30. Oktober 2009

Herbstgold

Bevor der goldene Oktober dem ungeliebten trüb-grauen November das Feld räumt, zeigt er sich heute im Norden noch mal von seiner allerschönsten Seite. Die letzten Tag habe ich schon immer mit Wehmut durch einen Sprühregenschleier oder Dunstvorhang auf die traumhaft schöne Herbstfärbung geblickt und mir nur noch ein paar kleine Sonnenstrahlen gewünscht, die das Schauspiel ins rechte Licht hätten rücken können. In ein paar Tagen oder nach einem ordentlichen Herbststurm ist das Spektakel vorbei und wir können uns bodennah durch gigantische Laubhaufen kämpfen.

Bevor ich allerdings die Plastiksäcke bereit lege, bin ich auf anraten meines Ausflugberaters (Liebster, was glaubst du eigentlich, was ich den ganzen Tag so mache...?) zum Ohlsdorfer Friedhof gefahren und habe einen wunderschönen Spaziergang gemacht. Also, fast. Ich musste heute früh zum Hauptzollamt in Hammerbrook, meine letzte Stoffbestellung abholen (das ist aber eine andere Geschichte). Da das sowieso schon ein Tagesausflug ist (und dummerweise auch noch Stoff Mahler quasi dort um die Ecke ist, aber auch das ist eine andere Geschichte), dachte ich mir jetzt oder nie und bin kurzerhand zum Friedhof gefahren.

Ich mag ja Friedhöfe sehr gern, für mich sind sie keinesfalls nur mit Trauer und Schwermut behaftet. Sie bedeuten für mich Orte der Ruhe und Besinnlichkeit, der Unendlichkeit und einen Ort der inneren Einkehr von der Hektik des Alltags. Schon während meiner Schulzeit habe ich mir als „Aushilfs-Friedhofs-Junggärtnerin“ mein Taschengeld aufgebessert und bin freitags nach der Schule und Samstag vormittags auf den kleinen, sehr hübschen Friedhof in unserem Stadtteil gegangen, habe in der Pflanzzeit Gräber bepflanzt und den lieben langen Herbst Reihe um Reihe um Reihe Laub geharkt. Und habe mit künstlerischem Auge die wunderschönen Skulpturen auf den Gräbern bewundert, von denen heute leider die meisten verschwunden sind. Und habe mir immer versucht vorzustellen, was das wohl für Menschen waren, die da ihre letzte Ruhe gefunden haben. Auch auf Reisen habe ich immer wieder Friedhöfe besucht, z.B. in Paris Père Lachaise oder den unheimlich faszinierenden alten Teil des Highgate Cemetery in London – einer der schönsten Friedhöfe, die ich je besucht habe.

Der Ohlsdorfer Friedhof (der übrigens größte Parkfriedhof Europas) gleicht im Moment einem Meer aus goldorangenen Farbtönen. Das Laub raschelt einem unter den Füßen und über einem spielen übermütige Eichhörnchen im goldenen Sonnenlich in den Wipfeln der uralten Buchen Fangen.

Begleiten Sie mich auf einen schönen Herbstspaziergang – mitten in Hamburg und doch wie in einer anderen Welt. Und vergessen Sie, dass es ab Sonntag schon wieder regnen soll. Hier geht's lang!

29. Oktober 2009

Sneak Preview

Demnächst wird es hier ausnahmsweise mal jede Menge Rosa, Glitzer und Schnickeldi für coole Mädchen geben. Das wird sehr aufregend. Aber sowas von. Stay tuned!

Geschnitzt und zugenäht

Gestern schnell mal den Kürbis geschnitzt, der schon seit zwei Wochen vor der Tür steht – bevor Halloween an uns vorüberzieht. Äh, mal schnell ist etwas übertrieben, denn ich war mal wieder Frau Schlau und habe den weisen Rat von Frau h-Meise ignoriert, den Kürbis vorher gepflegt in der Backröhre schmoren zu lassen, damit er sich leichter schnitzen lässt. Pah, das ist was für Weicheier. Dachte ich gestern. Heute reibe ich mir meinen immer noch schmerzenden Handballen, denn so ein Kürbis ist eine zähe Angelegenheit und der Löffel war so hart.

Hätte ich das allerdings vorher gesehen, hätte ich mir wirklich mehr Mühe beim Schnitzen gegeben. Nächstes Jahr dann eben. Trick or treat!

28. Oktober 2009

My creative space

Eigentlich ist es grob fahrlässig, meinen Arbeitsplatz zu zeigen und von „Space“ kann man schon gar nicht reden. Das einzige was nämlich fehlt, auf diesem wohlgemerkt schon überdimensionierten Schreibtisch, ist Platz. Alle meine Ideen, Hobbies und Beschäftigungen liegen hier – Fotoapparat, Reißverschlüsse, Tastatur, Maus, Nähmaschine, Stifte, Tesaroller, Eckenstanzer, Bänder, Knöpfe, Briefstapel etc. ringen um die besten Plätze. Aber das Genie beherrscht das Chaos, ne c'est pas?

Mein heutiger Arbeitsplatz ist eindeutig dominiert von Robotern – über die Monster, von denen ich gestern noch einige auf Stoff gebannt habe, bin ich zu diesen liebenswerten Maschinen gekommen. Alles freundliche ihrer Art, versteht sich.

Und nun? Teller? Stoffe? Ausgestopfte? Applizierte? You never know...

Frau Meise hat übrigens schon einige Male ihren Arbeitsplatz gezeigt. Und hier gibt's noch mehr davon.

27. Oktober 2009

Hühnerdieb

Jaja, auch in einer harmonisch-symbiotischen Agrargesellschaft gibt es Schmarotzer. Tststs. Gesehen äääh... auf frischer Tat ertappt am vergangenen Wochenende auf „unserem“ Bauernhof. Das Futter für die Kälber mundete Herrn Hahn so gut, dass er sich kurz darauf gleich komplett in den Trog gestellt und genüsslich weiter gepickt hat.

Ich mal mir ein Monster.

Kürzlich habe ich es endlich mal geschafft, den Shop von Urban Outfitters in Hamburg am Gänsemarkt zu besuchen. Nach dem ich nicht so häufig in der City bin, hatte ich den nie so auf dem Plan, kenne ihn aber aus London und war neugierig, ob es bei uns die gleichen abgedrehten Sachen gibt. Gibt es. Wer also ein bisschen London-Feeling oder ein abgedrehtes Weihnachtsgeschenk sucht, ist hier genau richtig.

Ich konnte nicht an einem Buch mit Stoffmustern vorbeigehen, dass sich im Nachhinein aber als ziemlich enttäuschend erwiesen hat. Man soll einfach nicht in Eile shoppen. In meiner Einkaufstüte ist außerdem – neben anderem Schnickeldi – ein Satz T-Shirt Marker gelandet. Den musste ich zu Hause mit Zähnen und Klauen gegen den Nachwuchs verteidigen, der aber gar niemals nicht verstehen konnte, warum Mami sich Filzstifte kauft und die lieben Kleinen dann nicht mal damit malen dürften. Tsetsetse.

Während sich das kleine Volk im Kindergarten tummelt, habe ich heute – heimlich sozusagen – die Packung geknackt und hatte jede Menge Spaß. Auf ein paar Stoffresten haben sich wilde Kerle und fürchterliche Piraten niedergelassen. Sie wissen ja, ich mache keine Piraten. Nur ausnahmsweise.

Ich fürchte die nachtleuchtenden Schreiberlinge muss ich mir auch noch holen. Und wie guuut, dass Frau Farbenmix den ultimativen Fülltipp gegeben hat: GOSA Slån Kissen vom großen Schweden, günstiger bekommt Seeräuberopa Fabian keinen runden Bauch!

23. Oktober 2009

Alles wird gut.

Schön, wenn nach einem Tag wie gestern, der voller Haken, Knoten und Stolperlöcher war, der Postmann klingelt und einem beim Überreichen von drei kleinen Päckchen ein glückliches Lächeln auf's Gesicht zaubert. Da vergesse ich doch ganz schnell den Tag gestern, diesen... nein, ich denke nicht mehr daran. Dabei hätte er zumindest ein schönes Ende nehmen können, war ich doch seit Monaten mal wieder in der Sauna, den Kopf leerschwitzen. Aber nein, ich musste ja meinen Bademantel zu Hause vergessen...

Auf eines der Päckchen habe ich besonders lange gewartet, mehr als drei Wochen um genau zu sein, aber es hatte auch den längsten Weg. Und auch diesmal hat mich Spoonflower wirklich glücklich gemacht! Erinnern Sie sich noch an diesen Stoff? Der gefiel mir so gut, dass ich ihn auf Interlock-Jersey habe drucken lassen und ich bin ü.ber.wäl.tigt!

Der Jersey hat eine dicke, weiche Qualität – das Ergebnis nach dem Waschen werde ich noch abwarten, aber ich bin sehr zuversichtlich. Das Tolle: dieser Stoff ist auch noch mit Öko-Zertifikat (Certified organic cotton by Global Organic Textile Standards – GOTS), also bestens geeignet für Kinderkleidung.

Das andere Design ist ein ganz neues. Eine Freundin von mir hat kürzlich auf dem Flohmarkt ein Domino-Spiel aus Holz mit 70er-Jahre Kinderbildchen gefunden. Die farbenfrohen, kindlichen Abbildungen haben mich zu diesem Stoff inspiriert. Mittlerweile ist auch noch ein „In the Forest”-Design entstanden, auf dem sich unter anderem Fuchs (DER Fuchs), Fliegenpilze, Blümchen und Käfer tummeln. Auf den warte ich allerdings noch. Diesen Stoff habe ich auf Baumwolle (Quilting Weight) und ebenfalls auf Interlock Jersey drucken lassen. Traumhaft.

(Gerne mal zum Vergrößern anklicken, damit man sieht wie geschmeidig und weich der Stoff ist...)

Nun wieder das gleiche Spiel wie immer: ich stehe minutenlang vor dem Stoff, streichle, befühle und in meinem Kopf schwirren T-Shirt?, Schlafanzug?, Spielhose?, Pucksack?, Lätzchen?... umher. Hach, ist das schön. Heute kann mich nichts mehr schrecken, im Gegenteil.

22. Oktober 2009

Dear Pen Pal...

Meine Freundin hat mal zu mir gesagt, Susa, man KANN nicht alles nähen! Süße, man KANN!

Schon mal eine Postkarte genäht? Nein? Dann mal los! Man nehme: eine Postkarte, einen coolen Helden-Mutmach-Aufnäher, ein Stück Stoff aus der Restekiste, einen schlauen Spruch, einen Textil-Schreiberling, die Nähmaschine, Sprühkleber, Eckenstanzer, Schere, Kugelschreiber, Briefmarke und gehe damit zum nächsten Briefkasten. Ich bin dann mal kurz weg!

Und jemand weiß bestimmt, dass jemand die nächsten Tage Post bekommt...

Gruselalarm am laufenden Meter

Ich bin im Webbandfieber, merken Sie das?

Deshalb freut es mich umso mehr – pünktlich zum bevorstehenden Besuch von Jack’o’lantern – ein schaurig-schönes Geisterstunden-Webband vorstellen zu dürfen, das es nicht erst zu Halloween sondern ab sofort bei Frau Schuy im Shop zu kaufen gibt!

Sie wissen ja: Geisterstunde, Geisterrunde, Nachtgespenst uahh! Geisterstunde, Geisterrunde, Mitternacht ist daaaa... (aus: Das kleine Nachtgespenst von Ottfried Preussler)

Edit: Das Geisterstunden-Band gibt es NICHT bei Farbenmix, sondern nur bei Andrea Schuy!

20. Oktober 2009

Für kleine Helden

Können Sie noch? Die Zeit, bevor eine neue Stickserie erscheint, wird hier im Blog ja immer als regelrechte Themenwochen abgefeiert. Aber da die Welt voller kleiner Helden steckt und es an der Zeit war, dass sie endlich jemand entdeckt, ist das Thema noch lange nicht abgefrühstückt. Sie müssen sich auch gar nicht mehr lange gedulden – nur noch zwei Mal schlafen und dann (ab 22.10.) gibt es bei Kunterbunt-Design jede Menge Superhelden-Pimp-my-Shirt-Stuff und bei Farbenmix wird es das Webband und Velours dazu geben.

Im Moment ist hier alles sehr heroisch, jeden Tag habe ich neue Ideen, das Große Kind ist schon ganz reizüberflutet (Und daaas? Ist das auch für miiich!?), Frau Kunterbunt kommt kaum mit dem Sticken nach (Danke, meine Liebe!). Man kann ja schon sein Kind komplett neu ausstatten und es wird nicht langweilig. Sehen Sie selbst (zum Vergrößern Bilder anklicken):

Heroisches Action-Hero-Shirt mit Stickies, Bänderschnipsel und Velours-Emblem

Intergalaktischer Supahero-Hoodie mit gewagter Farbkombination (kaufen Sie sich viel Silbergarn, das sieht umwerfend aus!)

Pimp your 4,95-cap, be cool, be a hero!

Ich hatte eigentlich gehofft, mich diesem Trend entziehen zu können: U-Heft-Hüllen. Der innere Lemming war aber deutlich stärker und die Mini-Version der Helden schreit förmlich nach diesem Verwendungszweck. Traraa: sehen Sie hier also die ersten Hamburger-Liebe-U-Heft-Hüllen (ein U-Heft ist das gelbe Untersuchungsheft für Kinder, dass die Vorsorgeuntersuchungen von der Geburt an dokumentiert)

Und last but not least eine Superhelden-Gürteltasche für alles nötige Equipment, welches der Held von heute so bei sich tragen muss. Was das im Detail so sein muss? Da fragen Sie am besten mal meinen kleinen Helden. Es ändert sich nämlich von Tag zu Tag.

Freud und Leid im World Wide Web

Ab und zu soll Frau sich ja auch mal was Gutes tun. Schließlich kann man sich ja auch mal was schenken, Gründe gibt es doch wohl genug, oder? So auch ich. Die Perlenkreationen der wunderbaren Frau Pibbs beobachte ich schon seit geraumer Zeit auf ihrem Blog und kürzlich musste ich dann einfach mal bei ihr zuschlagen, denn ab und zu soll sich Frau ja... siehe oben.

Gestern kamen sie dann an, die Schätze, es war ein bisschen wie Weihnachten und der (gute) Geist von Dawanda kam mitgeschwebt. Da nämlich findet man viel Leidenschaft, mit Liebe gefertigte Dinge, oft sehr mühevoll hergestellt und ihren Preis eigentlich um das Vielfache wert. Jede Perle von Frau Pibbs ist von ihr selbst hergestellt. Und das Päckchen war so liebevoll gepackt, die Karte, die Grüße, das kleine „Extra“, dass noch drin war – hach.

Diese heile Selbermachwelt gerät allerdings dieser Tage mächtig ins Wanken, weil ein weltweit agierendes Unternehmen der Meinung ist, dass handarbeitende Hausfrauen, die mit Spaß und Liebe Dinge in Kleinstauflage fertigen, ihre Marke bedrohen würden und mit Markenpiraten auf eine Stufe stellen. Im Web wurde schon viel darüber berichtet, hier und hier (um nur wenige Links zu nennen), aber auch der Spiegel und die selbst schon zum Opfer dieses Unternehmens gewordene taz berichten darüber.

Mir geht es dabei nicht mal so sehr um die Sache an sich. In meiner beruflichen Laufbahn hatte ich schon viel mit Urheberrecht und Markenschutz zu tun und kann zumindest im Ansatz die Intention nachvollziehen. Allein die Art und Weise, wie dieses Unternehmen vorgeht, grenzt meiner Meinung nach an modernes Raubrittertum und legt eine Arroganz zu Tage, bei der mir die Worte fehlen. Ich besitze kein Produkt dieser Marke, weil mir einfach zu viele Menschen damit rumlaufen und ich die besagte „Tatze“ für meinen Geschmack zu auffällig finde. Bislang war mir die Marke aber nicht unsympathisch. Das hat sich mittlerweile allerdings grundlegend geändert.

Das Unternehmen hat sich gestern in einer Stellungnahme alles andere als einsichtig gezeigt und nimmt so einen (hoffentlich eintretenden) enormen Imageverlust in Kauf. Den wünsche ich ihm von Herzen.

19. Oktober 2009

Wochenend' und Sonnenschein

Am Wochenende haben wir den Herbst besucht – romantischer als auf dem Herbstmarkt im Freilichtmuseum Molfsee geht es kaum. Wir haben uns durchgefuttert – vom frisch gebackenen Bauernbrot über Katenschinken, vor Ort geräucherte Lachsseiten, bis hin zum frisch gebackenen Apfelkuchen in der alten Meierei. Es war ziemlich herbstlich frisch, aber die Sonne hat uns trotzdem begleitet, neben schönen Eindrücken haben wir jede Menge leckere Sachen mit nach Hause genommen.

Altes Scheunentor

Glückspilz am Wegesrand

Schleswig-Holsteinische Horizont-Idylle (... das Land der Horizonte!)

Eine rasante Fahrt auf dem historischen Kinderkarusell – nichts für schwache Mägen!

Das alte Kettenkarusell – erst recht nichts für schwache Mägen...

Windrad bei der Meierei

And the Hero goes to...

Zunächst einmal: W-O-W! 107 Kommentare und und ein E-Mail, damit hätte ich nie im Leben gerechnet. Danke! Ich habe mich über jeden einzelnen Kommentar gefreut, das motiviert so ungemein! Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass viele stille Leser ihr Schweigen gebrochen haben – dieser Blog lebt und gedeiht von Ihrem Feedback!

Das Wochenende ist leider mit einem Fingeschnipp zack an uns vorbeigezogen und ehe ich mich versah, sind meine beiden Glücksfeen heute morgen in den Alltag entschwunden, so dass ich – ziemlich unsexy, das gebe ich zu – Mr. Random.org bemühen musste, die amtliche Gewinnermittlung vorzunehmen. Jeweils ein Meter Superhelden-Band gehen somit an:

Herzlichen Glückwunsch Anke, Tanja und Janine! Schickt mir bitte eure Adresse per E-Mail, damit ich euch mit Helden-Schnickeldi beglücken kann!

Für alle anderen die frohe Botschaft: ab Donnerstag, den 22. Oktober, gibt es das Band bei Farbenmix – zeitgleich mit der Stickdatei, die es ab da bei Kunterbunt-Design geben wird. Die nächsten Bänder sind schon in Arbeit – dazu bald mehr!

Ein großes Dankeschön an alle, die mitgemacht haben. Weil es soviel Spaß gemacht hat, gibt es bestimmt bald wieder mal was zu gewinnen.

Edit: Für alle, die jetzt denken, ich kann nicht zählen... ein paar von euch wollten nicht in den Lostopf, andere haben ein E-Mail geschickt. Ergibt unter dem Strich 105 Teilnehmer :-)!

16. Oktober 2009

Fräulein Mütze

Das kleine Ding hat ein Faible für Kopfbedeckungen. Selbst im Hochsommer haben wir sie oft an der Mützenkiste erwischt, wo sie sich bei 30° ein hübsches Strickmützchen rausgefischt und aufgesetzt hat. Und weil Mutter Hamburger Liebe so gerne selbermacht, gibt es immer wieder Nachschub. Die Häklemütze dieser Saison ist – wie kann es anders sein – Lila mit Bonbon, denn Lila mag das kleine Ding besonders gern. Nach dem die erste Häkelmütze so schön schnell ging und die zweite dann so lange gedauert hat, wusste ich diesmal zumindest, auf was ich mich einlasse. In unserem Urlaub in Tirol hatte ich genügend Zeit und Muse und immer das Modell zur Anprobe parat.

Eine Dackelohrenmütze wie diese habe ich auch noch genäht, sie gefällt mir besonders gut. Das passende Edelweiß in lila und pink habe ich mir schon bestellt, es ist aber noch in Arbeit. Als Nicht-Stickmaschinen-Besitzerin muss ich ja immer andere Leute mit meinen Sonderwünschen belästigen. Außen habe ich den Sternchenstoff vom Stoffmarkt vernäht, innen kuschelweichen Nicki in Pink. Da kann der Herbstwind pfeifen wie er mag – die Ohren bleiben schön warm.

Edit: Ich werde immer wieder nach Anleitungen für die Häkelmützen gefragt: ich habe keine! Ich fange an einen kleinen Kreis zu häkeln und alles weitere ergibt sich... tut mir leid!

15. Oktober 2009

Das Motto des Tages

Waren Sie auch mutig heute? Ich bin einfach mal nur mir dicker Strickjacke raus gegangen, das war im Zweifelsfall aber eher dämlich als mutig brrr. Außerdem habe ich in der Waschmaschinenladung ziemlich mutig Farben zusammen gewürfelt – ob das mutig war, wird sich noch heraus stellen. Ich kann dieses Häufchen sammeln nicht leider. Wenn ich schon mal im Waschschwung bin, muss alles wech. Das Tochterkind spielt gerade alleine mit den großen Jungs. Das finde ich schon ziemlich mutig, denn da geht es ziemlich rund.

Und Sie so?

14. Oktober 2009

Erkenntnis des Tages

Die Erkenntnis meines Tages ist die: ich bin 86 Duplosteine und eine Platte (entspricht einem halben Stein hoch) groß. Der kleine Glücksritter ist 57 Duplosteine und eine Platte groß. Das kleine Ding ist 46 Duplosteine und eine Platte groß.

Und wie haben Sie ihren Nachmittag so verbracht? (Fangen Sie jetzt bloß nicht an zu messen und nachzurechnen...)

Kontrastprogramm

Zwischen diesen ganzen Superhelden war mir gestern Abend ein wenig nach Kontrastprogramm. Vor einer Weile habe ich einige neue Stoffe entworfen – Spoonflower birgt wirklich Suchtgefahr. Die Stoffe zeige ich natürlich, wenn sie den Weg über den großen Teich geschafft haben. Auf den Stoffen sind lauter kleine Figuren, im Stil von 70er-Jahre-Stoffen à la Graziella. Eine der Figuren ist Ede Fuchs. Der thront jetzt auf einem abgelegten T-Shirt des kleinen Glücksritters und wartet darauf, dass sie kleine Prinzessin reinschlüpft. Den kleinen Schlaufuchs, der daneben sitzt, hat übrigens der große Bruder seiner kleinen Schwester zur Geburt geschenkt. Sie weiß das ganz genau und er sowieso.

Der Fuchs sieht nicht nur süß aus, sondern ist auch noch kuschelwuschelweich aus quietscheorangenem Kuschelnicki.

Etwas, das bleibt

Ein kleiner Nachtrag zu meinem vorherigen Post: ich habe bis gestern noch nie eine Verlosung gemacht und auch noch nie ein Video eingebettet. Ich weiß nicht mal wie's geht. Aber weil's so schön passt und weil ich es auch so schön finde, probiere ich es mal. Jetzt.

13. Oktober 2009

Glückseligkeit am laufenden Meter

Dieses Webband, es bedeutet mir soviel. Es ist das erste. Andere werden folgen, aber dieses Heldenband wird immer das erste bleiben. Und es ist ein Meilenstein. Für mich. Nach 10 Jahren Selbständigkeit, in der ich zwar meinem Traumberuf als Grafik-Designerin nachgegangen bin (und dies auch in Zukunft tun werde), aber doch hauptsächlich Papiermüll produziert habe. Vergängliches. Anzeigen, die schon am nächsten Tag so alt waren, wie die Zeitung, in der sie abgedruckt waren. Flyer, Broschüren, Plakate. Tonnen von Papier. Einen ganzen Schrank davon habe ich. Und auch ich werde die Sachen irgendwann wegwerfen.

Nicht so das Band. Das werde ich noch meinen Enkeln zeigen. Es ist etwas handfestes, greifbares. Es inspiriert Menschen, kreative Dinge zu schaffen. Anderen eine Freude zu machen. Etwas Selbstgemachtes zu verschenken. Nichts aus dem Katalog oder online bestellt. Für mich sind es 50 Meter geballte Freude. Freuen Sie sich ein bisschen mit mir?

Einen Dank muss ich noch loswerden: an Sabine und Janina von Farbenmix, die meine Begeisterung für schöne Dinge teilen und das Band möglich gemacht haben. Und an Sonja, die sagt Mach weiter, hör bloß nicht auf. Ich knutsch euch!

Ich habe in meinem Blog noch nie eine Verlosung gemacht, jetzt ist es wohl mal an der Zeit, oder? Ich teile meine Freude und verschenke die ersten 3 Meter Heldenband, noch bevor es in die Läden kommt. Exklusiv sozusagen. Aus allen Kommentaren, die bis kommenden Freitag, den 16. Oktober, 24 Uhr eingehen, werde ich an drei Leute jeweils einen Meter Heldenband verschicken. Weitersagen!

12. Oktober 2009

12 von 12

Puh. Ein anstrengender 12. Oktober. Aber so trüb und feucht, wie er begann, endete er nicht. Aber von Anfang an...

Wir sind spät dran. Der Liebste klinkt sich gleich morgens aus, heute springt er auf das Familien-Karussell auf und hat eine Zwangsverabredung mit der Kloschüssel. Der Arme. Wir stehen im Stau, es regnet und das Töchterlein und ich können uns nicht so recht auf die passende musikalische Untermalung im Auto einigen. Wir schalten aus, quälen uns an Straßensperrungen vorbei über Umwege in die City. Termin bei der Heilpraktikerin. Irgendwer muss uns ja jetzt mal helfen.

Dach und Regenverdeck für den Buggy zu Hause vergessen, zum Glück noch einen Regenschirm im Auto gefunden (da findet man übrigens so einiges). Zum Glück sind wir pünktlich und der Regen verpieselt sich langsam.

Das Quartier zeigt sich plötzlich modern vor strahlend Blau, als würde es den Regen verschweigen wollen. Waas, hiiier? Schlechtes Wäääätter? Niiiiemals.

Danach um die Ecke noch ein bisschen gesund shoppen.

Viel Glas, viel Stahl, viel teuer – soweit das Auge reicht. Schnell zurück zum Auto, on the road to Suburbia.

Mühevoll halte ich das kleine Ding wach, sie fällt zu Hause dankbar in die eigenen Federn und schlummert ein friedliches Mittagsnickerchen. Während dessen bereite ich dem Liebsten eine kleine Zwischenmahlzeit. Der Arme!!

Nach dem ich das gröbste Chaos auf leisen Sohlen beseitigt habe (Mann und Kind schlummern seelig), wecke ich das kleine Piraten-Ding (T-Shirt übrigens selbst genäht, Schnitt ZOE von Farbenmix, Applikation aus der Seemannstattoos-Serie von Gretelies bei Kunterbunt-Design), verabreiche eine kleine Piratenmahlzeit und wir eilen zum Kindergarten, den großen Bruder einsammeln. Für den Nachmittag hat Mutter Hamburger Liebe etwas Zerstreuung für den krankheitsgeplagten Nachwuchs eingeplant.

Ähem, wozu auf Karnevall warten? Jeder Tag fordert zum Kampf, man muss in Rüstung äääh... gerüstet sein.

Hä!? Im Internet? Und ich dachte, ich präsentiere meinen Kindern mal was Handfestes tststs...

Ach so. Der Raum heißt Internet. Wie originell. Weniger originell finden wir das allerdings oben angekommen. Der Raum ist zu klein. Kleiner als gedacht. Eltern müssen draußen bleiben, kein Platz. Ich frage das große Kind Willst du trotzdem? und ehe ich meinen Mund verschließe schnappt er sich unsere (gemeinsame) Popcorn-Tüte und eilt in die erste Reihe. Weg. Nun gut. Das kleine Ding und ich weilen dann eben 45 Minuten auf dem Flur, hören Kinder laut Hurraaa rufen und stellen uns eben vor, was Kasper und Seppl, der Wachtmeister, die Großmutter und der Räuber Kilian so da drin machen. Man darf sich nur nicht die Laune verderben lassen. Später erfahren wir ja quasi in Puzzleteilen die aufregende Handlung und können uns selbst einen Reim darauf machen.

Zur Entschädigung gibt's für die Süßlinge noch ein paar Blinkdinger (ein echter Ankommer, wie immer) und frische Waffeln mit Puderzucker im dörflichen Rentner-Café. Mein Magen funktioniert immer noch nur auf Sparflamme, ich halte mich an einer (gräußlich schmeckenden) Tasse Kaffee fest. Aber die Kinderaugen leuchten und das lässt diesen ganzen Heckmeck der vergangenen Wochen vergessen.

Danke für's Gucken! Falls Sie noch weitere 12 von 12 bewundern wollen – Frau Kännchen hat freundlicherweise Mr. Linky engagiert!