24. Juli 2008

Man nehme...

Ein bisschen später als angekündigt, aber besser spät als nie...

Hier das Rezept der fabelhaften Weltmeistertörtchen. Eigentlich mache ich sie immer mit Rhabarber, aber diesmal ist die Rhabarberzeit unbemerkt an mir vorrüber gezogen. Mit Johannisbeeren schmeckt das aber auch suuuuper lecker!

Man nehme (für 12 oder mehr Muffins) :

      
  • 600 g Rhabarber (oder etwas weniger Johannisbeeren)
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  • 125 g Butter o. Margarine
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  • 225 g Zucker
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  • 1 Pk. Vanillezucker
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  • 1/2 TL gemahlener Zimt
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  • Salz
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  • 3 Eier (M, davon 2 getrennt)
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  • 125 g Mehl
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  • 50 g Speisestärke
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  • 1 TL Backpulver
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  • 1 EL Puderzucker            
  • Rhaberber putzen und würfeln (1 x 1 cm) (oder Johannisbeeren vom Stiel zupfen, waschen). Weiches Fett, 125 g Zucker, Vanillezucker, Zimt und eine Prise Salz sehr cremig rühren. Ein Ei und zwei Eigelb nacheinander gut unterrühren. Mehl, Stärke und Backpulver sieben und ebenfalls kurz unterrühren. Rhabarber (oder Johannisbeeren) untereben.Teig in ein mit Papierförmchen ausgelegtes Muffinblech verteilen. Im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von unten bei 190° 25 min. (Umluft bei 170° 20 min) backen.

    Inzwischen 2 Einweiß und eine Prise Salz steif schlagen, 100 g Zucker einrieseln lassen und solange weiterschlagen, bis der Zucker aufgelöst ist. Eischnee auf die Törtchen spritzen (ich mache das immer mit einem Teelöffel, geht leichter), wietere 15 min. (Umluft 10 min.) backen. In der Form abkühlen lassen, mit Puderzucker bestäuben.  

    Dann ganz langsam vernaschen... (Cappuccino dazu nicht vergessen!)

    20. Juli 2008

    Feld, Wald und Wiese

    Um der Normalität endlich mal wieder ein bisschen näher zu kommen, haben wir heute einen kleinen Ausflug ins Grüne unternommen. Weit müssen wir dafür ja nun nicht mehr fahren. Der Weg führte uns in eine wunderschöne Ecke im Nordosten der schönsten Stadt der Welt – in den Duvenstedter Brook. Nachdem wir zu Fuß, bzw. mit einem Kleinkind, dass weder selber Laufen, noch im Kinderwagen sitzen mag und einem Kindergartenkind, das äußerst lauffaul ist, unterwegs waren, war unser Radius eher beschränkt. Aber was wir gesehen haben, lässt uns sicherlich wieder kommen. Der Duvenstedter Brook ist ein Naturschutzgebiet, das überwiegend aus (Laub-)Wald und Moorflächen  besteht. Die Brunft der Rothirsche muss eine echte Attraktion sein – im September kommen wir sicherlich nochmal her.

    Ansonsten war es der ganz normale Sonntag, den ich mir gewünscht habe. Wir haben auf unserem Spaziergang Käfer verfolgt und wilde Himbeeren genascht. Die überreifen Johannisbeeren aus unserem Garten, die schon längst fällig wären, haben es heute wenigstens mal in meine „Weltmeistertörtchen“ (weil zum ersten Mal gebacken bei der Fußball-WM in Seoul, 2002) geschafft. Das Rezept wird morgen nachgeliefert.

    Mit der neuen Kamera bin ich sehr zufrieden. Das gibt gute Bilder für schmales Geld. Überrascht hat mich vorallem das sagenhafte Makro in diesem kleinen Kasten. Auch das Display ist gestochen scharf und von einem großen Blickwinkel einzusehen. Ein bisschen entnervt war ich allerdings von der Tatsache, dass die neue Speicherkarte (4 GB) noch nicht eingetroffen ist. Mit der mitgelieferten 32 MB-Karte kann man keine großen Sprünge machen. So musste ich heute laufend entscheiden, welches Bild ich wieder lösche und einem (vielleicht) noch schöneren opfere...     

    18. Juli 2008

    So sieht das aus

    Da dieses Haus heute für Super Mario & Co. gesperrt war, gibt es von keinen neuen Katastrophen zu berichten. Außer, dass die Heizung im Wohnzimmer leckt (ich hab einfach mal was drunter gestellt und davon abgesehen, den Klempner anzurufen) und bei der Küche ungefähr 100 Kleinigkeiten fehlen, wir Türen mit Kreppband zukleben müssen, weil sie nicht zubleiben und meinem Liebsten gestern eine Sockelblende auf den Zeh gekippt ist.

    Heute haben wir einfach nur ausgepackt. Gefühlt waren es 50 Umzugskartons. Die Wahrheit liegt wohl so bei 30, keine Ahnung, wo ich das in meiner Zwergenküche in der alten Wohnung alles verstaut hatte. Meine Schwiegertiger waren da und sie haben so fleißig angepackt. Ihnen gebührt auf alle Fälle der Orden des Tages. Der Große ist bei einem Freund ausgelagert und die Kleine hat anständigerweise 3h Mittagschlaf gemacht.

    Aber die Küche lässt ahnen, dass sie sehr schön ist – wenn mal fertig. Hoffentlich müssen wir nicht noch mal 3 Monate warten (ich glaube, es waren sogar fast 4), bis alle Mängel beseitigt sind.

    Jetzt wünsche ich mir ein paar gähnend langweilige Tage und lasse mich gerne mal von ander' Leute Geschichten unterhalten. Währendessen  spiele ich ein bisschen mit meiner neuen Mädchenhandtaschenkamera (übrigens in schokobraun), die gut in der Hand liegt und einen günstigen aber scheinbar ganz passablen Lückernfüller abgibt. Hat der Liebste mir gestern auf dem Nachhauseweg bei der lieben Ex-Nachbarin abgeholt und mitgebracht.  

    17. Juli 2008

    Ein ganz besonderer Tag

    Heute ist das personifizierte Chaos bei uns zu Gast. Zuerst: es regnet. Und zwar richtig. Der Hund hyperventiliert schon, vorhin hat ihn die Nachbarin von 3(!) Häuser weiter zurückgebracht. Obwohl unser Hund Besuch liebt, ist das heute eindeutig zuviel des Guten. Die Küche ist soweit... na, sagen wir auf einem guten Weg.

    Der Klempner war da. Er kann nichts finden, seine Rohre sind alle ok. Die Waschmaschine isses bestimmt. Nachdem ich ihm in einer 20minütigen Beweisführung (mündlich) erläutert habe, warum die Wama es nicht sein KANN und dass er GEFÄLLIGST SOLANGE DA BLEIBT, bis er die Ursache gefunden hat, hat er weiter gesucht. Und den „Super Rooter” angerufen. Der kam dann zwei Stunden später und hat somit den Klempner beim Fluchen abgelöst. Der „Super Rooter” ist ein Fokuhila-Oliba-Mensch mit einem roten T-Shirt und einem leicht ostdeutschen Akzent und sein Job ist „Professionelle Rohreinnigung”. Die Hauptgrundsielleitung sei nämlich verstopft. Und einen Schacht finden wir nicht. Und Pläne von diesem Haus gibt es nicht. Jetzt steht er da im Keller in der Soße und bohrt fluchend  in unserem Abflussrohr rum. Mit einer ziemlich geräuschvollen Maschine.  

    Noch Fragen?          

    Ach ja. Der Elektriker musste den halben Vorgarten aufgraben um das Kabel für die Lampe vorne an der Treppe zu verlegen. Hatte er vergessen. Handwerker vergessen gerne mal was.

    Mag zufällig heute nacht jemand vorbei kommen, um mit mir meine neue Küche einzuräumen? Kann aber gerne spät sein, denn vorher sind die Schrauber nicht fertig.

    Sagt vorhin der eine Küchenschrauber Also Scheffin, bei dir ist heute ja richtig was los. Ich hasse es, wenn Handwerker mich dutzen. Nur so.  

    Liveberichterstattung

    Schließlich hat mein Handy auch eine grandiose Kamera. (Was würden die eigentlich machen, wenn es tatsächlich heute regnen würde?)

    Totale Verwirrung

    Irgendwie bin ich auch schon ganz kirre von diesem ganzen Heckmeck hier. Hab ich mir vorgestern so eine Handtaschenmädchenwegsteck-Kamera bestellt, so als Interimslösung sozusagen, weil ich mir die Wunschkamera gerade nicht leisten kann und lasse sie doch tatsächlich an unsere alte Adresse schicken (1-Click-Bestellung hier – fatal, fatal, Adresse vorher nicht noch mal gecheckt). Wie doof ist das denn??
    Edit: Meine herzallerliebste Ex-Nachbarin hat gerade meine neue Kamera in Empfang genommen. Jetzt muss ich sie nur noch in E-dorf abholen. Alles wird gut. (Dumm nur, dass die die Speicherkarte da auch hinschicken..)

    Handwerkeralbtraum (Fortsetzung)

    Nachdem nun schon zweimal die Waschküche unter Wasser stand und die nigelnagelneue Waschmaschine zu dem äußerst komische Geräusche von sich gab, habe ich gestern schon den Kundendienst alarmiert, weil ich dachte, sie wäre der alleinige Ursprung des nassen Übels im Keller. Das war aber wohl (wiedermal) eine grobe Fehleinschätzung.

    Bewaffnet mit der Gebrauchsanweisung, einer großen Schüssel und ein paar Lappen habe ich mich gestern kurz vor dem zu Bett gehen noch mal   in den Keller geschlichen und der Waschmaschine in einer minimalinvasiven Kurz-OP ein zwei Pfennig(!)stück aus dem Flusensieb entfernt. Also die läuft jetzt wieder wie Butter.

    Trotzdem stand heute morgen wieder der halbe Keller unter Wasser. Hier trifft leider wieder Punkt 1 gnadenlos zu. Irgendein Abflussrohr ist undicht und wenn gleich zwei Leute nacheinander duschen, verursacht das einen mittelgroßen Wasserschaden.

    Den Klempner erreicht man interessanterweise erst, wenn man beim Handy die Nummer unterdrückt und sozusagen anonym anruft. Schweinebacke!    

    Außerdem hat uns gestern auch noch der Fliesenleger beglückt, um bei den nachträglich im Bad eingesetzten (weil falsch verlegten) Fliesen die Fugenfarbe rauszukratzen und sie noch mal in der richtigen Farbe (Hellgrau statt Braun, wie auch im restlichen Badezimmer) zu verfugen. Was soll ich sagen? Dieser Idiot hat Braun rausgekratzt und neu verfugt – in Braun. Wenn‘s für Blödheit einen Preis gäbe, dann tät‘ ich mir gerade ein bisschen schwer bei der Entscheidung.

    Der Elektriker war auch mal wieder da. Er sollte herausfinden, warum etwa ein Viertel der Lichtschalter und Steckdosen nicht gehen (…). Irgendwelche Zuleitungskabel wäre durchschnitten. Hä!? Wie passiert denn sowas? Achselzucken. Heute kommt er wieder.

    Toll.  

    16. Juli 2008

    Ein Wunder wird wahr (also fast...)

    Kaum zu glauben, aber heute sind die Küchenmöbel geliefert worden. Ein traumhafter Anblick (leider ohne Bild), dieser Riesenberg an Kartons, den uns die Küchenfirma heute mal mitten in der Küche aufgetürmt hat. Zum Aufbauen kommen sie erst morgen. Aha, macht man das so? Aber unsere Schmerzgrenze ist – zumindest was dieses Thema betrifft – hoch und deshalb veranstalten wir heute Abend wohl eher einen Freudentanz, als dass wir uns ärgern, dass wir nicht mehr an die Teller kommen.

    Ach ja, falls jemand demnächst eine neue Küche kaufen möchte, Nerven Zeit und Geld sparen möchte, dem kann ich nur empfehlen, sie woanders als hier zu kaufen.

    15. Juli 2008

    Wetteraussichten

    Also mal ganz ehrlich. Soll das jetzt so weiter gehen mit diesem trübkalten Frühherbstwetter? Ich als Neugartenbesitzerin bin damit Ü.BER.HAUPT.NICHT einverstanden.

    Verstanden??

    Ha!

    Gerade war der Kabelmann da. Zwängt sich durch die Umzugskartons, Kisten und Kinderkram im Keller, sucht hier, sucht dort. Puh, nicht mal Licht hier. Einen „Übergabepunkt“ kann er trotzdem nicht finden. Die schnelle Hotline zum Elektriker bestätigt den Verdacht. Wir sind in ein Haus gezogen, in dem „man“ traditionell eher nicht ferngesehen hat.

    Ich erinnere mich an die erste Besichtigung hier, der Vorbesitzer hatte so eine abenteuerliche Zimmerantennenkonstuktion Marke Reinigungsdrahtkleiderbügel im Dachgeschoss. Er schaue eh fast nie. Kein Wunder, der ehemalige Masseur machte gerade eine Umschulung zum Walddorflehrer. Und hat sich deswegen die Haare nicht mehr geschnitten. Aber ich schweife ab.

    Will sagen, das man nun erstmal die Straße aufgraben müsste, um einen „Übergabepunkt“ in unser Haus zu legen. Und das kann ja seeeeehr lange dauern... grins.

    14. Juli 2008

    Anders abschalten

    Seit dem wir in Suburbia wohnen, hatten wir nicht nur kein  Internet sondern haben auch kein Fernsehen. Ich finde das nicht besonders tragisch, ich kann gut und gern darauf verzichten. Ich lese gern mal ein Buch oder eine Zeitung. Dafür nehme ich mir viel zu wenig Zeit. Dem Großen ab und zu eine DVD einwerfen, finde ich auch ok. Mit Kika und Konsorten stehe ich sowieso auf Kriegsfuß.

    Mein Liebster war da immer anderer Meinung. Wenn er spät abends nach einem 10-12h-Tagvon der Arbeit nach Hause kommt, war seine Entspannung vor den Fernseher setzen und nichts mehr denken müssen. Abschalten bedeutete Einschalten.

    Eben sagte er zu mir: Eigentlich ganz angenehm so ohne Fernseher. Ich vermisse ihn gar nicht.

    Schade eigentlich, dass gerade morgen der Kabelmann kommt, um uns zu verbinden. (Vielleicht finden wir dann einfach das Antennenkabel nicht, denn das hat noch keiner ausgepackt...)

    12. Juli 2008

    Wow.

    Ich bin wieder mit der Großen Weiten Welt verbunden. Also so richtig zu Hause am Schreibtisch und so. Unfassbar. Die Dramen, die sich noch seit letzten Donnerstag abgespielt haben, erspare ich euch lieber. Aber es fühlt sich gut an. So als könnte man wieder sehen, nach vorrübergehender Blindheit. Oder so ähnlich.

    Die Küche kam tatsächlich nicht. Vermutlich nächsten Mittwoch. Falls nicht, werden wir vom Vertrag zurücktreten. Der Anwalt sitzt schon in Alarmbereitschaft. Das würde dann allerdings erneut 6-8 Wochen Wartezeit bedeuten. Ob die Johannisbeeren so lange reichen? Und die Ausbeute am Kirschbaum ist ja auch eher dürftig. Wir werden betteln gehen. Vielleicht kommt ja jemand vorbei und bringt uns ein warmes Süppchen. Kriegen wir schon hin.

    Außerdem haben wir weder alles im Griff. Zumindest an den Türen. Und vielleicht erbarmt sich heute noch jemand der Treppenschutzgitter.

    Dann wäre da nur noch die Sache mit der Kamera. Hat jemand einen guten Tipp? Aber jetzt bin ich je wieder verbunden mit allen Testberichtsforen dieser Welt. Wunderbar.   

    9. Juli 2008

    Besondere Umstände und so

    Leider ist mein ursprünglich als „ich zeig mal meine kreativen Ergüsse und berichte nebenbei noch ein bisschen von Kindern und Familie“-Blog zu einem echten Jammer-Baustellen-Umzugsblog verkommen.

    Aber besondere Ereignisse verdienen nun mal auch ihre Beachtung hüstel. Und so zeige ich demnächste bestimmt auch wieder die neuesten Erzeugnisse aus dem Nähzimmer. Das funktioniert nämlich prima. Zum Glück.

    Bis dahin schon mal herzlichen Dank bei meinen geneigten Lesern für Geduld und aufmunternde Worte!

    Da, wo ich herkomme, sagt man des werd scho.

    Trotzdem.

    Langsam finde ich Gefallen an meinem neuen Zweitarbeitsplatz. So komm ich wenigstens „mal raus“. Ansonsten bin ich ja im Moment nur Chaffeuse meines Großen, der noch am alten Wohnort in seinen Kindergarten geht. Wenn's dumm läuft und sich alle Ampeln und Autofahrer gegen mich verschworen haben, macht das locker 3h Autofahrt pro Tag aus. Ein heller Wahnsinn. Bei den Benzinpreisen darf man nicht darüber nachdenken. Zum Glück (für mich) geht er da nur noch zwei Wochen hin. Das Kassettenkontingent im Auto haben wir für alle Fälle mal aufgestockt.

    Aber zurück zum Bäcker. Die Kirschtaschen schmecken heute besonders süß und die Verkäuferin ist es auch. Sie schaut mich immer schon ganz mitleidig an, weil ich ihr von meiner misslichen Lage erzählt habe – nur damit keine Missverständnisse aufkommen (die hat wohl kein Zuhause und so...).

    Jedenfalls habe ich mich heute morgen – zwischen die Männer verabschieden (Gott sei dank war heute Papa mal Chauffeur) und Nanny begrüßen mit der Kleinen auf's Rad geschwungen und wir haben ein wenig die Umgebung erkundet. Und in kaum 3 Minuten Fahrzeit waren wir mitten im Wald, dann über eine kleine Brücke, vorbei an einem kleinen Bach inmitten von Pferdekoppeln (die Kleine kam aus dem Wiehern gar nicht mehr raus), versteckt zwischen Bäumen ein paar schottische Hochlandrinder, dann mitten im Wald ein kleiner See (und wer ist da wohl gleich reingehüpft!?), Himbeeren am Wegesrand und eben diese ganze wildromatische Nummer. Ich bin noch ganz berauscht von dem Geruch nach feuchtem Holz, Pilzen und Moos. Herrlich. Und das so direkt nebenan. Ein Traum. Da hab' ich glatt mal kurz vergessen, dass der Küchenfuzzi sich zwei Tage vor einem erneut angekündigten, vielleicht eventuell möglichen Küchenliefertermin immer noch nicht gemeldet hat und das heißt – mit Verlaub – nichts Gutes.

    Egal. Ich rieche immer noch den Wald. Und die Kirschtasche natürlich.

    8. Juli 2008

    Neulich beim Bäcker

    Mal schnell zwischendurch:

    Den Saft haben sie mir nachhaltig abgedreht, um nicht geschäftsmäßig pleite zu gehen, besuche ich nun täglich die Bio-Bäckerei im "Dorf", die einen Hotspot eingerichtet hat. Toller Arbeitsplatz und so gesund. Leider bekommt man auch von zuviel Bio-Kirschtaschen Sodbrennen...

    Die Küche ist nicht gekommen, irgendwie auch nicht in Sicht. Noch immer fehlen die Türklinken im ganzen Haus, Oma hat sich schon mal zwei Stunden mit der Kleinen in ihr Zimmer eingesperrt, bis wir wiederkamen und sie befreien konnten.

    Wann bringt endlich mal jemand die Treppenschutzgitter an!??

    Der Hund hat sich mittlerweile bei allen Nachbarn beliebt bekannt gemacht, in dem er ein Probebad im Gartenteich genommen hat. Zum Glück nehmen das alle mit Humor. Nur ich nicht, wenn er schwarz bis zu den Zähnen in die Küche kommt und sich erst mal vor der weißen Wand schüttelt. Deshalb habe ich aber erstmal in ca. 25m Buchehecke einen kniehohen Hasendraht eingezogen. Und bin nun mit allen Spinnen in der Hecke per Du.

    Ach ja, und am Umzugstag ist meine Kamera kaputt gegangen. Was für ein Ärger. Leider lohnt sich eine Reparatur nicht wirklich. Die Gute ist schon bald 5 Jahre alt, hat schon zwei Pixelfehler aber ward immer geliebt. Und nu?

    Stay immernoch tuned!  

    2. Juli 2008

    Von ganz weit draußen

    Um es vorweg zu sagen: 1und1 hat mir den Saft abgedreht (diese Schw...) bzw. sie haben ihn mir gar nicht erst angedreht. Schuld ist angeblich die T.elekom (diese Schw...), die weisen jedoch alle Schuld von sich. Der Kunde ist in diesem Fall nicht König sondern hat sich gefälligst rauszuhalten.

    Darum bin ich gerade im Büro des Liebsten beim Asyl-Surfen und kann jetzt in etwa nachfühlen, was es heißt, ca. 1h ins Büro zu fahren.

    Kurze Zusammenfassung: Suburbia ist wunderbar. Frühstück auf der Terasse, Tropicalrainshowerdusche am Morgen und Johannisbeeren vom Strauch direkt in den Mund. Als Stadtkind ist hier für mich Ausnahmezustand. Für unsere kleinen Stadtkinder auch. Keine U-Bahn vor der Tür, nur Vogelgezwischter. Und der Hund schaut mich immer an, als wollte er fragen, ob wir eventuell hier bleiben könnten, also für immer, und bitte nnicht wieder nach Hause fahren müssen.

    Der Umzug lief gut, nur das Treppenhaus im neuen Haus wurde schwer demoliert. Aber das war abzusehen.

    Die Küche kommt hoffentlich am Freitag (so Gott will) und vielleicht haben wir demnächst auch mal Türgriffe an den Türen. Aber wen stört das schon.

    Der Liebste trauert. Da fällt es mir ein bisschen schwer, total happy zu sein.

    Bilder und Blogeinträge gibt es wieder, wenn ich wieder Saft habe.

    Bis dahin lassen wir die Beine baumeln...              

    23. Juni 2008

    Umzugsschnipsel

    Wer Handwerkern nur wenig Denkvermögen zutraut, irrt. Sie haben NOCH WENIGER Denkvermögen, als man sich vorstellen kann.

    Die Küche kommt.

    Die Küche kommt nicht.

    Wir bekommen eine Ersatzküche.

    Wenn der Fliesenleger nicht kommt und das Loch im Bad wieder zuklebt, kann auch der Klemptner den (jetzt hoffentlich richtigen) Wasserhahn nicht dran machen und das Waschbecken nicht aufhängen und wir uns nicht waschen. (Aber wir haben ja noch das völlig überdimensionierte {Ersatz}Waschbecken in der Toilette.

    Im Garten gibt es Zecken.

    Für Einkäufe Einkaufsstress bei I.KEA bin ich wohl zu alt.

    Wenn der Liebste seine Bilder nicht aufhängen darf, ist er beleidigt. Dabei war ich doch so froh, dass wir sie jetzt mal weghängen wo anders hinhängen könnten.

    Drei Tage vor dem Umzug endlich Treppenschutzgitter gekauft.

    Es kann los gehen. Stay tuned.

    17. Juni 2008

    Es läuft super

    Während die deutschen Berufsfußballer gestern ein – wie ich finde – jämmerliches Bild abgegeben haben (keine Chance gegen die Portugiesen, absolut keine...), hat das Tochterkind einen grandiosen Erfolg zu verzeichnen. Sie kann laufen! Mit dieser kleinen Sensation schleicht sie sich mal eben durch die Umzugskartons und -wirren. Da bekommt Mami glatt feuchte Augen.

    Der große Bruder war so stolz, dass er es gleich seiner Busenfreundin im Kindergarten gesteckt hat, dass SEINE Kleine schon 3 (!) Schritte alleine laufen kann. Heute waren‘s sogar schon 5!

    16. Juni 2008

    Fremde Sprache

    Letzte Woche hat sich der Sohn im Kindergarten einfach mit in den Englisch-Kurs geschlichen. Da wollte er schon lange hin, aber wir haben bislang keinen Platz bekommen.

    Heute auf dem Weg zum Kindergarten erklärt er mir: Mama, wenn man im Park auf englisch stehen bleiben muss, dann heißt das „Schtäii“.

    Is' klar, ne?

    Nun also doch.

    Von Beruf bin ich Optimist. Manchmal auch Zweckoptimist. Aber es hilft. Bislang habe ich immer gesagt, ach was, wir schaffen das schon. Früher hat sich meine Mutter immer aufgeregt, weil ich vor Prüfungen in der Schule immer in letzter Sekunde gelernt habe (an den Zensuren gab's nichts auszusetzen) oder vor Reisen erst am Abend zuvor oder am Morgen der Reise gepackt habe. Alles ganz easy.

    Doch langsam stellt sich bei mir ein leicht nervöses Gefühl in der Magengrube ein. Der Maler, der noch ungefähr fünf Seiten Mängelliste abzuarbeiten hat, ist mittlerweile die meiste Zeit auf einer neuen Baustelle. Der Klempner ist nicht erreichbar. Muss aber so ziemlich alles wieder ausbauen, was er schon eingebaut hat, weil falsch. Das ist alles ärgerlich, schockt mich aber nicht. Dass nun allerdings auch die Küche vermutlich nicht pünktlich vor dem Einzug geliefert wird, obwohl uns seit Monaten versichert wurde, dass das nun ü.ber.haupt kein Problem sein sollte, lässt mich nervös werden. Abwaschen in der Badewanne, kochen in der Mikrowelle, Zwangs-Essen-gehen?

    Ne, hab ich ÜBERHAUPT KEINEN Bock drauf.

    12. Juni 2008

    Unbedingt (Einpacken_02)

    Seit Wochen schleiche ich um meine Nähsachen. Da sie sich mittlerweile in der ganzen Wohnung verteilt in und auf den Schränken stapeln, komme ich nicht daran vorbei. Weil ich eigentlich ÜBERHAUPT keine Zeit zum Nähen hatte, habe und vermutlich vor dem Umzug auch nicht mehr haben werde, wären sie schon längst fällig für eine (oder zwei oder drei) Umzugskiste(n).

    Aber ich wollte UNBEDINGT noch mal was nähen. Also habe ich gestern geflissentlich über das Chaos um mich herum hinweg geblickt, Geschirr Geschirr und  Wäsche Wäsche sein lassen, habe (zum letzten Mal) den Küchentisch freigeschaufelt und mich ans Maschinchen gesetzt.

    Das, was da entzückendes rausgekommen ist, beschert mir heute zwar Augenringe (hab' wie immer zu spät angefangen) aber sollte vorallem die Omas entzücken. Der Leopardenstoff ist ein alter Kissenbezug von der einen Oma, der rosa-mit-Sternchen-Stoff von der anderen Oma (wenn mich nicht alles täuscht sogar von der Uroma).

    Von vorne:

    Von hinten:
    Von ganz nah:
    Und am Modell:

    11. Juni 2008

    Kleiner Feger

    Die Kleine sitzt auf dem Boden und kämmt sich hingebungsvoll mit dem (Puppen-)Handfeger die Haare. Kommt der große Bruder und sagt: Oh nee, dass ist doch ein Boden-Kamm!

    Bademode

    Gestern war ich mit den Kurzen im Schwimmbad.

    Heute morgen schaut mir der Große unters T-Shirt und fragt: Mama, hast du heute auch wieder einen Zucchini  drunter an?

    10. Juni 2008

    Rational (finanziell) gesehen

    Heute morgen auf der Hundewiese. Kommt ein mir vom Sehen bekanntes Frauchen mit ihrem Golden und einem Welpen.

    Sage ich: Wo ist denn ihr Großer (war ein Rhodesian Richback), ist der verblichen (naja, er war wirklich schon alt)? Sagt sie: Ach ja, der hatte eine Magendrehung (für so große Hunde meistens tödlich), das wurde operiert, dabei haben sie noch einen Milztumor entdeckt, der war schon geplatzt. Das hat er aber alles überstanden. Dann hatte er aber eine Lungenembolie. Die hat er nicht überlebt. Tja, da zahlt man noch mal 800 Euro und dann das. Naja, wir haben ihn einäschern lassen, jetzt steht er bei uns auf dem Wohnzimmerschrank.

    Mehr als ein betroffenes Oh! ist mir dazu nicht eingefallen.

    9. Juni 2008

    Mein Freund der Baum...

    ... ist tot. Aber er starb nicht im kühlen Morgenrot (oder so ähnlich), sondern still und leise vor sich hin. Laut Gärtner irgendein Schädling, der den Baum nach und nach die Nadeln verlieren lässt – nur noch die diesjährigen Triebe sind grün und davon wird sich der alte Knabe auch nicht mehr erholen. Immerhin schätzen wir sein Höhe auf mindestens 20 Meter, er hat also schon einigen Generationen an Vögeln und anderem Getier Unterschlupf gewährt. Auch das sind sozusagen die Folgen eines voranschreitenden Klimawandels. Die letzten beiden Winter waren zu warm und vor allem das Frühjahr 2007, so dass die Ungezieferpopulation geradezu explosionsartig gewachsen ist.

    Nun könnte uns das ziemlich betroffen machen (also das mit dem halbtoten Baum). Tut es aber nicht. Der Lange war uns von Anfang an ein Dorn im Auge. Er verwandelt unsere gartenseitige Terasse nämlich den halben Tag in ein schattiges Plätzchen, bevor die Sonne dann ohnehin um die Hausecke verschwindet. Lauschig vielleicht im Hochsommer aber irgendwie lästig für den Rest des Jahres.

    Natürlich braucht man hier eine Genehmigung, bevor man einen Baum fällt. Wir sind aber optimistisch.  

    Das Einzige, das wir wirklich schade finden (neben den gravierenden Folgen des Klimawandels), ist das Schweitern unseres Planes, den Baum in der kommenden Vorweihnachtszeit auf der Binennalster zu sehen... Da muss Ole dann wohl doch einen aus Norwegen importieren.

    Verheißungsvoll

    Das Schöne am Erwerb eines alten Hauses samt Garten  ist die Tatsache, dass man in der Regel kein plattgewalztes Brachland hinterm Haus hat, sondern im Idealfall einen Garten, der einen zu jeder Jahreszeit überrascht.

    In unserem (zukünftigen) Garten sucht man jeglichen „Stil“ vergebens. Bambus wächst neben Stechpalme, Kirschloorbeer neben Thuja und die Hecke besteht aus ziemlich allem, was einem den Radiklaschnitt mit der Heckenschere nicht übelnimmt. Trotzdem konnten wir in der langen Umbauphase schon Heerscharen von Krokussen und Tulpen bestaunen, einen herrlich blühenden Magnolienbaum bewundern und die Farne beobachten, wie sie ihre faustgroßen Krallen zu ausladenden Palmwedeln entfalteten.

    Das hier jedenfalls verspricht eine grandiose Ernte. Entweder für uns oder für die Vögel. Mal sehen, wer schneller ist.      

    6. Juni 2008

    Einpacken_01

    Wir starten langsam in die „Eingewöhnungsphase“...

    Holleri dudödel di

    Um an „unverseuchte“ Hollunderblüten in der schönsten Stadt der Welt zu kommen muss man entweder weit raus fahren oder einem schönen Hollerstrauch in einem versteckten Hinterhof begegnen, umschlossen von hohen Häuserwänden, abgeschirmt von stinkenden Autos, streunenden Katzen und pieselnden Hunden. Wie mir gestern geschehen. Und weil man Gelegenheiten nutzen muss, habe ich mich gleich im Schutz der aufkommenden Dämmerung mit Schere und Tüte bewaffnet und zugeschlagen. Äh... abgeschnitten.

    Hollerblütensirup ist was wunderbares. Konservierter Frühlingsduft sozusagen. Gute Laune in Flaschen. Und universell einsetzbar. Verdünnt mit Apfelsaft, Wasser und Eiswürfeln macht es Kinder glücklich, verdünnt mit eisgekühltem Prosecco macht es ein Schalalagefühl bei großen Leuten und als Mitbringsel bei einer Einladung macht es einfach nur Eindruck (Was,  selbstgemacht?)

    Also, was red' ich lange. Man braucht: 30 Hollerblüten, 1,5 l Wasser, 1,5 kg Zucker, 2 TL Vitamin C (aus der Apotheke), 1 unbehandelte Zitrone in Scheiben geschnitten (am Besten Bio). Das Wasser und den Zucker aufkochen, die restlichen Zutaten dazugeben und 30 Minuten bei schwacher Hitze ziehen lassen. Den Sud durch ein feines Tuch (in ein Sieb gelegt) gießen, in heiß ausgespülte Flaschen abfüllen und sofort gut verschließen. Wird der Sirup kühl und dunkel gelagert, hält er bis zu 8 Monaten.

    Noch ein Tipp: obwohl sich in Hollerblüten fast IMMER irgendwelche Tierchen tummeln (die riechen einfach so fein), die Blüten nicht waschen, sonst gehen die ganzen Blütenblätter samt dem leckeren Geschmack und Duft ab in den Gulli. Deshalb die großen Tierchen rauspflücken, Augen zu und ab in den Topf. Vom Sirup braucht man immer nur ganz, ganz wenig – der Geschmack ist sooo intensiv. Eisgekühlt, mit einem Schuss Zitronensaft und Wasser aufgegossen, schmeckt mir das am Besten.

    Wer das noch in dieser Saison ausprobieren will, muss sich sputen. Die Blüten sind jetzt optimal (zumindest hier in diesen Breitengraden). Nach dem nächsten Regenschauer kann's schon vorbei sein.

    Und so gülden leuchtet er dann in der Abendsonne ;-).  

    4. Juni 2008

    Glück gehabt

    Kurz vor dem abendlichen Zähneputzen nimmt der Sohn die Mama in den Arm, drückt ihr einen Kuss auf die Wange und flüstert ihr verheißungsvoll ins Ohr:
    Mama, ich mag jetzt nicht mehr mit dir schimpfen.
    Süß. Zu süß.

    3. Juni 2008

    Schwieriges Unterfangen

    Wenn dem Gastübernachtungskind um 21.15 Uhr einfällt, doch lieber bei Mama schlafen zu wollen, die aber (wie immer besorgt) im Zug zwischen der Hauptstadt und der schönsten Stadt der Welt sitzt und das Handy keinen Empfang hat, ist viel Eloquenz, Einfühlungsvermögen und Diplomatie gefragt.

    Und ein klares Wort, dass jetzt endgültig Feierabend ist im Hühnerstall. Augen zu, Klappe halten.

    Zwiegespräch

    Eyy desda ndididi? (Ey Alter, was machst du hier? Wohnste  hier?)
    Mmmama, eyyy... (Mama, der Kerl hat sich nich' mal die Füße gewaschen!)
    Dididi mmmmpfff bababab! (Und immer schön die Pfoten waschen!)
    Da, ey da! Wuwuwu? (So wie die da drüben. Kennste die? Ich nich'.)

    2. Juni 2008

    Kriminell aufregend

    Mir als eingefleischter Krimifan (ich bevorzuge Krimis seitenweise) schlägt das Herz höher: ein Krimi zum Mitmachen. Und auch noch in Hamburg. Wie aufregend!

    Suburbia

    Ganz nach dem Motto „Trautes Heim – Glück allein“ haben wir diesen spießbürgerlichen Gesellen in unserem Garten entdeckt, nach dem ein fleißiger, osteuropäischer Mensch mit einem grünen Daumen und einem scheinbar noch viel leistungsfähigerem Rasenmäher ein wenig Ordnung in das weitläufige Dickicht  hinter unserem Haus gebracht hat. Ich hab's nicht über's Herz gebracht, ihn postwendend in der Mülltonne zu versenken – die Kleine hat sich nämlich prima mit ihm unterhalten. Er war übrigens nicht der einzige, der da zwischen den Büschen saß.

    Es beibt wohl spannend, ob wir auf eine Baustelle einziehen werden. Denn obwohl gestern eigentlich vereibarter Abnahmetermin war, sind noch unendlich viele kleine „Baustellen“ offen. Aber eines wird langsam sichtbar: es wird wunderschön. Ein Hierkommichgernnach-Haus.

    29. Mai 2008

    Blitzlicht

    Die Zeit rast.

    In vier Wochen übersiedeln wir nach Suburbia, trautes Eigenheim, Garten, Regentonne. Die Nähmaschine verstaubt, der Computer wird nur für die Arbeit angeworfen, die Geld verdienen lässt. Unglaublich dicke Männer mit Schweißperlen auf der Stirn begutachten unser Hab und Gut, zählen, überschlagen, schätzen. Zwei Lastwagen sagen sie, 140 Kartons sagt der eine, der andere sagt 60. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Was, Altbau ohne Fahrstuhl? In meinem Kopf schwirren Halteverbotszone und Packseide.

    Hatte ich doch so gehofft, dass ich die Zeit für groß angelegtes Ausmisten, Wegwerfen und Neuordnen finden werde, so werden wir vermutlich den ganzen Sperrmüll mit umziehen. Wieder eine vertane Chance à la "Simplify your Life". Unglaublich, was sich mit zwei Zwergen so alles ansammelt. Dabei tut Trennen manchmal so gut.

    Nach sieben Monaten Kampf, Magenschmerzen und Ungewissheit, unzähligen Telefonaten und Jammerbriefen ans Jugendamt wurde das Wunder vier Wochen vor Umzug doch noch wahr. Ein Kindergartenplatz für den Großen. Sogar der Wunschkindergarten, mit Hausschlappen einmal um die Ecke. Hier mein Kind, muss wieder nach Hause, die Waschmaschine läuft. Sogar einen Krippenplatz haben sie uns versprochen. Dann muss die Kleine nicht mehr weinen, morgens, wenn sie den Großen im Kindergarten abgeben muss. Ich habe immer an Sie gedacht, sagt die freundliche Frau am Telefon, Sie haben doch so oft angerufen. Man muss doch nur penetrant genug sein. Sogar eine selbstgebastelte Einladung hat er schon bekommen, der Große. Und sagt ganz optimistisch (sich selbst überzeugend) Mama, ich WOLLTE auch in die Entengruppe.

    Die Kleine übt für ihre ersten eigenen Schritte, freut sich wie Harry, wenn sie zwei Sekunden freihändig stehen kann, klatscht sich selbst Beifall. Man muss sich auch mal selber loben.

    Und so lobe ich mich, dass ich über Wasser bleibe. Den Horizont noch im Blick habe. Das Steuerrad noch in der Hand. Suburbia, wir kommen.

    14. Mai 2008

    Draußen nur Kännchen

    (Für Caro.)

    Für alle, die sich nun auf machen wollen auf die kleine Insel im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer (eine schöne Bezeichnung wie ich finde, denn welche Stadt kann schon ein Meer ihr eigen nennen) sei gesagt: in den Ferienappartments findet man vorherrschend Gelsenkirchener Barrock (Eichemassiv-Couchtisch mit Flieseneinlage zur Blümchenveloureckgarnitur) und draußen gibt's überwiegend Kaffee im Kännchen.

    Trotzdem ist es friesisch herb und wunderschön :-).

    13. Mai 2008

    In Hamburg, ganz weit draußen

    Zu Hamburg mit seinen 104 Stadteilen gehört noch ein ganz besonderes Fleckchen Erde: die Insel Neuwerk im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer. Die Insel liegt in der Elbmündung vor Cuxhafen und gehört (mit Unterbrechungen) schon seit ca. 700 Jahren zu Hamburg. 1299 wurde ein 35 Meter hoher Turm als Seezeichen und Vorposten gegen Strandräuber errichtet. Der Leuchtturm ist das älteste Bauwerk Hamburgs und außerdem das älteste Bauwerk an der deutschen Nordseeküste. Mehr darüber zu lesen gibt es hier und hier.

    Wir haben ein paar wunderschöne Pfingsttage auf diesem beschaulichen Eiland verbracht und fühlen uns nach drei Tagen so erholt, wie nach einer Woche Urlaub. Die Stille und Beschaulichkeit auf dieser Insel ist berauschend.

    Traditionell kommt man mit dem Wattwagen auf die Insel. Eine Karawane von hochgebockten Pferdewagen, die die Touristen Tag für Tag bei Ebbe von Cuxhafen durchs Watt auf die Insel bringen. Leider haben wir auf einem Wagen keinen Platz mehr bekommen und so sind wir mit dem Schiff gefahren, was natürlich dem Nachwuchs auch großen Spaß gemacht hat. Man kann auch durchs Watt auf die Insel laufen, allerdings muss man bedenken, dass es unterwegs keine Sitzgelegenheit zum Ausruhen gibt. Und eineinhalb Stunden stramm durch den Schlick marschieren hat es durchaus in sich.

    Dieses Wochenende war schlichtweg eine Sensation, weil es so herrlich unspektalulär und unaufgeregt war. So was bräuchten wir öfter.

    Impressionen aus dem Bezirk Hamburg Mitte:

    8. Mai 2008

    Kita-Slang

    Sagt der Sohn zum Papa: Komm, Sexy Baby!

    Da hat er wohl was falsch verstanden ;-).

    Stilblüte

    Mama, die Blume heb' ich solange auf, bis sie aufgeblütet ist.

    Logisch, oder?

    5. Mai 2008

    Ein Tag am Meer

    Ich liebe die schönste Stadt der Welt und ihre Nähe zu den zwei Meeren. Am Wochenende haben wir endlich die Strandsaison eröffnet. Viele Worte wären überflüssig. Es war einfach grandios.

    Und dann wieder...
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