15. April 2012

Sit down, Baby! Oder: Englische Kissenparade
{mein Beitrag zum Brigitte Kreativ-Blog Award}

(Achtung: longest blog post ever!
Aber das Lesen bis zum Ende lohnt sich, das Wichtigste kommt nämlich zum Schluss!)

Erst mal hinsetzen. Das dachte ich mir, als ich erfahren habe, dass ich im April für den Brigitte-Kreativ-Blog Award nominiert wurde. Und dann begann die Gehirnakrobatik. Könnte ich das Rad neu erfinden? Mit Kreuzstich bestickte Fliegenklatschen vielleicht? Oder Wimpelketten aus recycelten Kaffeekapseln? Braucht leider kein Mensch. Und dann dachte ich, ich mache einfach das, was ich am Besten kann. Nähen und Muster erfinden. Basta. Und in meinem Beitrag steckt soviel Hamburger Liebe, wie mehr nicht reingepasst hätte. Brit Love, Witz und zudem noch echte Eye Candies. Bewaffnet euch also mit Nadel, Faden und Schere, es geht los:

Sit down, Baby!

Hach, für meine englische Kissenparade sind die Ideen nur so gesprudelt. Aber nachdem ich nur eine gute Woche Zeit hatte, habe ich für euch die schönsten Ideen rausgesucht und die liegen jetzt bei uns auf dem Sofa. Here you go!


Und ihr? Näht sie alle oder näht nur eins davon. Ihr werdet in jedem Fall Eindruck schinden. Kauft euch dazu Pekan-Toffee-Cookies (meine aktuellen Lieblingscookies) oder backt Scones, kocht euch eine Tasse Earl Grey und fühlt euch wie die Queen persönlich.

Noch ein paar technische Anweisungen: für alle Kissen habe ich einiges an Füllwatte verbraucht. Ich nehme dafür immer die billigsten Kissen vom Möbelschweden (Gosa Slån). Die Füllwatte springt schön auf und klumpt nicht so, wie die viel teurere Bastelwatte aus dem Kaufhaus. Wenn du alle Kissen nachnähen möchtest, brauchst du ca. 3 solcher Kissen. Ein paar der „Modelle“ haben aber auch ganz normale handelsübliche Inletts.

Für einige der Kissen kann man wunderbar Stoffreste verwenden. So sind fast alle weißen Stoffe bei mir abgeschnittene Vorhangreste oder ich habe alte Jeans von meinem Mann zerschnippelt (keine Sorge, er hat noch welche im Schrank!). Auch die goldenen Knöpfe sind Erbstücke.

Nun aber genug an einleitenden Worten...

Stamp the Queen!


Dafür brauchst du:

- Freezer Paper (bekommt man z.B. hier)
- weiße Stoffmalfarbe
- ein Stück roten Baumwollstoff, ca. 30 x 36cm
- Wollfilz-Zuschnitt 33 x 50cm, 2mm dick, z.B. von Mymaki, Farbe Nr. 01
- cremeweißen Baumwollstoff, ca. 80 x 100cm
- Füllwatte
- hier kannst die Vorlage für die Queen-Silhouette runterladen, hier findest du die Vorlage für den Zackenrand

Das „komische“ Maß des Kissens richtet sich nach der Wollfilzbreite von 33cm und dem daraus resultierenden Format der Briefmarke.

1. Drucke die Vorlage der Queen-Briefmarke aus und schneide die Silhouette und „10P“ mit einem Grafikermesser aus Freezer Paper aus. Bügle das Freezer Paper mit der gewachsten Oberfläche gut auf dem roten Baumwollstoff fest und male die Schablone sorgfältig mit weißer Stoffmalfarbe aus. Lasse alles gut trocknen und fixiere die Farbe durch bügeln nach Anweisung (siehe Stoffmalfarbe).


2. Schneide nun den Wollfilz auf ein Format von 33 x 39,7cm. Drucke die Vorlage für den Zackenrand aus, klebe die Teile an den Klebekanten zusammen. Du brauchst jeweils nur eine Vorlage für eine lange und eine kurze Seite. Schneide die Zacken mit dem Grafikermesser aus.

3. Nun kannst du die Zacken mit einem Magic Marker auf den Wollfilz übertragen und mit einer Schere ausschneiden.


4. Schneide nun ein Stück weißen Baumwollstoff für das Inlett im Format 80 x 33cm plus 1cm Nahtzugabe, falte es in der Mitte (Endformat 33 x 40cm) und schließe die offenen Nähte bis auf eine Wendeöffnung. Wende das Kissen, fülle es mit Füllwatte und schließe die Wendeöffnung mit einer knappen Geradstichnaht.

5. Schneide nun ein Stück Stoff aus cremefarbenen Baumwollstoff im Format 35 x 91cm. Die Nahtzugabe ist in diesem Format schon enthalten. Schlage an den kurzen Seiten jeweils erst 1cm dann nochmal 2cm auf die linke Seite des Stoffes ein, bügle den Umschlag und stecke ihn fest. Nähe den Umschlag knappkantig ab.

6. Nun fixiere das Stück Filz mit dem Zackenrand mit Stylefix oder Stecknadeln auf der rechten Seite des Stoffes – ca. 20cm unterhalb der oberen Kante. Bügle bei dem bemalten Stück Stoff mit der Queen-Silhouette die Kanten nach hinten um (auf das richtige Endformat 27 x 33,3cm) und platziere es ebenfalls mittig auf dem Wollfilz.


7. Nähe nun mit einem kleinen, engen Zickzackstich an der Kante des roten Stoffes entlang und fixiere so das Briefmarkenbild auf dem Wollfilz und gleichzeitig den Wollfilz auf der Kissenhülle.

8. Für einen Hotelverschluss faltest du nun den oberen Teil der Kissenhülle nach unten und den unteren Teil nach oben. Schließe die Seitennähte (und nähe dabei keine Zacken mit ein!) und wende das Kissen.


9. Inlett reinstopfen, drapieren, bei der Freundin damit angeben. Schindet in jedem Fall Eindruck, versprochen! Und wie gesagt: Cookies nicht vergessen!


Oder doch lieber starke Männer an eurer Seite? Kann ja nie schaden, so eine persönliche Leibgarde. Hat die Queen schließlich auch. Meine beiden heißen Jeff und Jones. Klar, wer welcher ist, oder? Na los, sag mal Joooooooones! Geht nur mit ultimativ runtergezogenen Mundwinkeln. Jones macht Dienst nach Vorschrift. Nicht mehr und nicht weniger. Ruhm und Zaster sind sein Antrieb. Soll's ja geben. Jeff, die alte Socke, ist Royalist durch und durch. Täter aus Leidenschaft. Schläft im Unionjack-Pyjama, trinkt seinen Five'o'clock-Tea aus der William & Kate-Tasse und singt vor dem Einschlafen „God save the Queen“. Na, welchen hättet ihr gern?

Jeff 'n' Jones – watch out the Guards!


Dafür brauchst du:

- ca. 15 x 20cm roten Feincord oder Samt
- ca. 15 x 5cm schwarzen Feincord oder Samt
- 22 x 30cm schwarzen Webpelz
- ca. 30cm goldene Vorhangkordel
- ca. 12cm schwarzes Paspelband
- 2 goldfarbene Knöpfe
- weißen Stoff für die Rückseite und das Gesicht
- Stickgarn oder Textilmarker
- Füllwatte
- hier kannst du das Schnittmuster runterladen

1. Drucke das Schnittmuster aus, klebe es an den markierten Stellen zusammen und schneide die einzelnen Teile aus. Schneide nun die Teile wie folgt mit jeweils 1cm Nahtzugabe aus:

- Jacke rechts und Jacke links je 1x aus rotem Stoff
- Halsstreifen 1x aus schwarzem Stoff
- Mütze 1x aus Webpelz
- Gesicht 1x aus weißem Stoff
- Rückseite 1x aus weißem Stoff


2. Besticke das Gesicht mit Stickgarn oder zeichne einen Mund mit einem Textilmarker.

3. Lege beide Jackenteile an der geraden Linie rechts auf rechts aufeinander, die schwarze Paspel dazwischen. Nähe mit dem Reißverschlussfuß knapp an der Paspel entlang.

4. Lege die Vorhangkordel auf das Gesicht und hefte sie links und rechts oben an die Markierungen. Am besten, du umwickelst die Enden der Vorhangkordel fest mit Tesafilm und lässt die Enden mindestens 1-1,5cm überstehen. So verhinderst du, dass die Kordel ausfranst und durch die Naht rutscht.

5. Lege nun Jackenteil und Halsstreifen rechts auf rechts aufeinander (Jackenteile Oberkante und Halsstreifen Unterkante) und nähe sie mit Geradstich aneinander. Verfahre genauso mit Halsstreifen und Gesicht. Bügle die Nähte auseinander.

6. Jetzt kommt die Fellmütze. Lege dazu die Gesicht-Oberkante rechts auf rechts auf die Mützen-Unterkante. Streiche dazu das Fell unter die Naht. Wenn du jetzt die Naht schließt, musst du bei den Vorhangkordeln vielleicht dein Handrad an der Nähmaschine benutzen, denn die Kordeln sind sehr dick. Aber nicht verzagen, es funktioniert! Sogar meine 20 Jahre alte Pfaff hat das mit links geschafft.


7. Nun kannst du die Rückseite rechts auf rechts auf die Vorderseite legen und einmal ringsherum nähen. Vergiss nicht die Wendeöffnung an der Unterseite! Achte bei der Fellmütze darauf, dass das Fell schön unter der Naht verschwindet. Umso schöner wird das Ergebnis, wenn du den Soldaten wendest.

8. Jetzt wird gewendet und gestopft. Stopfe vorallem Mütze und Gesicht schön fest, dann steht er da wie eine Eins.


9. Jetzt musst du nur noch die Wendeöffnung mit einem Sofastich verschließen und die Knöpfe an den Markierungen annähen – schon kann die Wachablösung auf dem Sofa beginnen!

Falls du Babys oder Kleinkinder im Haus hast, kannst du statt der Knöpfe auch kleine Kreise aus Filz oder anderem Stoff an das Jackenteil applizieren. Das solltest du dann zwischen Punkt 2 und 3 einschieben.

Na, sind die schnieke oder sind die schnieke?


Ok, ok... was jetzt kommt, ist schon ziemlich abgedroschen. Aber ich konnte nicht anders. Gehört einfach zum englischen Kulturgut, wie die leider aussterbende rote Telefonzelle und Plum Pudding. Und jetzt seid schon still, setzt euch und lest einfach weiter!

Keep quiet!


Dafür brauchst du:

- weißes Stickgarn
- 2,5m weißes Paspelband
- 60cm graues Leinen, vorgewaschen und gebügelt
- Kisseninlett, ca. 55 x 55cm
- hier kannst du die Stickvorlage für den Schriftzug und die Krone runterladen

1. Schneide ein quadratisches Stück Leinen zu, das umlaufend ein paar Zentimeter größer ist, als das Endformat 55 x 55cm. Pause den Schriftzug „Keep quiet and sit down“ und die Krone durch.

Ich habe den Stoff ans Fenster geklebt und die Vorlage dahinter. Nach einigen gescheiterten Versuchen mit Magic Marker und Schneiderkreide bin ich schlussendlich bei einem weißen Buntstift (Stabilo All, gibt es den überhaupt noch?) von meinen Kindern gelandet.

Das Stickbild ist bewusst nicht superkorrekt. Die Schrift sollte wie gescribbelt aussehen. Obwohl dieses Kissen am meisten Geduld wegen der Stickerei erfordert, ist es am Ende ganz fix zusammen genäht.


2. Fertig gestickt, wird das Vorderteil auf 55 x 55cm plus 1cm Nahtzugabe zugeschnitten. Für den rückwärtigen Hotelverschluss bitte bei Punkt 7 bei dem Kissen „You tube?“ weiterlesen.

3. Wer mag, kann Vorder- und Rückteile mit einer weißen Paspel dazwischen zusammen nähen. Das sieht sehr edel aus!


Wer sich jetzt immer noch nicht seufzend in die Kissen sinken lassen will, ist selbst schuld.

Aber es ist ja nicht so, dass es hier an Alternativen mangeln würde – mitnichten! Ein kleiner Trip mit der Londoner Underground – liebevoll auch „Tube“ (Röhre) genannt – gefällig? Mit der Tube kommt man fast überall hin: Mit der District Line vom wilden Westen in den fernen Osten, mit der Picadilly Line einmal von links unten nach rechts oben (stadtplantechnisch gesehen) und mit der Circle Line einmal ringsherum. Überall wo das Tube-Zeichen prankt, heißt es Mind the gap!, einsteigen, hinsetzen, losfahren.

You tube?


Dafür brauchst du:

- weißen Canvas (fester Baumwollstoff, hier ein alter Vorhangabschnitt vom Möbelschweden), ca. 45 x 45cm
- Jeansstoff für die Rückseite, 60 x 45cm
- rote Paspel, ca. 175cm
- roten Stoff (z.B. Feincord), 30 x 30cm
- blauen Stoff (z.B. eine alte Jeans), ca. 35 x 6cm
- Vliesofix
- ein Kissen-Inlett, 40 x 40cm
- hier kannst du die Vorlage für die Applikation runterladen

Dieses Kissen geht ganz easy peasy und ist (ohne Paspel) auch für blutige Nähanfänger geeignet. Und los geht‘s:

1. Drucke die Vorlage für das Tube-Zeichen aus und pause jedes Teil einzeln (Ring extra und Balken extra) auf Vliesofix durch. Schneide beide Teile großzügig aus.


2. Bügle nun den Ring aus Vliesofix mit der Klebeseite nach unten ca. 10 Sekunden auf Stufe 2 auf die Rückseite des roten Stoffes. Achtung, Back- oder Silikonpapier unterlegen, wenn du dein Bügeleisen liebst! Wenn das Papier abgekühlt ist, kannst du den Ring genau an der Kante ausschneiden. Tue das gleiche mit dem Balken auf Jeansstoff.

3. Schneide dir nun ein Quadrat 40 x 40cm plus 1cm Nahtzugabe ringsherum zu. Platziere nun den Ring mittig (Vorderseite oben), lege wieder das Silikonpapier auf die beiden Stoffe und bügle den Ring auf deine Kissenvorderseite.

4. Nähe nun den Ring knappkantig an der Außen- und Innenseite zweimal herum mit Geradstich fest. Der Stoff wird im Lauf der Zeit ein wenig ausfransen. Wenn du das nicht möchtest, kannst du den Ring (und später auch den Balken) mit einem kleinen, engen Zickzackstich annähen. Verfahre nun genauso mit dem Balken aus Jeansstoff, den du zuerst auf den Ring bügelst und dann festnähst.

5. Schon hast du die Hälfte geschafft!

6. Für einen rückwärtigen Hotelverschluss schneide nun ein Teil à 42 x 24cm und ein Teil à 42 x 30cm aus Jeansstoff zu. Nahtzugaben sind hier schon anhalten. Die Breite von 42cm bleibt bestehen. Falte eine Kante an der kurzen Seite nun erst 1cm und dann noch mal 2cm um und bügle die Kante. Stecke den gebügelten Umschlag fest und nähe knapp an der Naht entlang. Tue dies mit beiden Jeansteilen.

7. Nun legst du die Teile wie in der Grafik bebildert rechts auf rechts aufeinander und steckst sie fest.


8. Nun kannst du entweder ohne Paspelband einmal ringsherum nähen. Oder du legst eine Paspel zwischen Vorder- und Rückteile und nähst mit dem Reißverschlussfuß knappkantig an der Paspel entlang. Die Ecken kann man mit der Paspel leicht rund ausformen, das sieht sehr hübsch aus.

9. Nun kannst du das Kissen wenden, bügeln, das Inlett hineinstopfen und dich freuen!


Last but not least hast du natürlich immer noch die Chance auf eine Stadtrundfahrt über der Erde. Bus oder Taxi? Wie hätten Sie's denn gern?

Hop on, hop off!


Dafür brauchst du:

- 1Yard Cavas Bus (zu bestellen bei Spoonflower hier!) oder Cab (zu bestellen bei Spoonflower hier!) auf Linen-Cotton-Canvas
- 1 Stück Stoff für die Rückseite (hier ein Rest Streifen-Canvas vom Möbelschweden)
- rotes Paspelband
- Füllwatte

Natürlich kannst du auch z.B. auf ein Stück Stoff mit Stoffmalfarbe selbst ein Motiv aufmalen. Oder du lädst dir bei spoonflower.com oder dem deutschen Pendant stoffn.de ein eigenes Motiv hoch und lässt es dir auf Stoff drucken. Hier habe ich damals ein paar Details zum Thema „Fabric Print on Demand“ bzw. die verschiedenen Stoffqualitäten bei Spoonflower beschrieben. Mittlerweile hat sich aber auch einiges geändert, z.B. sind die meisten der Stoffe dort nun aus Bio-Baumwolle.

Ich habe beide Motive bei Spoonflower ein wenig kleiner gemacht als die auf dem Foto oben, denn dann hast du beim Bus pro Yard nicht nur vier Doppeldecker und jede Menge Verschnitt sondern jetzt 9 Busse (bzw. sogar 15 Taxis!). Sie lassen sich auch ausschneiden und zum Beispiel auf Taschen, Shirts etc. applizieren. Der Bus hat eine Höhe von ca. 38cm, das Taxi ist ca. 21cm hoch.

1. Schneide das Motiv mit mindestens 2,5cm Abstand ringsherum aus. Lege es rechts auf rechts auf den Stoff, den du für die Rückseite verwenden möchtest und schneide ein identisches Stück aus.


2. Nähe nun (mit oder ohne Paspelband) einmal ringsherum und vergiss die Wendeöffnung an der Unterseite nicht!

Nun wird das Kissen gewendet, mit Füllwatte gefüllt und mit einem Sofastich (oder für Faule wie mich mit einem knappkantigen Geradstich) an der Wendeöffnung verschlossen.


Ob du nun lieber das Taxi nimmst und dich von dem mürrischen cab driver bequatschen lässt oder dich doch lieber an der nächsten roten Ampel wagemutig auf den Bus schwingst und die Aussicht von oben genießt, bleibt ganz und gar dir überlassen.

(Da fällt mir noch was ein, was mich während meiner Zeit, als ich in London gearbeitet habe, immer sehr beruhigt hat: ich konnte immer davon ausgehen, dass die Busfahrer oder Taxifahrer noch schlechter Englisch sprechen als ich ;-)...)


Und hier kommen noch mal alle Schönheiten auf einen Blick. Wer – bitteschön – kann jetzt noch widerstehen?


So, nun seid Ihr an der Reihe! Bevor ihr zu Nadel und Faden greift und euch in eure Stoffvorräte oder dem nächsten Stoffverkäufer an die Brust werft, würde ich mich sehr über eure Stimme bei der Abstimmung zum Kreativ-Blog Award freuen. Hier ist euer Klick gefragt! Schaut euch dazu auch unbedingt die Beiträge und die sehr sehenswerten Blogs meiner beiden Mitstreiterinnen Sanvie und Roboti liebt an!

Ebenfalls freue ich mich über's Teilen, Weitersagen, Verlinken etc. ...

... und schicke euch im Gegenzug ganz viel Hamburger Liebe!

14. April 2012

Lust auf einen Ausflug? Wenn sich Hamburg schon mal von seiner extra-sonnigen Seite zeigt...


Ich hab's ja versprochen, unser Osterausflug.

Am Ostersonntag hat sich die Hanse von ihrer Schokoladeseite gezeigt und wir konnten mit unserem Besuch mal so richtig einen auf Touri machen. Da steh ich persönlich ja total drauf. Geneigte Leser dieses Blogs wissen, dass Alsterdampferfahren zu meinen absoluten Lieblings-Zeitverbringdingern gehört. Als wir noch in Eppendorf wohnten, bin ich oft mit den Kindern von unserer Wohnung aus an die Alster gelaufen, auf den Dampfer gehüpft, bis Jungfernstieg geschippert. Dort haben wir ein Eis geschleckt und sind mit der U-Bahn wieder nach Hause gefahren.


Am Leinpfad entlang kann man schön am Alsterlauf entlang schlendern und Reichs und Schöns in die gepflegten Gärten ihrer herrlichen Villen luschern. Eigener Bootsanlegeplatz inklusive.


An der Streekbrücke oder an der Krugkoppelbrücke schwingt man sich dann für eine Alsterkreuzfahrt auf den Alsterdampfer, lässt sich von einer Haltestelle zur nächsten schunkeln und genießt die wundervolle Aussicht. Die Straßennamen an der Alster sagen es wie es ist: Schöne Aussicht, Bellevue, Fernsicht...




Ins Wasser spucken nicht vergessen. Aber immer schön mit dem Wind, neech?


Nein, auch in Uhlenhorst wollen wir noch nicht aussteigen. Aber immer mehr wollen einsteigen.


Immer der roten Linie nach...


Herrlich entspannend.

Wagemutige Padler nehmen ein erfrischendes Bad unter der Fontäne auf der Binnenalster. Und wir sind gleich da.


Am Jungfernstieg steiegen wir aus und unsere knurrenden Mägen führen uns schnurstracks durch die Alsterarkaden über den Rathausplatz...


... die Frisur sitzt noch (schließlich sind wir ganz in der Nähe vom Neuen Wall)...


... und landen glücklich und hunrig im Café Paris. Wer in der Innenstadt ein Restaurant sucht, in dem kein ungenießbarer Tourinepp verkauft wird, sondern echte Gaumenfreuden, sich nicht an unfreundlichem Servicepersonal stört und zudem noch in stilvollem Ambiente seinen Augen- und Gaumenschmaus vertilgen will, ist hier genau richtig.


Wenn in den unteren Räumen der alten Schlachterei mit ihren wunderschönen Jugenstil-Deckengemälden mal alles besetzt ist und man auch im Salon keinen Platz mehr findet, gibt es noch die Bel Étage, die eher einem Club ähnelt und mit ihren kleinen Tischen, roten Sesseln und weißen Tischdecken glänzt und wo sehr viel mehr Ruhe und Beschaulichkeit herrscht, als in der quirligen Brasserie im Erdgeschoss.



Eine umfangreiche Mittags- und Abendkarte gibt es nur unter der Woche, vorallem um die Mittagszeit muss man Glück haben, einen Platz zu ergattern. Am Wochenende gibt es eine abgespeckte Karte und Empfehlungen des Tages.

Undbedingt probieren muss man das Boeuf Bourguignon vom Bio-Rind, das zergeht einem auf der Zunge. Zum Nachtisch einen warmen Schokokuchen mit Heidelbeereis und der Tag ist gerettet. Die Kinder haben einen Pancake gegessen (typisch französisch, oder!?) und ich schwöre, ich habe mir noch nie in meinem Leben einen so wundervollen dicken und fluffigen Pfannkuchen auf der Zunge zergehen lassen.


Ok, ihr ahnt es schon. Wir mussten quasi aus dem Café Paris rollen und waren kaum mehr in der Lage, uns körperlich anstrengend zu betätigen.


Was für ein Glück, dass für unseren Verdauungsspaziergang direkt der Bus für die Stadtrundfahrt vor unserer Nase hielt. Ein Wink des Schicksals. Sonst hätten Pancake und Schokokuchen niemals die Chance bekommen, sich als Hüftgold für immer an uns zu binden. Wäre ja auch irgendwie schade gewesen.



Also auf dem Sonnendeck noch ein bisschen frische Luft tanken und sich bequem an allen touristischen Hotspots Hamburgs vorbeikutschieren lassen. Der Michel hinter Glas...


... ganz neu auf der Reeperbahn: die Tanzenden Türme. Ich finde übrigens, dass Hadi sich nun genug gläserne Denkmäler in der Stadt gesetzt hat und wir keine weiteren Glas- und Stahlmonster mehr brauchen. Ich weiß, Ole war da anderer Meinung, aber der ist ja nu' auch wech.


Reeperbahn - ich komm an,
Du ge*le Meile, auf die ich kann.
Reeperbahn - alles klar,
Du alte Gangsterbraut, jetzt bin ich wieder da. 


(Udo Lindenberg)



Dem Glück geb ich morgen eine Chance. Denn dann geht mein Brigitte-Contest-Beitrag online und ich zähle voll auf eure Stimme.

Und ihr? Habt ihr schon den nächsten Ausflug in die schönste Stadt der Welt geplant? Eins steht fest: sobald das schöne Wetter wiederkommt, findet ihr mich wieder auf dem Dampfer. Aber nicht nach Schangrilla sondern Richtung Jungferstieg. So long, habt ein wunderschönes Wochenende!

12. April 2012

12 von 12 (April)


Herzlich willkommen vom morgentlichen Schulstau direkt im donnerstäglichen Rentnerstau im Schwimmbad. 40 Bahnen – nicht Brust, nicht Rücken, nicht Kraulen, nein... Slalom. Sehr anstrengend. Aber auch irgendwie erfrischend, nach dem sich das kleine Fräulein um 4.30 Uhr laut schnarchend neben mir breit machte und ich leider kein Auge mehr zutun konnte, bevor mich der Wecker von der bitteren Wahrheit überzeugte, dass die Nacht unwiederbringlich zuende ist. Seufz.


Zuhause erst mal ei zweites Frühstück: Primatenteller (Kiwi, Birne, Apfel, Orange – Banane war leider alle) mit Joghurt, Ahornsirup und Heißgetränk. Hmmm lecker, könnt ich jetzt glatt nochmal.


Dann weiter die liegengebliebenen Stapel auf dem Schreibtisch bearbeiten. Was für ein vielversprechendes Knäuel da aus dem Briefumschlag quillt!


Den wichtigen Blogpost für Sonntag vorbereiten (Brigitte Dingsda-Award...). Schock, schwere Not! Nein, Zeilenschaltungen in der Headline sind definitiv nicht möglich. Denn augenblicklich wird der streng geheime, halbfertige Post veröffentlicht. Waaaaah! Das ist zwar schnell rückgängig gemacht, aber wie bekommt man den bloß aus dem Reader wieder raus?

Mindestens eine Herzattacke, diverse Schweißausbrüche und gescheiterte Veruche in die Tischkante zu beißen, dann endlich die Heldin des Tages am Telefon. Blogpost eliminiert. Danke Schnucki, was hätt' ich ohne dich gemacht?

Na, wer hat's gemerkt?


Vor lauter Schreck völlig vergessen, weitere Fotos zu schießen. Stattdessen einen Hasen gemeuchelt.

Armes Häschen bist du krank, dass du nicht mehr hören kannst... dummdideldei


Me and my Grrrl. Heute im Partnerlook. Öhöm, unabsichtlich. Aber irgendwie süß, oder?


Der Nachmittag ist kurz, viel zu kurz. Aber ein paar Takte liebliche Töne (so klingt das in Mamas Ohren) müssen sein.


Das soll Judo sein? Na gut, so ein Training soll ja auch Spaß machen.


Jede Menge Spaßbremsen vor der Turnhalle.


Noch ein bisschen die Nase plattdrücken und bewundern, was die Großen schon können.


Endlich ist es nicht mehr stockdunkel, wenn man abends nach Hause kommt, wie schön.


Und ihr so? Danke für's Gucken! Die umfangreiche Sammlung aller 12 von 12er gibt es wie immer bei Frau Kännchen.

10. April 2012

Pieps!


Huch, wo ist bloß die Zeit geblieben? Ich hoffe, ihr habt Ostern alle gut verbracht!

Hier überschlagen sich die Ereignisse und deshalb ist der Blog in der Prioritätenliste stiefmütterlich nach unten gerutscht. Aber wat mut, dat mut.

Dabei würde ich euch so gern noch die Fotos von Fräulein Schlaus Kindergeburtstag zeigen. Der war immerhin schon vor einer Woche. Mit unserem Besuch haben wir am Ostersonntag mal wieder einen herrlichen Hamburg-Ausflug gemacht. Auch diese Fotos sind auf jeden Fall bloggenswert.

Und dann hat mich noch eine Sache die letzten Tage in mein Arbeitszimmer gefesselt: ich bin im April für den Brigitte Kreativ-Blogger-Contest nominiert. YEAH! Was allerdings seit einer Woche schlaflose Nächte und Basteln bis der Arzt kommt bedeutet. Aber ihr könnt euch schon mal freuen. Einige fertige „Exemplare“ stehen bzw. liegen hier schon rum und sehen sehr, sehr cool aus. Aber mehr wird nicht verraten...

Nachdem ich in dieser Woche das Brigitte-Projekt und noch ein paar andere abschließen muss, bleibt das erst mal ein kurzer Piep. Lasst es euch gut gehen und stay tuned! Es lohnt sich!
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