29. Mai 2008

Blitzlicht

Die Zeit rast.

In vier Wochen übersiedeln wir nach Suburbia, trautes Eigenheim, Garten, Regentonne. Die Nähmaschine verstaubt, der Computer wird nur für die Arbeit angeworfen, die Geld verdienen lässt. Unglaublich dicke Männer mit Schweißperlen auf der Stirn begutachten unser Hab und Gut, zählen, überschlagen, schätzen. Zwei Lastwagen sagen sie, 140 Kartons sagt der eine, der andere sagt 60. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Was, Altbau ohne Fahrstuhl? In meinem Kopf schwirren Halteverbotszone und Packseide.

Hatte ich doch so gehofft, dass ich die Zeit für groß angelegtes Ausmisten, Wegwerfen und Neuordnen finden werde, so werden wir vermutlich den ganzen Sperrmüll mit umziehen. Wieder eine vertane Chance à la "Simplify your Life". Unglaublich, was sich mit zwei Zwergen so alles ansammelt. Dabei tut Trennen manchmal so gut.

Nach sieben Monaten Kampf, Magenschmerzen und Ungewissheit, unzähligen Telefonaten und Jammerbriefen ans Jugendamt wurde das Wunder vier Wochen vor Umzug doch noch wahr. Ein Kindergartenplatz für den Großen. Sogar der Wunschkindergarten, mit Hausschlappen einmal um die Ecke. Hier mein Kind, muss wieder nach Hause, die Waschmaschine läuft. Sogar einen Krippenplatz haben sie uns versprochen. Dann muss die Kleine nicht mehr weinen, morgens, wenn sie den Großen im Kindergarten abgeben muss. Ich habe immer an Sie gedacht, sagt die freundliche Frau am Telefon, Sie haben doch so oft angerufen. Man muss doch nur penetrant genug sein. Sogar eine selbstgebastelte Einladung hat er schon bekommen, der Große. Und sagt ganz optimistisch (sich selbst überzeugend) Mama, ich WOLLTE auch in die Entengruppe.

Die Kleine übt für ihre ersten eigenen Schritte, freut sich wie Harry, wenn sie zwei Sekunden freihändig stehen kann, klatscht sich selbst Beifall. Man muss sich auch mal selber loben.

Und so lobe ich mich, dass ich über Wasser bleibe. Den Horizont noch im Blick habe. Das Steuerrad noch in der Hand. Suburbia, wir kommen.

14. Mai 2008

Draußen nur Kännchen

(Für Caro.)

Für alle, die sich nun auf machen wollen auf die kleine Insel im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer (eine schöne Bezeichnung wie ich finde, denn welche Stadt kann schon ein Meer ihr eigen nennen) sei gesagt: in den Ferienappartments findet man vorherrschend Gelsenkirchener Barrock (Eichemassiv-Couchtisch mit Flieseneinlage zur Blümchenveloureckgarnitur) und draußen gibt's überwiegend Kaffee im Kännchen.

Trotzdem ist es friesisch herb und wunderschön :-).

13. Mai 2008

In Hamburg, ganz weit draußen

Zu Hamburg mit seinen 104 Stadteilen gehört noch ein ganz besonderes Fleckchen Erde: die Insel Neuwerk im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer. Die Insel liegt in der Elbmündung vor Cuxhafen und gehört (mit Unterbrechungen) schon seit ca. 700 Jahren zu Hamburg. 1299 wurde ein 35 Meter hoher Turm als Seezeichen und Vorposten gegen Strandräuber errichtet. Der Leuchtturm ist das älteste Bauwerk Hamburgs und außerdem das älteste Bauwerk an der deutschen Nordseeküste. Mehr darüber zu lesen gibt es hier und hier.

Wir haben ein paar wunderschöne Pfingsttage auf diesem beschaulichen Eiland verbracht und fühlen uns nach drei Tagen so erholt, wie nach einer Woche Urlaub. Die Stille und Beschaulichkeit auf dieser Insel ist berauschend.

Traditionell kommt man mit dem Wattwagen auf die Insel. Eine Karawane von hochgebockten Pferdewagen, die die Touristen Tag für Tag bei Ebbe von Cuxhafen durchs Watt auf die Insel bringen. Leider haben wir auf einem Wagen keinen Platz mehr bekommen und so sind wir mit dem Schiff gefahren, was natürlich dem Nachwuchs auch großen Spaß gemacht hat. Man kann auch durchs Watt auf die Insel laufen, allerdings muss man bedenken, dass es unterwegs keine Sitzgelegenheit zum Ausruhen gibt. Und eineinhalb Stunden stramm durch den Schlick marschieren hat es durchaus in sich.

Dieses Wochenende war schlichtweg eine Sensation, weil es so herrlich unspektalulär und unaufgeregt war. So was bräuchten wir öfter.

Impressionen aus dem Bezirk Hamburg Mitte:

8. Mai 2008

Kita-Slang

Sagt der Sohn zum Papa: Komm, Sexy Baby!

Da hat er wohl was falsch verstanden ;-).

Stilblüte

Mama, die Blume heb' ich solange auf, bis sie aufgeblütet ist.

Logisch, oder?

5. Mai 2008

Ein Tag am Meer

Ich liebe die schönste Stadt der Welt und ihre Nähe zu den zwei Meeren. Am Wochenende haben wir endlich die Strandsaison eröffnet. Viele Worte wären überflüssig. Es war einfach grandios.

Und dann wieder...

29. April 2008

Zu wenig

Gestern nach dem Schwimmkurs: in der einen Hand trage ich den Rucksack mit den Schwimmutensilien nebst fast voller Trinkflasche, die Jacke des Großen und seine  Gummihose. In der anderen Hand trage seine Kitatasche mit Brotdose, meine Tasche, eine Kekstüte (die ich bei Bedarf anreichen sollte), den Haustürschlüssel. Unter dem Arm klemmt noch eine Decke.

Sagt der Große entrüstet Aber Mama, du solltest doch MICH tragen!

Ääähm.

Freche Rübe

Kleene freche Rübe – nur mal so.

Frühlingsmützchen

Hach, da hätte ich doch glatt vergessen, euch die fertige Mütze zu präsentieren. Dabei wird sie schon seit ein paar Wochen getragen. Mit „mal eben 'ne Mütze häkeln“, wie bei dieser mit dem dicken Garn, wurde leider nix. Mit einer 3er Nadel ist mal schon ganz schön am arbeiten, vorallem die Kringel oben drauf. Also nichts für die Massenfertigung, aber als Einzelprojekt bestens geeignet.

23. April 2008

Kleine Naturforscher

Heute hatte unser Großer im Kindergarten einen ganz besonderen Termin. Das im letzten Jahr neu angelegte Blumenbeet sollte wieder frisch gemacht werden für die neue Gartensaison. Dazu muss man sagen, dass der Kindergarten ein außergewöhnlich schönes und großes Außengelände besitzt und sich Erzieher wie auch Eltern sehr engagieren um das Gelände laufend zu verschönern, zu pflegen und zu erhalten.

Im letzten Jahr wurde ein neues Blumenbeet in Form eines Baumes angelegt. Das Konzept entstand zusammen mit den Kindern, die auch im letzten Jahr die Blumen auswählen und pflanzen durften.

In diesem Jahr wurden dazu zwei Gärtner eingeladen, die den Kindern alles genau erklärten wieso, weshalb, warum. Und dann haben die kleinen grünen Zwerge angefangen, Unkraut zu jäten, aus- und einzugraben, zu buddeln zu düngen, zu finden und zu wühlen. 

Dabei kam neben guter Laune auch allerhand Lebendiges zum Vorschein.

Das ganze war der Auftakt zum alljährlichen Pflanzfest, das am Samstag stattfindet. Das, was nach feiern klingt, ist ein Tag harter Arbeit mit Schwielen an den Händen und Rückenschmerzen am Abend. Eltern und Kinder, Omas und Opas und wer sonst noch alles verpflichtet werden kann, treffen sich zum gemeinschaftlichen Gärtnern, Entrümpeln, Aufräumen und Neugestalten. Zum Glück wurde ich gefragt, ob ich sowohl den heutigen Tag als auch den Samstag in Bildern festhalten kann. Nicht, dass ich mir meine Hände nicht schmutzig machen wollte. Aber den Finger am Auslöser als die Hand an der Schubkarre ist mir irgendwie doch lieber ;-)...  

22. April 2008

Traum-Baum für's Traum-Haus

Inspiriert haben mich diese hübschen Traum-Bäumchen, die Suse aus einem Stoff vom großen Schweden genäht hat. Nachdem ich mir in absehbarer Zeit keinen Besuch beim Schweden antun werde (nach dem Umzug nach Suburbia werden wir da noch oft genug hinpilgern, fürchte ich), und hier aktuell ein neuer Stapel Kunin Filz liegt, war das eine schöne Gelegenheit, aus eben jenem was zu nähen.

 

So ganz und ausschließlich mit der Hand zu nähen, ist wirklich     ungewöhnlich. Aber macht Spaß. Das Ösengeklopfe muss ich allerdings noch üben. Aber so hat das Häuschen mit Garten in Suburbia – weil's doch so im Grünen liegt – schon einen eigenen Schlüsselanhänger.

19. April 2008

Ein perfekter Tag (2)

Der Große hatte heute seinen ersten offiziellen „Naschtag“. Diesen haben wir eingeführt, weil es immer wieder zu Hickhack und endlosen Diskussionen, Grenzübertretungen und Regelverletzungen (Naschi schon vor dem Frühstück, kurz vor dem Essen etc.) kam. Vermutlich bei anderen kein Thema, aber unser Junior isst sowieso wie ein Spatz und wenn er mal drei Gummibärchen gegessen hat, hat er gleich zu den nächsten drei Mahlzeiten keinen Hunger mehr.

Dem zu Folge wurde jetzt der Samstag zum Naschtag erklärt und da darf der Große selbst entscheiden, wann und wieviel Naschi er essen mag. Mit der guten Absicht, ihn selbst ausprobieren zu lassen, wie viel gut tut, konnte er heute essenstechnisch schalten und walten, wie er wollte.

Im Grunde meines Herzens habe ich heute von früh bis abends nur gelitten, führe ich doch Tag ein, Tag aus,  einen verzweifelten Kampf für die gesunde Ernährung meiner Liebsten. Bioladen lässt grüßen.

Was soll ich sagen. Konsequenterweise hat er heute als einzige „richtige“ Nahrung ein halbes Rosinenbrötchen gegessen. Begonnen hat er mit einer halben Tüte Gummibärchen und den Ohren seines Schokoosterhasen (auf Schoki steht er eigentlich nicht so, deswegen gab's den immer noch) und den Tag beendet hat er mit einem halben Päckchen Kinderkaugummi. Das zwischendrin zähle ich lieber nicht auf, denn sonst bekomme ICH Bauchschmerzen. Fotos gibt es auch keine, denn ich eigne mich nicht als Katastrophen-Fotograf.

Ich bin gespannt, wie die nächsten Naschtage so „schmecken“ werden. An seiner Stelle wäre mir heute allerdings echt der Magen zusammen geklebt.

Ein perfekter Tag (1)

Am Freitag war die Kita wegen einem Studientag geschlossen. Die beste Freundin des Großen kam zu uns, weil ihre Mama an die Uni musste und Freitag sowieso immer mein „freier“ Tag ist. Nachdem der Große die ganze Woche krank zu Hause war und ihn der ganze bevorstehende Umzug sowieso ein bisschen stresst, war das ein perfekter Tag für die zwei Freunde, denn sie hatten nur sich und jede Menge Spaß.

Zuerst auf den Spieli, Sandbuddeln mit der Kleinen, Piratenschiff erobern, klettern und Rutschen bis zu einem kleinen zweiten Frühstück.

Zu Hause haben die zwei ein bisschen gestickt – zugegebenermaßen ziemlich jungsuntypisch, aber der viele Nähkram der hier färbt halt doch irgendwann ab. Jedenfalls die neue Lieblingsbeschäftigung von meinem Großen und eine  Beschäftigung, die mich über die feinmotorischen Fähigkeiten von 4-jährigen staunen lässt. Nachdem ich noch keine vorgestanzten Karten gefunden habe (ich kann mich an sowas aus meiner Kindheit erinnern), mache ich im Moment noch selbst Löcher mit einer Sticknadel in Postkarten. Geht auch.

Danach haben sie ein bisschen gespielt und hatten dann die grandiose Idee, herauszufinden, was Knete macht, wenn man sie mit Wasser verknetet. Fragt nicht nach Sonnenschein. Ich fürchte an diesem Experiment kann sich auch noch unser Nachmieter erfreuen, wenn er die grünen Knetereste in den Fliesenfugen findet... Aber es war groß-ar-tig!  

Zwischendurch haben wir mal Heidelbeereis selbstgemacht. Yummie... 
Warten auf den nächsten Programmpunkt. Das, was da im Ofen wartet, ist schon soooo groß! 

Die Krönung wäre natürlich gewesen, wenn die beste Freundin auch noch über Nacht geblieben wäre. Aber ihre Oma hat sich auch schon auf sie gefreut. 

17. April 2008

Bedienung!

Nur mal so zwischendurch. Die Kleine kann man sehr glücklich machen, in dem man ihr einfach ein (großes!) Stück Wurst oder Käse in die Hand drückt. Wer will schon Brot essen?

Nachschlag!

15. April 2008

Gut behütet

Irgendwann im Winter kramte ich die Häkelnadeln raus und häkelte für das kleine Prinzesschen eine schicke Mütze, wie ich sie im Schaufenster einer Teuerboutique hier um die Ecke für die Dame von Welt gesehen hatte (für unglaublich viel Asche, versteht sich). Ich finde, sie kleidet sie sehr gut.

Das fand auch meine Freundin und sie war so begeistert, dass sie sich auch eine für den Sommer bestellt hat. In Lindgrün. Leider war es nicht so einfach, denn so ein dickes Garn gibt es eigentlich nicht in einem Material, bei dem einem nicht das Hirn wegschmilzt und das sich gleichzeitig auch noch schön formstabil hält, wie die Wintermütze. Letztenendes bin ich dann bei einem mitteldicken Baumwollgarn gelandet und habe das einfach doppelt genommen.

Und weil mir Häkeln gerade „gut von der Hand“ geht, schiebe ich gleich noch ein Frühlingsmützchen für die kleine hinterher. Und ihr dürft gespannt sein, wie das wird. Allerdings ein rechtes Genadel mit diesem dünnen Garn...

10. April 2008

Born to be spoilt (3)

Irgendwas mache ich falsch. Ich dachte, ich hätte klar kommuniziert, dass der Kurze die so sehnlichst gewünschten Inline Skates (sowie auch das Kickboard, das Fahrrad,  das Skateboard und all die anderen Dinge, die er sich „sehnlichst“ gewünscht hat) erst bekommt, wenn wir nach Suburbia übergesiedelt sind.

Leider meinte es die beste aller Omas und der beste aller Opas wieder mal zu gut und... zack! Nach einem Trip in die City kommt der Knirps mit Inlinern nach Hause. Meinte er noch zu Oma: „Da wird Mama aber ganz schön aufregend sein.“ Aufregend ist gar kein Ausdruck *grrr*.

Heute war ich das erste mal mit ihm und den Inlinern draußen. Bislang gab's nur Wohnungsfahren, dass wir aber auch ziemlich schnell einstellen mussten, weil unsere Nachbarn davon Kopfschmerzen bekommen haben (...). Was soll ich sagen: der steht drauf wie ein alter Hase. Festhalten an Mama? Fehlanzeige. Ich musste zusehen, dass ich mit dem Foto hinterher komme.

Die „Bahn“ ist übrigens ein Schwimmbassin in einem Park, dass sich in der kalten Jahreszeit hervoragend für Laufrad, Fahrrad, Roller und eben auch Inline Skates eignet.

Ach ja. Ich bin ganz schön stolz auf meinen zugegebenermaßen unglaublich verwöhnten Spross.      

It's tea time, baby!

Ganz ambitioniert habe ich kürzlich bei Hasi & Mausi eine ganze Tüte voll T-Shirts in unterschiedlichen Größen und Farben gekauft, um was hübsches draufzunähen und dann unheimlich reich damit zu werden. Soviel zu der Wunschvorstellung.

Gestern Abend hab ich angefangen. Angesichts der Tatsache, dass das kleine Hühnchen schon wieder krank ist und sich dank eines lästigen Hustens ständig selbst wieder wach gehustet hat, habe ich unglaubliche 2 (in Worten: zwei!!) Shirts geschafft zu verschönern. Damit ist das Thema Cupcakes aber noch lange nicht abgehakt. Mir fallen noch unendlich viele Variationen ein. Mit der Shop-Eröffnung auf Etsy oder Dawanda wird es wohl allerdings noch etwas dauern...

7. April 2008

Pralle Pracht

Ranunkeln sind die zuverlässigsten Gutelaunebringer nach einem kräftezehrenden Winter. Ihre heitere Unbeschwertheit erinnert mich immer an kichernde Mädchen. Ich mag diese Blumen.

Besonders heitere Exemplare, die bei uns seit ein paar Tagen in der Küche stehen, platzen vor lauter „zur Schau stellen“ fast aus der Vase. Jede will schöner und üppiger sein, als die andere. Sie leuchten mit ihren kräftigen Farben um die Wette und sehen so aus, als würden sie sich für einen Maler in Pose werfen.

Den Namen „Ranunkel“ fand ich immer gewöhnungsbedürftig. Er klingt so holprig und schrullig. Aber Ranunkeln sind in ihrer üppigen Pracht eben keine zarten Gewächse wie anmutende Amaryllis oder elegante Orchideen und so passt der Name eigentlich wieder.  

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