Da haben wir nun ein paar besinnlich schöne Herbsttage verbracht in der Mitte der Republik, einen betagten Menschen zu Grabe getragen. Für ihn sicherlich eine Erleichterung, nach langer Krankheit endlich Abschied nehmen zu dürfen. Für den zurückgebliebenen Menschen ein Trauma, verloren, haltlos, dem letzten Lebensinhalt beraubt. Traurig und schmerzhaft anzusehen, kaum wagt man sich vorzustellen, was das Schicksal für einen selbst für ein Ende vorgesehen hat.
Schon während unserer Reise haben uns die Banalitäten des Alltags wieder voll im Griff. Kaum hatten wir die fiese Mandelentzündung der kleinen Prinzessin mit entsprechender Medizin in den Griff bekommen, kommt der Große schon seit Tagen nicht mehr vom Klo runter. Besonders reizvoll, wenn man nicht zu Hause ist: nicht immer ein stilles Örtchen in der Nähe und welches Restaurant bietet schon Schonkost für Flitzekacki-Kandidaten (Äh, wir hätten gern das Schnitzel, den Schweinebraten und ein wenig Matschbananemitreibeapfel, geht das?)?
Dank der dauerhaften Kinderkrankenpflege habe ich nun mehr seit fast vier Wochen Zwangsurlaub, die Arbeit liegt darnieder und die allgemeine Finanzmarktkrise wird sich wohl demnächst auch auf meine Finanzen ausweiten. Ohne Arbeit kein Geld – schon klar, oder?
Und so versuche ich weiterhin das große Kind zu einem bisschen mehr als nur Wasser und Brot zu überreden, schaue geduldig Dodo zum (gefühlt) 10. Mal und versuche wenigstens neue Ideen im Kopf zu spinnen. Denke mit schlechtem Gewissen an der verwaisten Arbeitsplatz im Kopfgeschoss des Hauses und mit Sehnsucht an die wartenden Stoffstapel im Schrank.
Und so wird auch der Blog nur selten gefüttert.