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7. Juli 2009

Queen of Calories und Sommer im Freien

Sommer: die Tage fliegen dahin. Obwohl sie gefühlt schon doppelt so lange sind wie im Winter, die Kinder abends nicht schlafen können, weil sie denken, sie verpassen das Licht – die Zeit reicht einfach nicht aus.

Die Kinderzimmer sind verwaist, das Spielzeug liegt in der Ecke. Stattdessen Wasserrutsche und Planschbecken, Steine und Muscheln auf der Terrasse, Kirschkernweitspucken.

Am Wochenende wollten wir gemeinsam die neue Ovi abholen, den Weg in die Lange Reihe haben wir allerdings vergeblich gemacht. Müssen wir erst bestellen – diese kleine, drei Stunden Zeit verdaddelnde, wertvolle, Information hat mir die Verkäuferin aber leider letzte Woche vorenthalten. Also noch warten. Aber bei dem Wetter nähen? Dann doch lieber liebe Freundinnen zum Kaffeekränzchen einladen.

Wer Frau Cynthia um Rat fragt für die perfekte Kränzchentorte, sollte sich keine Gedanken um die Figur machen. In so ein Meisterstück packt sich locker mal die Menge an Kalorien, die ein schwer arbeitender Bauarbeiter an drei Tagen so verbrennt. Geschätzt. Extra komprimierter Genuss, maximales Schmackofatz auf kleinstem Raum.

Das Endergebnis – One Million Calories Chocolate Espresso Cheesecake – eine Wucht in Tortenstücken.

Das Wetter ein Traum, Erdbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, alles frisch gepflückt. Selbst gemachte Hollerblütenlimonade, Eiskaffee, Prosetscho, Prost! Sonne satt, Kuchen satt.

Absolut stolz über meinen grünen Daumen habe ich am Wochenende die ersten Zucchini geerntet. Was da auf meinem provisorischen Gemüsehügel heranwächst, erinnert mich an Alice im Wunderland oder wenigstens Harry Potter. Die Kürbisschlingpflanzen erobern den Rasen, überwuchern alles, die Zucchinipflanzen spielen Wetthochwachsen. Für das, was ich da noch zu ernten erwarte, kann ich mich demnächst auf den Wochenmarkt in Suburbia stellen.

Gestern Abend dann Pasta mit Zucchinikäsesoße, viel Käse und viel Schnittlauch. Leckerst. Drei Kinder saßen mit am Tisch, urteilten unisono Bäääh, Zucchini schmecken nicht lecker. Der Mann lehnt am Abend die Reste dankend ab. Schatz, du weißt doch, ich steh nicht so auf Zucchini.

Und nun? Hat jemand Interesse, meinen Zucchini-Kürbis-Acker kurzfristig zu pachten? Hoher Ertrag garantiert. Hach, was hab ich da für ein verwöhntes Pack zu Hause...

Zum Schluss noch ein besonderes Schätzchen. Die liebe Frau Draußen nur Kännchen hat mich am Wochenende mit ihrem reizenden jungen Herrn besucht, wir haben gemeinsam ein bisschen Hüftgold auf unsere mageren Taillen verteilt und hatten eine wunderschöne Zeit mit den anderen Damen (und Kindern und Ähämännern) im Garten bei oben genannten Deliziösen. Als Geburtstagsgeschenk hat sie mir diesen großartigen Schlüsselbegleiter genäht (und dann auch noch in Liiiila – Caro, du bist ein Schatz!) und ein besonderes Schmökerstückchen mitgebracht. Ich freu' mich schon auf's Lesen!

22. Juni 2009

Strawberry Fields forever

„Let me take you down, 'cause I'm going to Strawberry Fields...”

(Draufklicken und groß ansehen!)

Ein wundervolles Zeitverbringding in Suburbia. Ich glaube, wir haben mehr gegessen als gepflückt und immerhin haben wir drei kleine Eimer mit nach Hause gebracht. Zum Abendessen gab's erstmal einen Milchshake und... na? Richtig, Erdbeeren. Und weder das Große noch das kleine Kind haben gesagt Och nöö, nich schon wieder. Erdbeeren sind für mich der Inbegriff von Sommeranfang und der Beginn einer Zeit, in der uns die Natur üppig beschenkt. Man muss nur zugreifen.

Wer das Original von den Beatles hören will: hier geht's lang!

17. Juni 2009

Der Städter und sein liebes Vieh

Nachmittags(bildungs)ausflug der Stadtkinder auf dem Lande. Mehr Impressionen gibt es hier.

Watcha Wearing, Watcha Growing

Heute morgen habe ich mich glatt dabei ertappt, mir die Wahl meines „Tagesoutfits“  von meinem inneren Lemming beeinflussen zu lassen. Heute ist schließlich WWW. Das neue T-Shirt und die neue Hose sind dann wieder in den Schrank gewandert. Satt dessen bin ich wieder mal in die Lieblingsjacke geschlüpft, habe mir meine alte, aber geliebte Baretta-Hose übergezogen und mich dabei sehr wohl gefühlt. Man muss auch mal streng mit sich sein. Schnuffi wollte auch mit auf's Bild. Die Dame trägt Pelz wie immer, wir sehen es ihr nach. Chinesische Nackthunde sind eh nicht so unser Ding.

Sicherlich gehe ich morgens auch mal in goldenen Schläppchen in den Kindergarten (vielleicht begenet mir ja mal ein Frosch, den ich dann sofort küssen soll), aber die Kollegen in meinem Büro (das iBook, der G5, die Ovi und Frau Pfaff) scheren sich herzlich wenig um mein Outfit.

Das kleine Ding hat gerade eine eher schlechte Phase, der Prokopftränenverbrauch ist auf einem ziemlich hohen Niveau. Sogar die Tanten in der Krippe, die stets bemüht sind zu betonen, was für ein freundliches, fröhliches Kind das doch sei, haben eingeräumt, dass man es der kleinen Mademoiselle gerade nicht wirklich recht machen kann. Zum Glück ist mir gestern Nachmittag noch die komplette Wohnungseinrichtung in der großen Plastiktüte eingefallen, die ich seit dem Flohmarkt im Auto spazierenfahre. Jede Menge Spielvergnügen für ein paar Kröten. Nach dem der große Bruder mit dem Freund schwimmen war, haben wir den Nachmittag gemütlich auf dem Boden verbracht.

Ich allerdings nur als Zuschauer. Köstlich, das kann ich Ihnen versichern. Die kleine Familie scheint einen Großteil  des Tages allerdings mit Duschen (Alle Leut, alle Leut gehn jetzt nach Haus. Wollen jetzt duschen gehn, sagen...), Toilettengang (Mussu pullern? Ja? Bissu fertig? Suuuuper!) und wieder duschen zu verbringen. Und ab und zu mal mit Schlafen, wobei sich das kleine Kindlein kunstvoll die klitzekleinen Kissen zurechtgelgt hat, um dann selbst den Kopf in das Bett zu legen und sich zu befehlen So, jetzt Augen su! Slafen! Ich für meinen Teil habe mich prächtig amüsiert.

Wenn auch wir uns nun nach Sonne und passenden Temperaturen sehnen, so haben dem Garten die verregneten Wochen sicherlich nicht geschadet. Und so kommt es, dass ich jeden Morgen bei meiner Gartenrunde ganz verzückt vor dem Zucchini-Kürbis-Gurken-Beet stehe und mich frage, wo das noch alles hinwachsen soll. Unglaublich, welch komplexen Bauplan die Natur in einem kleinen Samenkorn versteckt und man beim Wachsen staunen und zusehen kann.

Also, nicht dass es an Platz mangeln würde. Unser Garten ist so groß, dass man darin geradezu spazieren gehen kann. Haben Sie ein paar Zucchini- und Kürbisrezepte parat? Ich meine nur, wenn wir uns schon den Rest des Sommers von Zucchini und Kürbissen ernähren werden, dann sind meine Lieben sicherlich für Abwechslung  dankbar.

Während im Wald die letzten Hollerbüsche verblühen, gibt es im Garten in wenigen Wochen die ersten Früchte zu ernten. Ich freu mich schon auf Beeren in allen Variationen.

14. Juni 2009

Wochenendschnipsel

• Samstag: Anstrengend.

• Das Große Kind kam glücklich aber völlig übermüdet aus dem Kindergarten, das kleine Kind ist viel zu früh aufgewacht, ich bin viel zu spät schlafen gegangen, der Liebste spürt eine aufkommende Erkältung. Perfekte Voraussetzungen für einen gelungenen Start ins Wochenende.

• Der Stoffmarkt schafft mich eins um's andere Mal. Ich bin ein Landei geworden. Derartige Menschenmassen lassen bei mir die Lust am Stoffe kaufen und Schätze finden schlagartig auf ein Minimum schrumpfen. Dank angenehmer Begleitung und einem reizenden, kleinen Kaffeekränzchen mit Frau Draußen-nur-Kännchen, ihrem entzückenden Nachwuchs und Frau Kleinigkeit, die ich bis dato noch nicht „in echt” kannte, war der Vormittag gerettet und ich konnte doch noch ein paar Trophäen für den heimischen Stoffvorrat ergattern.

• Kinderfunparks mit Hüpfburgen, antiquierten Mini-Kettenkarussels, Bobbycar-Pacour und Spar-Zirkus (nicht: Spaß-Zirkus) in Suburbia haben in etwa den Charme eines Getränkemarkt-Parkplatzes am Sonntag Nachmittag: Gähnende Leere und Gestalten, die sich allenfalls dorthin verirrt haben können. Wir übrigens auch. Das einzig Aufregende: der Eintrittspreis. Vierundzwanzig(!!) Euro für zwei Kinder und zwei Erwachsene lassen einen ansatzweise glauben, man hätte Anteile an dieser zweifelhaften Attraktion erworben. Mitnichten. Zumindest konnte ich den Nachwuchs beschwören, uns AUF! KEINEN! FALL! auch noch Geld am Naschikiosk für Zuckerstangen, Lebkuchenherzen und Plastiktrompeten mit Liebesperlen aus dem Portemonaie zu leiern. Die Kinder fanden es natürlich großartig, das brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

• Nachts noch ein wenig an der Nähmaschine verbracht, um endlich ein Geburtstagsgeschenk für die liebste Freundin fertig zu stellen. Hier mal mit Tellern, die nicht in Serie gehen werden, weil wirklich einzigartig. Und mit Tischsets, die ich hier gesehen habe (ich habe natürlich peinlich genau darauf geachtet, dass ich die Bändsel auf der richtigen Seite annähe). Nun kann ich auch diesen Teil meines schlechten Gewissens beruhigt abhaken. Der Geburtstag war nämlich schon vor zwei Wochen. Aber so wie es aussieht, wird es ohnehin noch eine Weile dauern, bis ich das Geschenk überreichen kann.

• Eben noch vier große IKEA Taschen randvoll mit gewaschener Wäsche, die ich die letzten Tage immer vom Keller rauf und wieder runter getragen habe (wegen totaler, massiver und akuter Motivationslosigkeit), endlich zusammengelegt. Jetzt geht's mir irgendwie besser.

• Freitag Abend noch schnell die Fortsetzung von diesem wunderbaren Buch gekauft und schon verschlungen. Eigentlich kaufe ich nie Hardcover-Bücher, ich bin schlichtweg zu geizig. Aber hier konnte ich nicht anders. Das ist meine erste (und vielleicht auch letzte) Leseempfehlung. Nein, fassen Sie es lieber als einen Lesebefehl auf. Unbedingt.

7. Juni 2009

Ich kauf mir was (2)

Heute noch mal  Flohmarkt und – wie Jule in ihrem Kommentar schon anmerkte – größer konnte der Kontrast wirklich nicht sein. Der Suburbia-Gesangsverein (Durchschnittsalter ca. 75 Jahre) schmetterte ein paar sommerliche Weisen bei Wind und Nieselregen, danach kam bayerische Blasmusik vom Band. Es gab Popcorn für lau (Wie, das kostet nichts!?) und Glücksrad mit der Hamburger V.olksbank. Das Angebot war bunt, echte Keller-Klassiker, 80er Blümchentischdecken und Gruselkeramik.

Für das kleine Kindlein habe ich eine nigel-nagel-neue Hasi & Mausi Winterjacke für vier Euro gekauft. Die hat ihr so gut gefallen, dass sie sie bei milden 15°C unbedingt anziehen musste und nicht mehr ausziehen wollte. Außerdem habe ich Pixibücher für 30 Cent und eine „Petterson und Findus“ Kassette für 90 Cent gekauft. Und so weiter, cheap and cheerful eben aber keine sensationellen Funde.

Später am Nachmittag  haben wir noch einen Ausflug ins Grüne gemacht, neue Grünflächen erkundet, unzählige Schnecken begutachtet und Hollerblüten gesammelt. Denn endlich ist wieder die Zeit gekommen...

5. Juni 2009

Ein tierisch gutes Wochenende!

Meine Damen und Herren, obwohl ich schon die nächsten Scribbels für neue, dekorative Rundstücke auf dem Schreibtisch liegen habe, mache ich erst mal eine kleine Schaffenspause. Die Regale im Shop sind gefüllt, Sie können also in aller Ruhe prüfen, überdenken und entscheiden.

Wanda Wolle und Konsorten schauen entzückend aus, ich bin wirklich ein bisschen gerührt, dass ich innerhalb so kurzer Zeit eine kleine Tellerkollektion auf dem Tisch stehen habe, drehe, wende, kombiniere. Zufrieden seufze.

Nach einer turbulenten Woche, in der an jedem Tag drei Kinder (wechselnde Gastkinder) nachmittags das ganze Haus auf den Kopf gestellt haben, brauche ich nun dringen ein bisschen Erholung. Im alten Revier lockt das Eppendorfer Landstraßen Fest mit Flohmarkt am Samstag. Auch in Suburbia gibt es am Sonntag einen Flohmarkt. Nur falls Sie noch nichts vor haben.

Haben Sie alle samt ein geruhsames Wochenende!

4. Juni 2009

Grün, so grün

Nachdem sich der Garten in den letzten Wochen in einer Farbexplosion geradezu verausgabt hat, beginnt nun die stille Zeit der Reife. Grün in tausend Farbschattierungen, Mustern und Formen. Lust auf einen kleinen Spaziergang?

Sie ist neu hier. Ich bin gespannt, wie ihre Blüten aussehen werden, wenn sie platzen.

Heckenrosen sind für mich Nordseeblumen. Überall auf den Inseln sieht man diese stuppigkompakten, knallgrünen Büsche, die dem Sturmwind trotzen und keck ihre grellpinkfarbenen Blüten zur Schau stellen, als könnte ihnen kein Schietwetter der Welt die Laune verderben.

Einen schönen Farbreigen spielt dieser Rosenstock hier: bevor er blüht zeigt er einfach seine jungen Blätter schon mal in bunt.

Farne sind ein Wunderwerk der Natur. Sie gehören zu den ältesten Pflanzen dieser Erde. Ich bin immer wieder erstaunt, wie aus einem unansehnlich braunen Kubbel jedes Jahr erst bizarre Schnecken wachsen, die sich dann nach und nach entrollen und prächtig gefiederte Blätter entfalten.

Der große alte Kirschbaum unserer Nachbarin hat in diesem Jahr auch für uns was zum Naschen übrig. Falls uns nicht die Vögel zuvor kommen.

Wer glaubt, Magnolienbäume, wären nur im Mai eine Pracht, der irrt.

Bizarre Früchte tragen die Rhododendron-Büsche nach der verschwenderischen Blütezeit. Ich wette, diese hier tuscheln gerade über die Nachbarn auf der anderen Seite. Die, denen ich gestern eine Ladung Schnecken über den Zaun geworfen habe (Pssst!)

Glaskäfer auf den Tannennadeln.

Stockrosenbabyknospen.

Mehr Bilder aus dem Garten – auch in anderen atemberaubenden Farben – gibt es hier! Und worauf wir gleich Kuchen essen, wissen Sie ja vermutlich...

27. April 2009

Schönheit vergeht, Schönheit entsteht

Während sich der Magnolienbaum von seinem Blütenrausch erholt, tanze ich leichtfüßig noch mal über einen Teppich von zartrosa gezeichneten Blütenblättern und bin dankbar für diesen prachtvollen Anblick, den uns die Natur die letzten Wochen geschenkt hat. Es ist immer nur ein kurzes Schauspiel, aber der Anblick war grandios. Dass man immer wieder mal den Blickwinkel ändern muss, um Neues und Überraschendes zu entdecken, habe ich wieder mal hier erfahren.  

Ein neuer Blickfang in unserem Garten sind nun die großen Rhododendron-Büsche, die unseren Garten fast in einen Park verwandeln. Eingebettet zwischen zwei großen Sträuchern mit cremefabenen Blüten steht unser Fahrradschuppen. Inmitten all dieser Blütenpracht wirkt er wie eine kleine Zwergenhütte. Wenn man vor dem Schuppen steht und genau hinhört, ist man umgeben von einem emsigen Brumsummseln von Hummeln und Bienen. Dahinter fängt gerade der lila Flieder an, seine ganze Pracht zu entfalten.

Ich entdecke immer neue Blumen und Sträucher, die ich noch nicht kenne. Vor allem in unserem „Dreckloch“ vor dem Haus, das mal unsere Abendterrasse werden soll, wächst so allerhand. Im letzten Jahr haben wir den Urwald dort rohden lassen, weil wir dachten, wir würden die Terrasse gleich in Angriff nehmen. Dann kam uns allerdings der verstopfte Kanal dazwischen. Nachdem sich die Natur so schnell nicht unterkriegen lässt, kommen viele Pflanzen und Blumen nun einfach wieder. Einige davon werde ich natürlich retten und zwangsumsiedeln, bevor wir eine Terrasse verlegen werden.

Und solche Schönheiten, die andern Orts rüde als Unkraut abgetan werden, finden bei uns auch Bewunderung. Bei Löwenzahn in Gehwegritzen muss ich immer an eine alte Nachbarin meiner Eltern denken, die im Sommer immer – mit einem langen Küchenmesser bewaffnet – los gezogen ist, um in der gemeinschaftlichen Hundewiese vor dem Haus diesem unsäglichen Unkraut zu Leibe zu rücken. Das hatte allerdings etwas „Don Quichotteskes“.

Auch in meinem Fensterbankgarten hat es eine Explosion gegeben: die Zucchini- und Kürbissamen, die ich noch nicht mal vor einer Woche ausgesät habe, sind plötzlich aus der Erde geploppt und heben schon den Deckel von meinem Minigewächshaus an. Nun wird es wirklich Zeit, dass wir den Komposthaufen umsetzen, sonst wachsen in meiner Küche demnächst große orange Kugeln heran!?

Der ordentliche Wind bläst zwar draußen wieder mal wichtigtuerisch finster drein blickende Wolken hin und her, aber es ist kein Regen in Sicht.

Aber morgen, morgen mach ich mir meinen Regen selbst. Schallallalla.      

22. April 2009

Mein Lieblingsplatz

Vor einer Weile riefen Frau Matjes und Frau Meise dazu auf, seinen Lieblingsplatz zu zeigen.

Na, dachte ich mir, wenn ich den jetzt zeige, wissen's ja alle. Dabei ist er doch sowas wie ein Geheimversteck. Naja, zumindest im übertragenen Sinne. Hier verstecke ich mich nämlich vor dem Alltag. Dem Job, den kleinen und großen Sorgen und Nöten, die einen Tag ein, Tag aus so beschäftigen. Hier bin ich ein ganz kleines Mäuschen in meinem Mikrokosmos, vergesse Raum und Zeit, Wäscheberge und Abwasch, Steuererklärung und Elternabend.

Als Kind habe ich mir immer einen Garten gewünscht. Wenigstens einen Schrebergarten. Meine Vorstellung von Garten entsprach ungefähr dem von der Patin meiner Schwester. Groß musste er sein. Mit Spielhaus, in dem man Blumensuppe kochen und einfach mal die Tür zu machen konnte. Mit großen Bäumen, hinter denen man sich verstecken konnte. Mit vielen Blumen, die man auch pflücken durfte und mit Naschbeeren. Meine Eltern haben immer nur davon gesprochen, wieviel Arbeit so ein Garten machen würde, dass er eine „Last“ sei und dass sie froh wären, keinen zu haben. Man wäre immer „verpflichtet“ und „angebunden“, könnte nicht mehr in den Urlaub fahren usw. Wahrscheinlich haben sie nicht gewusst, wie glücklich Gartenarbeit macht. Wenn man abends glücklich in den Stuhl sinkt, mit Rückenschmerzen und Dreck unter den Fingernägeln. Und das man es selbst in der Hand hat, ob ein Garten viel Arbeit macht oder nicht.

Sie ahnen es schon, wo sich mein Lieblingsplatz befindet.

Genau, in unserem Garten. Das Schönste überhaupt an diesem ganzen Umzugsgedöhns nach Suburbia. Er ist groß. Er hat große Bäume und Büsche, hinter denen man sich verstecken kann. Er hat schon jetzt jede Menge Naschbeeren zu bieten. Und Aufforstung ist gerade in Planung. Er ist irgendwie wild und hat noch kein richtiges „Gesicht“, aber er ist schon jetzt wunderschön.

Schon morgens, wenn ich am Schreibtisch sitze, habe ich einen atemberaubenden Blick auf den Garten. Die Morgensonne wirft bizarre Schattenzeichnungen auf den Rasen unserer Nachbarin (die linke Hälfte). Nachmittags dann, wenn die Kinder in der Sandkiste buddeln oder schaukeln oder Fußball spielen oder einfach im Garten streunen, genieße ich dann das Lichspiel von der anderen Seite. Auf meinem Lieblingsplatz unter dem Magnolienbaum, der sich üppig heraus geputzt hat, als wäre zum Ball gerufen worden.

Wer mehr Bilder aus der grünen Oase sehen will, klickt hier.     

3. April 2009

Vorosterzeit

Ostern kokmmt ja gemeinhin genauso schnell und überraschend wie Weihnachten, obwohl schon im Januar die ersten Schokohasen Einzug im Supermarkt halten. Und obgleich ich diese Tatsache schlichtweg ausblenden kann, holt mich nun der Hase langsam ein. Waah, nur noch eine Woche bis Ostern und jedes Jahr werden es mehr Cousinen in der Familie (kann nicht mal jemand noch für einen Cousin sorgen...?).  

Die Vorlage für Meister Lampe habe ich mir bei Nicole geklaut, bei der ich ihn schon im letzten Jahr bewundert habe. Aber weil alle Shirts Verschenk-Shirts sind, habe ich mich das mal ganz frech getraut. Zwei von fünf Shirts sind schon fertig.

Das Wochenende werden wir hoffentlich fast ausschließlich draußen verbringen, das Wetter schreit danach. Dass die Vorhersage für Sonntag 11°C und gelegentliche Regenschauer lautet, ignoriere ich einfach. Hier in Suburbia gibt es jede Menge Programm – Flohmarkt, Bauernmarkt im Museumsdorf etc. – uns wird also nicht langweilig werden.

Genießen Sie die Sonne!

Badenixe

Typisch Retriever.

Schnuffi, der ja eigentlich keine Badesaison kennt, weil Wasser im Sommer wie im Winter nass ist und sich somit auch zum ganzjährigen Baden eignet, ahnt sicherlich noch nicht, welches Unglück ihm demnächst wieder blüht. Denn wenn die kleinen Entchen ausgeschlüpft sind, ist erst mal Schluss mit lustig. Dann machen wir entweder eine wasserfreie Runde oder am See gibt es gnadenlosen Leinenzwang.

Wat mut dat mut.

1. April 2009

Agrarpädagogik

Stadtkindern sagt man ja oft berechtigter Weise einen fehlenden Bezug zur Natur und zum Landleben nach. Zwar gibt man sich als pädagogisch engagierte Eltern redlich Mühe, diese Wissens- und Erfahrungslücken schon früh mit geeigneter Literatur zu schließen und dem Nachwuchs zu erklären, dass Kühe „in echt“ nicht lila sind, die Milch nicht im Tetrapak entsteht und die Eier nicht der Osterhase bringt. Wie erklärt man aber dem kleinen Stadtkind, dass neugeborene Kälbchen keineswegs schon „Muuuh” machen sondern „Bäääh“, Schweinemist und Kuhfladen sehr unterschiedlich riechen  und Schafe nicht nur weiß sein müssen?

Für Großstadtkinder ist dieses Wissen fast schon Luxus, denn „Mein großes Bauernhofbuch” beschreibt zwar in bunten Bildern die ländliche Idylle zwischen niedlichen Ferkeln und breit grinsenden Sonneblumen aber die Erfahrung, über einen echten Bauernhof zu laufen, in Misthaufen zu treten und sich beim Ferkel beobachten die Nase zuhalten zu müssen, ersetzt es natürlich nicht.

Vor ein paar Jahren besuchten wir mal Freunde in Den Haag, die uns voller Stolz zu einer Stadtfarm brachten, wo Kindern Landleben „erleben“ sollten. Neben einem sehr gepflegtem Spielplatz mit Schaukeln auf Rindenmulch, einem gepflastertem Fußballfeld und Klettermöglichkeiten gab es... ach ja, auch noch eine finster drein blickende Kuh, ein gelangweiltes Schwein und eine Horde von Meerschweinchen in einem stickigen Stall nebst viele Tafeln mit Theorie über den Bauer an sich, das Bäuerliche im allgemeinen und das Fress- und Fortpflanzungsverhalten von Meerschweinchen im Speziellen. So zumindest in meiner Erinnerung. Und danach haben wir erzählt, wir waren auf dem Bauernhof.

Jetzt haben wir es besser. Wir wohnen immer noch in der Stadt, wenn auch am Rand. Unsere Kinder lesen immer noch mit Begeisterung „Mein großes Bauernhofbuch“ und artverwandte Literatur. Aber wenn wir Lust auf Landleben verspüren, setzen wir uns auf's Fahrrad (im Sommer) oder ins Auto, fahren raus aus der Stadt und besuchen den nahegelegenen Demeter-Hof vor den Toren der Großstadt.

Der schmiegt sich in weitläufige, sanfte, grüne Hügel und Weiden, zwischen kleinen Teichen und dem nahe gelegenen Wald. Dort wälzen sich glückliche, schwarzweiße Riesenschweine und rosa Ferkel in reichlich Morast, Heidschnucken knabbern das erste Frühlingsgras, Gänsescharen rennen schnatternd über die Weide und kleine Kälbchen blöken einem ein zartes „Bäääh!“ entgegen.  Dort werden auch die Traktoren und anderen Landmaschinen (die man als Jungsmutter natürlich im Schlaf aufsagen kann) im Werkzeugschuppen repariert, große Reifen gewechselt und die großen Jungs dort mit den Latzhosen und Norwegerpullis lassen sich auch von pentranten Kinderfragen (Wo fährst du jetzt hin? Was machst du da? Warum machst du deine Traktortür nicht zu?...) aus der Ruhe bringen. Während die Kinder dort in der ökologisch einwandfreien Sandkiste buddeln und Vollkorndinkelbrötchen kauen, trinkt die Mutter gelassen einen Fairtrade-Organic-Soja-Latte-Macchiato, vernascht einen Hirse-Schoko-Keks aus dem Hofladen und vergisst für entspannte zwei Stunden Finanzkrise und padagogisches Engagement.

Nicht mal die zwei zusätzlichen Kinder haben mich heute aus der Ruhe gebracht und ich habe routiniert Matschhosen, Reiswaffeln und Pflaster verteilt. Gepriesen seist du, Suburbia!

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