31. Juli 2010

Kuschel-Alarm!

Der pinkfarbene Apfel hat mich schon lange aus meiner Stickies-Kiste angelacht. Ich wusste, er ist für etwas ganz Besonderes reserviert. Mein Stapel bunter Nickis ist auch etwas ganz Besonderes. So besonders, dass ich Ende der Woche glatt noch mal Nachschub besorgen musste. Denn aus den halben Metern, mit denen ich mich eingedeckt hatte, wäre kein Bademantel geworden.

Den Farbenmix-Schnitt „KleinBorkum“ habe ich schon seit einer Weile zu Hause, um eigentlich für den kleinen Glücksritter einen Bademantel zu nähen. Fräulein Schlau braucht gar keinen. Nennen wir es also Generalprobe. Gelungen, wie ich finde. Nun könnte ich ja eigentlich mal den türkisfarbenen Frottee anschneiden, der schon viel zu lange im Schrank liegt. Wenn da nicht noch der Stapel Kuschelnickis wäre...

Aber der ist ja gar nicht aus Bademantel-Stoff! sagt der Liebste. Nein, viel besser. Aus Pfirsichmelba-Kuschelalarm-Streichelnicki. Keine Ahnung, diese Männer.

Schnitt: KleinBorkum via Farbenmix, Applikation Apfel: Fuchs und Freunde via Kunterbunt-Design, Kuschelnicki: Glücksmarie, Jersey: Stoffmarkt

Danke!

Danke für die zahlreichen positiven Kommentare zu meinem kleinen Buch. Jetzt fühle ich mich ein wenig wie Mutter Theresa, aber das bin ich doch gar nicht.

Es war mir einfach ein großes Bedürfnis aus der Tatsache heraus, dass ich mit zwei gesunden Kindern gesegnet bin. Seit Wochen erfüllt mich eine tiefe Dankbarkeit und Demut vor dem Leben, dass uns anvertraut ist. Nichts ist selbstverständlich, das muss ich mir einfach jeden Tag von neuem sagen.

30. Juli 2010

Das Buch

Neulich habe ich kurz über ein Projekt geschrieben, dass mir sehr am Herzen lag und das eine Weile gebraucht hat, bis es fertiggestellt war. Es sollte ein Buch werden für einen kleinen Kerl, der gerade nicht viel zu lachen hat.

Der kleine Kerl ist der beste Freund von Fräulein Schlau, und er ist sehr, sehr krank. Er wird für eine lange Zeit nicht mehr in den Kindergarten gehen können und besucht werden kann er eigentlich auch nicht. Ich dachte mir, dass es vielleicht eine gute Idee wäre, wenn er seine Freunde – die er ja nun nicht mehr sehen kann – in einem Buch wieder findet und sie darin sehen kann, sooft er mag. Vielleicht hilft das in seiner schwierigen Situation, denn was mag man einem Dreijährigen schon erzählen? Dass jetzt jeder Tag und jedes Lächeln, jedes gute Gefühl und jeder Augenblick mehr zählt, als alles was in der Zukunft kommt. Ein kleiner Lichtblick in einem Gefühl der Hilflosigkeit.

Und so war ich an drei Tagen in der Kindergartengruppe von Fräulein Schlau und ihrem besten Freund und habe so unauffällig wie möglich versucht, ein paar Augenblicke der kleinen Mäuse festzuhalten. Das war teilweise sehr lustig, denn die kleinen Knirpse waren ein bisschen irritiert von Fräulein Schlau's Mama mit der Kamera vor dem Gesicht. Sie waren teilweise sehr neugierig und quietschvergnügt, teilweise aber auch sehr kritisch und ein bisschen misstrauisch, warum diese Tante dauernd um sie herumschleicht und ihnen beim Sandspielen, Buch lesen, kuscheln und die Welt entdecken immer den Fotoapparat vor die Nase hält.

Meine Eindrücke habe ich in dem kleinen Buch in kleine Bildergeschichten verpackt und mit Illustrationen „garniert“. Es ist sehr süß geworden und ich bin mir sicher, es wird seinen Zweck erfüllen. Natürlich ist das alles sehr persönlich und deshalb kann ich hier nur ein paar gesichtslose Ausschnitte zeigen. Das Buch habe ich mit einem DTP-Programm gestaltet und ein fertiges PDF bei blurb.com hochgeladen. Es hat eine prima Qualität. Die Fotos im Buch sind für meinen Geschmack alle ein bisschen zu hell geworden, aber das tut seiner „Seele“ nichts zuleide.

Blurb Book, Format: standard landscape (25 x 20 cm), Umschlag: hardcover image wrap, innen: ca. 40 Seiten, premium paper, matte finish

29. Juli 2010

Schoggingpänts

Als ich mich neulich im Stoffhimmel bei Nina und ihrer Schwester mit bunten Nickis eingedeckt habe, haben mir die beiden erzählt, dass sie sich aus den Kuschelstoffen am Liebsten selbst Jogging-Anzüge nähen würden, denn bequemer geht's ja wohl kaum. Geht mir ähnlich.

Lustig finde ich dabei, dass man beim Rumgammeln – also dem genauen Gegenteil von Sport machen – respektive Joggen – am Besten Sportklamotten trägt. Die sitzen gut, kneifen nirgends und man kann sich in allen möglichen Positionen rumlümmeln. Ob Fräulein Schlau ein sportlicher Typ ist, kann ich nicht so genau sagen. Sie ist zwar ein Hans Dampf in allen Gassen, die ungekrönte Queen of Trampolin und hüpft und tanzt mehr, als sie läuft, aber Laufrad fahren zum Beispiel gibt sie meistens schon nach wenigen 100 Metern auf – zu anstrengend.

Was man allerdings sicher sagen kann, ist, dass sie Schoggingpänts mag – oder auf trendy gesagt: Loungewear. Und wo ich mir bei der traumhaften Eulenjacke mal wieder ein herbe Abfuhr eingehandelt habe (ich führe das hier lieber nicht näher aus...), bin ich mir bei den lila Sternchen-Schoggingpänts schon jetzt sicher: sie wird sie lieben. Es sei denn, ich habe eine Nadel vergessen und es piekst irgendwo.

Und deshalb ist es mit einem Fräulein Schlau im Haus immer von Vorteil, einen gut angelegten Vorrat an bunten Kuschlnickis im Schrank zu haben. Glücksmarie sei Dank!

Schnittmuster Turnhose Ottobre 01/2008

Zur falschen Zeit am richtigen Ort.

Beim Online-Schmökern in dem neuen Quilt Buch der großartigen Blog-Autorin Jane Brocket ist mir gerade eine schmerzliche Erkenntnis gekommen. Viele der von ihr empfohlenen Stoffläden liegen in der Berwick Street in London – just zwei Straßen weiter von dem Büro in der Wardour Street, in dem ich damals gearbeitet habe. Ich kann mich auch daran erinnern, dass ich mir in der Mittagspause manchmal die Nase an den Schaufenstern plattgedrückt habe. Muster haben mir schon immer gefallen. Nur hat Nähen in meinem Lebens damals so gar keine Rolle gespielt.

Manchmal ist man eben auch zur falschen Zeit am richtigen Ort.

28. Juli 2010

Sweet Sensation

Nein, wirklich! Ich glaube kaum, dass es ein erhebenderes Gefühl für mich gibt, als ein selbstgenähtes Kleidungsstück in den Händen zu halten, das gerade fertig geworden ist. Man kämpft sich durch chinesische Fachbegriffe wie „Beleg“, „Ärmelkugel“ oder „Einhaltefaden“, hat Augenringe nach einer durchnähten Nacht, das Arbeitszimmer sieht aus, wie nach einer mittelschweren Naturkatastrophe. Aber man ist glücklich. Und stolz! Sowas kann ich also auch. Toll! Und Eigenlob riecht in diesem Fall nach Lavendel und Rosen.

Für den Rest des Tages werde ich mir also unentwegt auf die Schulter klopfen und Eulen streicheln. Hach!

(Und welches Gefühl das mit dem eigenen Stoff noch dazu ausmacht, muss ich wohl nicht extra betonen, oder?)

27. Juli 2010

I love Sneakers.

Ok, es ist ein offenes Geheimnis. Über meine Leidenschaft für sportliches Schuhwerk hatte ich ja schon dann und wann berichtet. Ich habe sie nicht gezählt, aber ich besitze vermutlich mehr, als man braucht. Würde mein Mann sagen. Ich bin da natürlich ganz anderer Meinung und habe schon wieder das eine oder andere Paar im Visier.

Dass es jetzt meine Leidenschaft zu Sneakers im Besonderen und Chu.cks im Speziellen sogar auf einen streichelzarten Ökotex-Jersey geschafft hat, finde ich einfach nur grandiös. Ich fürchte, die ganze Familie muss damit eingekleidet werden, denn mindestens meine zwei Kurzen habe ich mit meiner Sneakers-Leidenschaft schon angesteckt. Und wenn ich's mir recht überlege, geht der Liebste auch am liebsten in lässigem Schuhwerk aus dem Haus.

I love Sneakers wird es ebenso wie den Eulenreigen-Stoff ab Herbst im Stoffhandel geben. Interessierte können sich gern an kollektion@ farbenmix.de wenden – auch kleine Händler können bestellen! Passend dazu wird es auch – wie bei den Eulen – ein Webband dazu geben.

Ich fürchte, bis der Stoff kommt, muss ich meinen Bestand an passendem Schuhwerk unbedingt noch aufstocken. Unbedingt!

Sommer (4)

Bääh. Was Greenpeace in den Johannisbeeren aus deutschen Supermärkten gefunden hat, lässt einen erschaudern. Da empfinde ich es noch viel mehr als großen Luxus, dass wir die Beeren aus dem eigenen Garten naschen dürfen, von denen wir wissen, dass sie allenfalls ab und zu von Schnuffi oder den zahlreichen Nachbarskatzen gegossen wurden. Oder eben auch nicht.

Jedenfalls haben wir – den trockenen letzten Wochen zum Trotz – am Wochenende ca. 5 Kilo Johannisbeere geerntet und zu leckerem Gelee verarbeitet. So viel gab es noch nie. Und dabei haben wir noch reichlich Beeren an den Sträuchern gelassen. Sollen sich doch die lieben Vögelchen den Bauch damit vollschlagen. Überhaupt hat der Garten die trockene Zeit mit mäßigem Gießen gut überstanden. Überall brummt und summt es, Bienen, Hummeln und anderes gestreifetes Getier badet sich in Pollen und Nektar im Überfluss.

Sogar die Zucchini scheinen es sich nach reiflicher Überlegung – im wahrsten Sinne des Wortes – noch mal überlegt zu haben und wollen auch ein paar Früchte auf den heimischen Familienmarkt werfen. Bei den grünen Zucchini bin ich mir noch nicht so ganz sicher, ob sie kurz vor der Zielgeraden noch mal die Biege machen, aber zur Not habe ich ja auf dem Nachbarbeet nachgepflanzt. Das werden allerdings wohl eher Herbstfrüchte. Das hatte ich aus dem letzten Jahr irgendwie anders in Erinnerung.

Aber ich hege und pflege, gieße und jäte, streichle und bete und bin mir sicher. Ganz sicher! Da kommt noch was.

Der Kürbis derweil – den ich ja auch auf's falsche Beet gesetzt hatte und der auch so ein Bodenschmarotzer wie seine Zucchinischwestern ist – macht sich schon ganz feist und rund im hohen Gras und am liebsten würde ich Warnschilder aufstellen für, nein: gegen! die Schnecken: Finger weg! Das ist MEINER!

Die Brombeeren, die sich wie Unkraut an jeder Ecke des Garten aus dem Boden winden und mit ihren langen, stacheligen Tentakeln alles in Besitz nehmen, werden uns wenigstens in diesem Sommer eine überreiche Ernte bescheren. Und diesmal hängen sie sogar so, dass man nicht erst mit der Machete den Weg bahnen muss, um an die süßen Früchte zu gelangen.

Während die Bienen und Käfer emsig brummen, legt sich die kleine Fellnase auf die faule Haut. Was hat man sonst schon wichtigeres zu tun in diesem Bilderbuchsommer?

26. Juli 2010

Quick Pimp

Huuuch, denke ich fünf vor drei, ich brauche ja noch ganz dringend ein Geburtstagsgeschenk! Ein Griff in die Restekiste, vier Stückchen ausgeschnitten, mit Sprühkleber auf die Taschenklappe geklebt, Freihand hin und hergenäht und fertig ist das Sommertäschchen.

Kaum zu glauben, dass ich bis heute noch jedes einzelne, zu applizierende Teil mit Vliesofix bebügelt, ausgeschnitten und aufgebügelt habe, bevor das Nähen losgehen konnte. Und das, obwohl ich quasi vor fast 20 Jahren mit Beginn meiner Ausbildung als Druckvorlagenherstellerin (nee, googeln lohnt sich nicht, diesen Beruf gibt's heute gar nicht mehr) täglich Sprühkleber „inhaliert“ habe. Damals gab es zwar schon schicke Macs, die hatten aber ungefähr soviel Speicher, wie heutzutage jeder popelige USB-Stick. Und deshalb habe ich noch gelernt, wie man einzeln belichtete Textbausteine schön ordentlich am Reißbrett auf Reinzeichnungspapier klebte. Mit Sprühkleber, versteht sich. Hätte mir vorher nicht mal einer flüstern können, dass es sowas Feines auch für Stoff gibt? Tja, das kann ich vermutlich in die Kategorie Wurstband ablegen. Ab jetzt hier öfter. Tschschschsch...

Besonders schön: drei der vier Stoffe sind Hamburger Liebe Designs: Fox Polkadots, Dots on tangerine und Toadstools Parade.

23. Juli 2010

Vorfreude

Als mir Janina von Farbenmix gestern abend in einem E-Mail schrieb „Heute haben wir die ersten Meter der neuen Stoffe bekommen“, wurde mir schlagartig klar, dass auch dieser Sommer bald ein Ende haben wird. Wie schade eigentlich. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass sich unser Wohnzimmer nicht mehr drinnen sondern draußen befindet, dass an- und ausziehen ratzfatz geht, denn man trägt bei dieser Hitze sowieso nicht viel. Salatzutaten wie Essig und Öl gehen rapide zur Neige und der Verbrauch an Grillsaucen oder frischen Kräutern für Quark und Dipps ist ebenso sprunghaft gestiegen. Aber alles hat seine zwei Seiten.

Denn der Trauer über den demnächst scheidenden Sommer weicht die Vorfreude auf den goldenen Herbst. Und weil ich sowieso gerade beim Warten war... ich finde, ich habe jetzt auch lange genug gewartet und das Geheimnis für mich behalten, dass Farbenmix in diesem Herbst noch mal mit einer zauberhaften Kollektion an schönen Stöffchen auftrumpfen wird und das Beste daran: ich durfte wieder ein Teil davon sein!

Obwohl mir bis jetzt nur ein wohlgehütetes Probestückchen vorliegt, kann ich schon jetzt sagen: grandiös! Es wird wieder das volle Programm geben: hochwertige Stoffe in Ökotex-Qualität in weichem Babycord, streichelzartem Jersey und griffigem Popeline mit den passenden Unis dazu. Außerdem schöne, passende Bänder und Stickies für Taschen, Kleidung und Accessoires. Und wer schon genug von Eulen hat, für den gibt es coole Sneakers, schaurigschöne Füchse, putzige Waschbären und pieksige Igel im Laubwald.

Da die Kollektion sehr umfangreich ist, werden die Stoffe diesmal ausschließlich und direkt über Händler vertrieben. Anfragen (auch von kleinen Händlern) bitte an kollektion@farbenmix.de.

Na, wenn das mal keine Vorfreude auf den nahenden Herbst macht!

Edit: Natürlich werden wir jeden Tag des Sommers noch ind vollen Zügen auskosten. Die Stoffe wird es vermutlich dann im September zu kaufen geben. Bis dahin freu' ich mich einfach. Denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude!

22. Juli 2010

Mitternachtshäppchen

Wer schon mal einen Blick auf tolle, neue, spannende Dinge werfen will, sollte sich schnell mal nach Farbenmix klicken...

Edit: Frau Hamburger Liebe hat sich übrigens den weichen Babycord und einen schönen Jersey zur Brust genommen...

Sommerloch

Heute habe ich endlich ein Projekt abgeschlossen, dass mir sehr am Herzen lag. Es hat mich viele Tage und Nächte am Schreibtisch und hinter der Kamera gekostet, aber jede Minute hat sich gelohnt. Es ist ein Buch für einen kleinen Kerl, der im Moment nicht viel zu lachen hat. Von diesem Buch wird es nur ein Exemplar geben und es ist sehr persönlich. Aber es ist sehr schön geworden, so dass ich – wenn ich das fertige Exemplar bekomme – vielleicht ein paar Ausschnitte zeigen werde.

Ansonsten verbringen wir die meiste Zeit mit Warten. Warten auf Abkühlung, warten auf den Abend, warten auf Zucchini (ob ich das in diesem Jahr noch erlebe?), warten auf das Ferienende und den heiß ersehnten Schulstart (das wird wohl auch einzigartig bleiben, oder?), warten auf Zeit für die Umsetzung neuer Ideen, warten auf Eis, Melone und Planschi am Nachmittag.

16. Juli 2010

Sommer (3)

15. Juli 2010

Mama off road

Der kleine Glücksritter besucht diese Woche einen Zirkus-Ferienkurs vor den Toren der Stadt. Irgendwo zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein zwischen Feld, Wald und Wiese in einer kleinen Turnhalle mit zwei bezaubernden Zirkusdirektoren.

Heute macht seine Kindergartengruppe außerdem einen Ausflug an einen kleinen Stausee mitten im Wald. Mit dem Auto zurückbringen macht also nicht viel Sinn, ich muss ihn nach dem Zirkus irgendwie schnell in diesen Wald an diesen See bringen. Fahrrad, denke ich mir, ist wohl das Transportmittel erster Wahl. Bedeutet also, ich fahre mit dem Fahrrad erst über die Stadtgrenze, durch Feld, Wald und Wiese, lade das Kind auf den viel zu kleinen Sozius und fahre das Kindertaxi zurück durch Wiese, Wald und Feld zum See. Dabei habe ich enorm viel für Umwelt, Gewissen und Gesundheit getan, habe die schöne stadtnahe Umgebung genossen und das Kind kommt auf schnellstem Wege von einem Vergnügen zum nächsten. Ein guter Plan.

Zwar fahre ich hier häufiger mal Fahrrad, aber meistens nur eine Rentnerhunde-Runde durch den nahen Wald (an besagtem Stausee vorbei) oder die 500m zum Kindergarten, wobei diese Strecke schon wieder so kurz ist, dass wir sie meistens zu Fuß gehen. Manchmal zum Vergnügen „ins Dorf“ auf ein Eis. Weitere sportliche Aktivitäten Fehlanzeige.

Ich rüste mich also, muss erstmal mein Fahrrad von dem Zweitrad des Liebsten im Schuppen mit einem chirurgischen Eingriff inklusive Kollateralschaden aboperieren, fahre viel zu spät los, lasse Trinkflasche, Foto und Handy zu Hause liegen – wobei mir letzteres noch leid tun wird. Den ersten Teil des Weges kenne ich, den zweiten, der ungefähr dreiviertel ausmacht, nicht. Egal, denke ich mir, in unbekannten Großstädten bin ich schon immer ein guter Navigator gewesen. Ich muss mich eigentlich immer nur nach der Hochspannungsleitung richten. Ich fahre am Stausee vorbei, winke gut gelaunt der bereits eingetroffenen Kinderschar zu, biege flott ab. Hier irgendwo muss es doch langgehen. Die Sonne blitzt durch die Bäume, die Frösche quaken ihr Sommerkonzert, Brombeerranken ergreifen langsam Besitz von den Pfaden. Ah, eine Wandertafel! Ich bremse sportlich, ein Rentnerpaar nickt mir anerkennend zu. Ich suche. Ganz am Rand der Karte finde ich einen abgefingerten weißen Fleck, hier bin ich wohl. Schade, mein Ziel liegt ungefähr 5 cm unterhalb des vermoderten Holzrahmens. Aber eines weiß ich zumindest: ich muss meinen Kurs korrigieren. Ach, ist doch noch früh, sagt der nette ältere Herr im Radleroutfit. Ja schon, sage ich, aber ich muss mein Kind abholen. Aber ich werde ihn schon finden, füge ich selbstsicher hinzu. Er mus ja nicht gleich merken, dass ich keine Ahnung habe. Oha, na dann viel Glück! erwidert er. Was meint er damit?

Ich fahre weiter. Laubwald. Neben mir ein mooriges Rinnsal, gerahmt von bizarren Farnen, morschen Baumstämmen, verwunschenen Ranken. Ich fahre durchs Märchen, denke ich mir. Prinzessin Hamburger Liebe auf ihrem schwarzen Fahrrad... äh, Hengst auf der Suche nach dem verwunschenen Prinz. Warum gibt es hier in dieser malerischen Landschaft eigentlich keine Wegweiser bei diesen fünfundneunzig Abzweigungen und Kreuzungen? Brücke hier, Reitweg da. In Gedanken trete ich dem örtlichen Wanderverein bei, starte das Projekt Wanderwegweiser. Superhelden-Weg, Monster-Pfad – 3,5 km, bitte schön, hier rechts geht's lang.

Wo ist eigentlich diese unglückseelige Hochspannungsleitung? Ich bleibe stehen. Lausche. Und stelle fest, dass ich sie weder sehen noch hören kann. Das laute Surren begleitet einen durch weite Teile des Waldes. Nichts. Vogelgezwitscher, Blätterrauschen. Ein elektrischer Weidezaun knackt. Wofür eigentlich? Ich sehe keine Tiere. Es ist schön hier. Mir ist heiß. Ha, mein Handy! denke ich, bleibe stehen und wühle in meinem Fahrradkorb. Wie sehr würde mir jetzt dieser kleine pulsierende Punk helfen. Off road denke ich. Das Navi im Auto sagt off road. Bitte wenden. Bloß wohin? Mist, das Handy liegt zu Hause. Ebenso die Trinkflasche – mein Kind wird mich lynchen. Wie schlau, dass ich die Packung Dinkelmehl eingesteckt habe, mit der die Kindergartengruppe morgen Kuchenbacken will. Vielleicht muss ich mir ja im Wald Stockbrot backen, wenn ich nicht mehr raus finde?

Ich fahre immer schneller, mein Fahrrad stöhnt, der Kindersitz klappert über die ausgetretenen Waldpfade. Die Landschaft verändert sich, weite Kornfelder mit knorrigen alte Eichen, gesäumt von Alleen. Wunderschön. Ich ärgere mich, dass ich meinen Foto ebenfalls zu Hause habe liegen lassen. Die Zirkusbilder, die ich machen wollte, kurz bevor das Mini-Akrobatentraining zu Ende ist, kann ich mir sowieso schon schenken. Die Stunde ist bereits vorbei. Ich stelle mir vor, wie sich die Umkleidekabine langsam leert und nur noch der kleine Glücksritter dasitzt. Meine Mama, sie wollte mich doch abholen, huhuuu. Kindertränen. Ich Rabenmutter. Ich beiße die Zähne zusammen und trete mit aller Kraft in die Pedale. Dritter Gang, mehr gibt mein Beachcruiser nicht her. Wo ist bloß diese verdammte Hochspannungsleitung? Keine Ahnung, wie lange ich nun schon fahre, irgendwann muss doch mal etwas markantes kommen, das ich wiedererkenne?

Kühe. Ich sehe Kühe und freue mich. Kühe bedeuten Bauernhof. Und Bauernhof bedeutet im Idealfall, dass ich mich meinem Ziel nährere. Ich bin hin- und hergerissen. Diese schöne Landschaft vereinnahmt mich voll und ganz. Warum bin ich hier nicht schon häufiger gefahren? Warum waren wir in diesem Jahr noch kein einziges Mal mit dem Fahrrad beim Bauernhof? Warum fahre ich hier nicht selber mal spazieren? Ich gewöhne Schnuffi, dessen Fahrradtempo mit ihren 70 Hundejahren nicht an Strecke denken lässt, in Gedanken an den Fahrradanhänger und cruise mit einem Rentnertaxi am Heck durch reife Kornfelder.

Ha, die Hochspannungsleitung! Gepriesen seist du, du graues Monster! Dumm nur, dass an der nächsten Kreuzung weder der eine noch der andere Weg in die Richtung der Hochspannungleitung geht. Links oder rechts, jetzt musst du dich entscheiden. Hop oder Top, ankommen oder nicht ankommen. Schon 10 Minuten zu spät. Das weinende Kind kann ich mir irgendwie nicht mehr vorstellen, ich kenne mein Kind. Ich stelle mir vor, wie ich schweißüberströmt mit zitternden Beinen, rotleuchtend im Gesicht an der Turnhalle ankomme und mein kleiner Glücksritter sagt Ach Mama, warum kommst du jetzt schon? Es war doch so schön gerade.

Rechts war richtig, vermutlich die einzige richtige Entscheidung während dieser unfreiwilligen Radtour. Das letzte Stück geht auch noch bergauf, meine Kräfte sind rationiert. Das Kind hüpft vor der Turnhalle auf einem Riesentrampolin mit seinem Freund. Stand das da heute morgen auch schon? Der Papa des Freundes telefoniert. Alle anderen sind längst gegangen. Mama, sagt mein Kind, ich möchte noch nicht gehen. Ich habe Herzrasen. Ich schwitze. Meine Beine zittern. Ich muss Sport machen, denke ich, demnächst. Ich muss duschen. Ich muss was trinken. Steig auf, Akrobat sage ich, wir sind spät dran. Mama, kannst du bitte durch den Wald fahren? Aber sicher doch mein Kind, wir sind bestimmt gleich da.

.....

Morgen Abend treffe ich einen Haufen wilder Blogger-Hühner in der Bullerei. Meine Damen, bitte wundern sie sich nicht über meinen komischen Gang. Muskelkater, nur ein bisschen.

14. Juli 2010

Freebee: Pimp your Erdbeer-Marmelade

Wer kennt sie nicht, die lästigen Aufkleber auf den selbsteingemachten Marmeladengläsern, an denen man sich Jahr für Jahr die Fingernägel abbricht und die selbst nach stundenlangem Einweichen in Seifenbad nur in mikronesienkleinen Fuzzelstückchen abgehen.

Damit ist jetzt Schluss!

Ab heute geht das gemeine Erdbeer-Marmeladenglas schick in den Keller. Oder zu Tante Erna, denn die freut sich auch über selbstgekochte Erdbeer-Marmelade in einem hübschen Kleidchen.

Man nehme also hübsche Stoffreste, z.B. Pünktchen von Frau Tulpe oder Strawberry Field von Frau Hamburger Liebe, mal einen Kreis auf z.B. mit einer Untertasse, lasse die Zickzackschere einmal im Kreis schneiden. Kleiner Tipp für das Festbinden: das runde Stück Stoff lässt sich mit dem hübschen Wurstband nur mit Mühe festbinden. Einfacher geht es, wenn man erst mal einen einfachen Haushaltsgummi über Stoff und Deckel stülpt und das Band danach um den Deckel bindet.

So richtig aufgehübscht werden die Marmeladen-Gläser aber erst mit den Eli-Erdbeer-Etiketten – mein Sommergeschenk für meine lieben Blogleser! Auf jedem Bogen sind 10 Etiketten in drei unterschiedlichen Designs mit Eli Erdbeer und jede Menge roten Früchtchen.

Hier geht's zum Download! Free download for jam tag this way!

So hübsche Etiketten bekommt man mit dem Etikettenstanzer von hier. Der ist mein neues Lieblingsspielzeug, alles was was zu sagen hat, wird damit behängt: Geschenke, Flaschen, Blumensträuße, Servietten. Und neuerdings auch Marmeladengläser.

Für die Kellervariante tut es wirklich ein simpler Haushaltsgummi und weil es so hübsch aussieht, freut man sich jedes Mal, wenn man ein neues Glas aus dem kühlen Verlies holt. Und das lästige Abpopeln der alten Aufkleber entfällt in der nächsten Einmach-Saison.

Sommer (2)

Na gut, was soll ich sagen? Sommer ist schön. Auch wenn wir heute schon wieder gnadenlos braten, das Wetter es mit diesen „Hitzewellen“ allzu wörtlich nimmt und die Temperaturen schön ab- und aufwellen. Die Natur beschenkt uns mit Früchten satt – Besuche auf dem Wochenmarkt sind zur Zeit eine kostspielige Angelegenheit, denn wer kann schon vorbeigehen an all dem leckeren Gemüse, den Beeren und Blumen, die einen von allen Seiten anschreien Nimm mich, ich bin schöner, ich schmecke besser, ich schmecke süßer, ich bin der Oberwahnsinnsgenuss!? Der Nachwuchs trainiert derzeit auf die Wassserrutsche-wer-kann-höher-weiter-nasser-spritzen-Weltmeisterschaft und Schnuffi ist nur schwerlich aus dem Planschbecken fernzuhalten. Gestern haben wir uns lieben Besuch eingeladen und sind dank der moderaten Temperaturen auf's Erdbeerfeld gezogen. Man wird ja bescheiden. Heiß war's dann irgendwie doch, denn die Beeren fallen einem dort nicht wie im letzten Jahr quasi in den Mund, sondern man muss sie suchen. Sie sind klein und keine solchen Monster, die man am besten mit Messer und Gabel verspeist, aber sie sind zuckersüß und ihr Aroma treibt einem vor Rührung und Gaumenkitzel die Tränen in die Augen. Der kleine Glücksritter ist referierend durch die Reihen gezogen, hat geprüft, bemängelt und gestaunt (Mama, schau mal hier und schau mal da, L. hatte mal eine, die war soooo groß und überhaupt, hier wächst ja nur Unkraut...), hat sich ein paar Beeren in den Mund gesteckt und ist dann – ohne eine einzige Beere im Eimer – zum Erdbeerhäuschen in den Schatten abgezogen. Mir ist das alles viel zu anstrengend. Soso, die Jugend von heute. Fräulein Schlau dagegen hatte sich selbst wiedermal einen eindeutigen Auftrag formuliert. Mama, ich will mich satt essen. Da weiß man wenigstens, auf was man sich einstellen kann. Sie hat sich dann einfach ein paar Beeren in ihren Eimer pflücken lassen.

Letztlich sind dann doch noch genügend runde rote Leckerbeeren in unsere Eimer und bis nach Hause gewandert.

Zurück in den Garten: eine dankbare Nutzpflanze auch für weniger begabte Gärtner wie mich, ist übrigens Rucola. Schneckenresistent, braucht kaum Wasser oder sonstige aufwändige Zuwendung, lässt sich einfach mit der Küchenschere ernten und wächst immer wieder nach. Nur Unkraut sollte man ab und zu mal zwischen den einzelnen Pflanzen jäten, das schneidet man sonst nämlich mit ab und muss es mühsam vor dem Verarbeiten aussortieren. So haben wir gestern Abend noch einen sehr leckeren Salat gegessen – mit Erdbeeren und Rucola. Unser Rucola aus dem Garten ist extrem aromatisch, fast schon scharf, wenn man die einzelnen Blätter kaut. So haben die süßen Erdbeeren, eine halbe Salatgurke, geröstete Sonnenblumenkerne und eine Vinaigrette aus weißem Balsamico, Orangensaft, Salz, Zucker, gekörntem Senf und ein paar Löffel Naturjoghurt prima dazu gepasst. Gestern habe ich mir übrigens auf dem Biohof umme Ecke noch drei Demeter-Zucchini-Setzlinge gekauft, sie hoffentlich auf's richtige Beet gesetzt und hoffe auf verspäteten Erfolg. Ich habe ihnen ehrlich gesagt ein wenig gedroht, sie stehen jetzt also nicht nur in der prallen Sonne auf frisch aufgeschüttetem Kompost sondern auch noch unter Druck. Aber damit sollten Bio-Zucchini ja wohl klar kommen, oder!? Mangels Zucchini gibt es also um diese Jahrezeit auch zum Mittagessen Rucola. Ist ja auch vielseitig, dieses Grünzeug. Heute Pasta griechisch mit Schafskäse, Tomaten und Oliven. Mahlzeit!

Für alle Erdbeermarmeladen-Freunde habe ich übrigens später (heute oder morgen) noch ein Gratis-Bonsche parat. Isch hab da mal was vorbereitet...

13. Juli 2010

Ahsoo.

Mama: Ich möchte nicht, dass du in Socken auf der Terrasse umher läufst. Fräulein Schlau: Aber ich MÖCHTE das Gegenteil machen von was du sagst.

Sommer

Heute ist der Sommer genau so, wie ich ihn mag. 25°C und eine laue Brise, die Blumen leuchten keck und frisch gespült vom gestrigen Regenschauer aus dem Beet. Behutsam versuche ich die kühle Luft ins Haus zu lassen, immer darauf bedacht, kein Fenster zu öffnen, auf das gerade die Sonne strahlt. Die Stockrosen, die mir im letzten Jahr eine Nachbarin als „Ableger“ geschenkt hat, recken sich in prächtigen Farben in den blauen Himmel und die Nachbarin kann kaum glauben, dass sie nun schon so erwachsen sind. Dank der Abkühlung ist es heute erträglich in meinem Büro und ich wage sogar, das Bügeleisen anzuwerfen, um endlich die drei (von vier) Fuchs-und-Freunde-Stoffe zu präsentieren, die wohl eine Reise über den Mond gemacht haben müssen. Sage und schreibe zwei(!) Monate waren sie nun unterwegs, aber jeder Tag warten hat sich gelohnt. Nachdem das erste Ergebnis zwar hübsch, aber dann doch zu orange-lastig war und sich so gar nicht mit dem Webband vertragen hat, habe ich noch mal eine Korrekturrunde gestartet, die mich nun ziemlich viel Geduld gekostet hat. Aber voilà: drei fuchsige Stöffchen sind bei mir angekommen und dazu passend gibt es noch die Polkadots wie bei der Lilapink-Kollektion. Zu bekommen nur hier.

Dank der ausbleibenden Zucchinischwemme gab es heute ein leichtes Sommer-Mittagessen, so wie früher oft bei meinen Eltern. Dank meiner Laktoseunverträglichkeit und dem Mangel an L-freiem Kräuterquark habe ich mir selbst ein sehr leckeres Rezept zusammengestrickt, neben dem jeder gekaufte Kräuterquark einstecken kann. Man nehme: 1 Päckchen Quark etwas Sahne 4 EL Naturjoghurt 1/2 Päckchen Zwiebelsuppe (ja richtig, Tütensuppe!) je 1 Bund Schnittlauch, Dill und Petersilie rühre, koste und genieße! Das schmeckt natürlich nicht nur zu Pellkartoffeln sondern auch als Dipp mit z.B. Stangensellerie. Wie gut, das der kleine Glücksritter gerade einen Sommer-Zirkuskurs macht und ich so zweimal täglich am Bio-Bauernhof samt Hofladen vorbei fahren muss...

Während sich unsereins also heute draußen im Garten und später vielleicht auch noch auf dem Erdbeerfeld vergnügt, um sich dann morgen bei angekündigten 34°C wieder ins Haus zu verkriechen, hat die Hummel genug von Blumen und untersucht lieber sehr genau minutenlang – so dass ich schon an ihrer Gesundheit zweifle – was es mit den bunten Dingern auf dem Terrassentisch auf sich hat. Wasserbomben, meine Liebe. Nichts weiter.

600

Wow, schon wieder eine Magic-Marke geknackt. Willkommen, Karen – Nr. 600! Und willkommen alle, die hier regelmäßig mitlesen! Ein besonderes Danke an alle Kommentatoren – durch Ihr Feedback wird und bleibt der Blog lebendig!

12. Juli 2010

Übrigens...

Zwar schon ein paar Tage her, aber dank dem Tipp einer fleißigen Blogleserin (Danke, Anja!) ist mir der Digital Fabric of the Week bei True Up dann doch nicht entgangen. Hach, ist das schön!

Hitzeschnipsel

Wir braten. Wie alle. Mein Büro in der Dachkammer glüht. Die Lüfter von meinem Computer und der externen Festplatte klingen wie Flugzeugturbinen. Das ist nicht gut. * * * Nach einer Wasserbombenschlacht im Garten findet man viele kleine bunte Gummischnipselchen im Gras. Und die Toilette steht komplett unter Wasser. * * * Schnuffi macht heute drei Hundekreuzchen, weil der Wahnsinn „Fußball-WM“ endlich ein Ende hat. Vuvuzelas, Trommeln und Böller haben ihr den letzten Nerv geraubt. Wo sie doch sonst schon bei einem gewöhnlichen Fußballspiel im Fernsehen hyperventiliert. * * * Wenn es um 9.30 Uhr in der Tiefgarage des Einkaufszentrums schon 32°C hat, kann man sich ungefähr ausrechnen, wie warm es in den oberen Etagen ist. * * * Schnupfen und ein dicker Kopf ist bei dieser Hitze einfach total blöd. Als ob man nicht schon genug aus allen Poren tropft. * * * Trotz schlagkräftiger Argumente lässt sich Fräulein Schlau kaum davon abhalten, einen Winter-Nickischlafanzug anziehen zu wollen. * * * Dank einem Tipp von Frau Fijn weiß ich jetzt, warum sich meine Zucchini-Schwemme vom letzten Jahr nicht wiederholt: ich hab' auf's falsche Beet gesetzt. Zucchini sind nicht nur „Starkzehrer“ sondern auch noch „selbstschädigend“. So kann das ja nicht's werden. * * * So ein Rasensprenger bringt Freude für die ganze Familie. * * * Vanilleeis ist ausverkauft. * * * Fräulein Schlau singt Winterlieder.

2. Juli 2010

Crazy St. Ives – Cornwall Teil 2

St. Ives ist ein kleines, quirliges Künstlerdorf an der Südküste Cornwalls und in vieler Hinsicht einen Besuch wert. In und um St. Ives tummelt sich eine beachtliche Anzahl von Künstlern, die die Athmosphäre, das besondere Licht, die schönen Strände und die malerische Bucht schätzen und lieben. Das schlägt sich nieder in zahlreichen Galerien, die man rund um den Hafen und in den vielen kleinen Gässchen an jeder Ecke finden kann. Sogar die Londoner Tate Galerie hat eine Dependance und zeigt in einer Dauerausstellung zeitgenössische Werke von Künstlern aus St. Ives aus der Sammlung des Museums. St. Ives hat einen lässigen Mittelmeer-Flair, die Leute kennen sich, man trifft sich abends am Strand, trinkt zusammen ein Bier im Pub oder den Rotwein im Pappbecher am Strand und hat einfach gute Laune. Das spürt man deutlich. Ich schätze mal, zur Ferienzeit wird es unerträglich crowded sein, schon jetzt in der Vorsaison hat sich eine beachtliche Anzahl Touristen durch die engen Gassen geschoben und sich die Sonnenplätze auf der Kaimauer streitig gemacht. Irgendwie waren sie alle ein bisschen schräg – die Grannys und Grandpas mit Strohhut und Blümchenschirm, dicke, halbnackte Touristen mit ihren überdimensionierten Fish & Chips Tüten oder die weißhäutigen Sonnenanbeter, die keine Gnade für ihre bereits gegrillten Schultern und Bäuche kennen. Martin Parr hätte hier seine wahre Freude. Für die nachfolgenden Bilder gibt es kaum eine Beschreibung. Es sind einfach Eye Candies. Man will kaum gehen und schwört sich wenigsten, möglichst bald wieder zukommen.