Länge nach links auf links und heftet sie an die Taschenausschnitte. Beim Festnähen solltet ihr beachten, dass ihr am Anfang und am Ende das Bündchen nicht so stark, in der Rundung dafür ganz doll dehnt. Dann liegt es auch schön flach, wenn ihr fertig seid.
3. Nun werden die Taschen versäubert, rechts auf links von hinten auf die vorderen Hosenteile gelegt und festgesteckt.
Wer einen schicken Flatlockstich an seiner Covermaschine hat, näht die Taschen von vorne fest. Wer so einen Luxus nicht besitzt oder eine Nähmaschine, die mit einem solchen Stich zwar prahlt, sich aber weigert, ihn zu nähen (so wie meine Diva...), benutzt einfach einen dreifädigen Coverstich oder die Zwillingsnadel an der Nähmaschine und näht die Taschen von hinten fest. Immer schön mit Gefühl, dann wellt sich auch nichts.
Gerne können nun die überlappenden Stellen von vorderem Hosenteil und Tasche knapp am Rand entlang mit Geradstich fixiert werden, dann verschiebt sich später bei Zusammennähen nichts.
4. Nun werden zuerst jeweils das vordere und das hintere Hosenteil an der inneren Beinnaht rechts auf rechts gelegt und zusammen genäht. Dann bügelt ihr den Einfassstreifen aus Bündchenstoff einmal der Länge nach auf die Hälfte und heftet sie an den äußeren Rand des Vorderteils und näht den Streifen knappkantig um beide Teile.
Ich habe den Bündchenstoff nicht eingeklappt wie ein Schrägband, da Strickstoffe nicht ausfransen beim Waschen. Wer das aber gern tun möchte, sollte statt Bündchenstoff lieber Jersey verwenden, diesen einfach doppelt so hoch (knapp 5cm) zuschneiden und wie ein Schrägband bügeln.
Beim hinteren Hosenteil könnt ihr auf ca. 5-6 cm über der Rundung enden. Denn dieser Teil verschwindet beim Zusammennähen unter dem vorderen Hosenteil.
5. Jetzt schließt ihr das Hosenbein, in dem ihr die äußere Kante des Vorderteils über die äußere Kante des Hinterteils legt – gerade so viel, wie die Einfassung breit ist. Dann näht ihr zuerst auf der bereits vorhandenen Naht antlang die beiden Teile zusammen, ungefähr bis auf die Höhe der Taschennaht. Dann ein paar Stiche quer rüber und auf der anderen Seite des Einfassstreifens knappkantig wieder nach oben.
Jetzt seid ihr schon fast fertig (Heizung schon mal anmachen und Eiswürfel ins Eisfach legen!).
6. Den Bundstreifen näht ihr an den schmalen Kanten zum Ring, faltet ihn der Länge nach links auf links und markiert jedes Viertel mit Nadeln oder einem Magic Marker. Wer mag, näht vorne mittig noch zwei Knopflöcher.
Die Bündchennaht lege ich übrigens immer an die linke Seitennaht! Hinten geht gar nicht, finde ich. Weder beim Halsbündchen noch beim „Hüftbündchen“ an Oberteilen noch bei Hosen mit elastischem Bund. Vermutlich ist das Geschmacksache, aber ich habe schon sooft bei selbstgenähten Shirts oder Hosen von hinten verwundert auf eine Naht geschaut, die an dieser Stelle einfach stört. Linke Seite, ok ;)?
Nun dreht ihr die Hose auf links, steckt von oben den Bündchenstreifen rechts auf rechts in die Öffnung und näht den Bund so einmal fest. Nun werden die Knopflöcher aufgeschnitten, die Kordel eingefädelt und die Musik angemacht!
Auch sehr schicki: neonfarbene Schnürsenkel! Die habe ich neulich mal gekauft – bekommt man jetzt überall – und sie haben in keinen Schuh gepasst, weil zu kurz. Weil, ja weil sie für ein heißes H*schen bestimmt waren!
Übrigens nähe ich Kordeln oder Bänder in Hosen- oder Rockbündchen hinten in der Mitte immer mit ein paar Stichen fest. Oder habt ihr Lust, ständig von der Waschmaschine oder von Nachwuchs unachtsam rausgezogene Bänder wieder einzufädeln? Also, ich ja nicht so...
Den Klee-Frottee gibt es übrigens hier, den Daisy Frottee gibt es im Moment leider nur in Dunkelblau (wird aber nachproduziert) und die Frottee-Dots gibt es – hoffentlich hoffentlich hoffentlich – ab nächstem Wochenende in noch drei weiteren sommerlichen Knallfarben! Dafür gibt es aber die Maxi Dots Jerseys gerade in allen Farben außer Blau und Schwarz.
So, wem jetzt noch nicht heiß ist, sollte sich vielleicht doch besser eine Mütze stricken oder eine Reise in den sonnigen Süden buchen. Ich für meinen Teil vernähe lieber weiter Frottee...
Edit: Wer gern ein großes, buntes Hamburger-Liebe-Stoffpaket gewinnen möchte, sollte sich schnell mal hier zur Verlosung klicken! Der Lostopf ist nur noch heute bis 24 Uhr geöffnet!
| Kurz gesagt: |
4. Juni 2012
Kleine Retter
Was ist das eigentlich für eine komische Stimmung da draußen, die nun auch langsam in unseren Alltag zu schwappen droht? Es ist kalt, trüb und schlimmstenfalls auch noch nass und dicke Wolken ziehen durchs Gemüt. Ehrlich, ich fühle mich wie im Frühherbst, nahender Winterschlaf inbegriffen. Da hilft auch nicht, die Heizung wieder anzuschalten, Grießbrei mit Apfelmus zu essen und sich mit einem Hörbuch auf's Sofa kuscheln. Naja, zumindest hilft das ein bisschen. Kleine Retter im Alltag.
Das Wochenende hatte leider auch am Freitag schon seinen Höhepunkt erreicht, danach gab es nur noch kleine sonnige Lücken. Dann will ich mich eben an die erinnern.
Das Treffen mit zwei lieben Freundinnen zum Beispiel. Am Freitag. Ein entspannter Bummel durch's alte Revier. Endlich mal Unterhaltung Lieblingsstücke im Lehmweg besucht – vorsicht, akute Kaufrausch-Gefahr! Immer wenn man denkt, nu' ist aber Schluss, kommt noch ein kleiner Raum mit noch mehr herrlichen Schätzen!
Gleich daneben die Eye Candies von Johanna Schultz, die einen schon vor der Tür anlachen. Leider nicht ganz billig, daher nur ein Augenschmaus.
Den weltbesten Blechkuchen im Petit Café, meinem all-time-favourite Café in Eppendorf.
Jede Menge bunte Wohlfühlteilchen aus Frottee für das kleine Fräulein und andere kleine Damen (dazu später mehr).
Ein Hauch von Sonne auf dem Wochenmarkt in Suburbia und leckere Erdbeeren für den Farbklecks zuhause.
Kaffee. Bei anhaltender Frühjahrsmüdigkeit oder bevorstehendem Winterschlaf unerlässlich.
Doch dann die Enttäuschung: das Hörbuch ist unweigerlich zuende. Das ist nun wirklich Mist. Schon lange konnte mich keine Geschichte mehr so fesseln, wie die von Katniss und Peta
Fantasy ist eigentlich so gar nicht mein Genre, Krimis ziehe ich normalerweise vor. Aber das hier war anders. Hier hat einfach alles gestimmt: die spannende Story (ok, den letzten Teil hätte ich mir vielleicht anders gewünscht, aber er war einfach konsequent zuende erzählt worden), die großartige Sprecherin Maria Koschny, der die Rolle der Katniss auf den Leib (oder auf die Stimme) geschrieben zu sein schien, und die paar Takte Musik zwischendrin. Musik bei Hörbüchern finde ich ja immer eher zweifelhaft, aber diese schien mir jedes mal so passend und wohlplaziert, dass ich es einfach erwähnen muss!
Viele von meinen Lesern haben die Trilogie der Hungerspiele schon gelsen, ich weiß. Aber nach dieser Trilogie bin ich wieder ein echter Hörbuch-Fan geworden. Ob im Strandkorb, auf dem Sofa, an der Nähmaschine, am Kochtopf: egal wie spannend es gerade ist – ich musste nicht verzichten und das Buch aus der Hand legen. Ich hab einfach weitergehört.
Das doofe ist nur, jetzt ist es zuende. Und bei einer Trilogie besteht absolut keine Chance auf eine Fortsetzung. Grmpff.
(Das war jetzt übrgens seit langem mal wieder ein Hörbefehl. Ich gelobe Besserung, haben wir hier doch in den letzten Monaten so viele tolle Sachen gehört und gelesen...)
| Kurz gesagt: |
Abonnieren
Posts (Atom)





























































