12. August 2009

Neue Zeiten

Mein gestriger Spaziergang zum Zucchini-Kürbs-Acker in unserem Garten war von Freude und Ärger zugleich geprägt. Doch zunächst mal die freudige Nachricht: Taraaa, ich habe den ersten Kürbis gepflückt. Ist er nicht ein Bild von einem solchen?

Perfekt rund, makellos schön, leuchtend orange wie die untergehende Sonne. Ab in den Kochtopf damit.

Zuerst konnte ich mich gar nicht entscheiden, ob Risotto, Pasta oder Suppe, aber dank Zeitmangel ist die Wahl dann auf ein simples und geliebtes Pasta Rezept gefallen. Und somit läute ich (neben der noch nicht beendeten Zucchini-Blog-Phase) die Kürbis-Blog-Phase mit dem ersten Kürbisrezept ein.

Man nehme: einen wunderschönen Hokkaido (oder anderen aromatischen) Kürbis – für zwei Personen reicht ein Viertel dieser Größe. Der Kürbis wird gewaschen, die Kerne entfernt, der Rest in ca. 2 cm große Würfel geschnitten. Beim Hokkaido kann man die Schale mitessen! Ein bis zwei Zehen Knoblauch hacken und mit reichlich Olivenöl, den Kürbiswürfeln und einigen Blättern frischen Salbei bei kleiner Hitze in der Pfanne dünsten (Deckel drauf). Während dessen Nudeln kochen (hier: Spaghettini), eine Hand voll Kirschtomaten vierteln, Parmesan reiben. Wenn die Nudeln fast fertig sind, Tomaten zum fast weichen Kürbis in die Pfanne geben, mit einem kleinen Schuss Balsamico, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen, vom Herd nehmen. Nudeln abgießen, in die Pfanne geben, vermischen. Mit Parmesan bestreuen, genießen und darin versinken.

Nun das Ärgernis: die Schneckenplage ist jetzt leider voll bei meinem Gemüsehügel angekommen. Nicht nur, dass diese lästigen Biester sich ruchlos über meine Zucchini hermachen, nein. Sie fressen die kleinen Kürbisse an, die dann so ohne schützende, intakte Schalenverpackung verfaulen und nicht mehr weiter wachsen können.

Was das für Auswirkungen auf die Ernte haben wird, kann ich noch gar nicht abschätzen. Unglücklicherweise haben die Schnecken schon ca. 15 kleine Kürbiskinder niedergestreckt, so dass ich mir nun doch überlege, Bierfallen aufzustellen. Allerdings habe ich irgendwo gelesen, dass man damit auch die Schnecken aus den Nachbargärten anlockt. Aber so untätig zusehen, wie eine schleimige Vernichtungsarmada mein Gärtnerglück zunichte macht, kann ich auch nicht. Also Kampf der gemeinen Nacktschnecke.

Kommentare:

  1. Oh, Kürbis der Erste sieht toll aus. Und schon ist geklärt, was ich heute essen werde :)

    Meine Mutter benutzt eine Spur Sägemehl um die nackten Biester fernzuhalten. Wenn das Wetter nur feut bleibt, muss man die Spur alle paar Tage erneuern.

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  2. Ich empfehle das Ausleihen von Laufenten, Frau Hamburger Liebe!
    VIele Grüße
    Stephi

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  3. Das ist ein Prachtexemplar von einem Hokkaido! Glückwunsch zur Premieren-Ernte. Zur Bekämpfung der Schneckenplage empfehlen hartgesottene und erfahrene Gemüsegärtner übrigens das allabendliche Aufsammeln derselben samt deren Exekution. Also die schleimigen Viecher durchschneiden. Mich graust's ja immer wenn ich mir das vorstelle. Eine Kombi aus Bierfallen und igelverträglichem Blaukorn soll auch recht wirksam sein.

    Weiterhin einen grünen Daumen wünscht Ihnen
    Barbara

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  4. oje, diese schleimigen Dinger ohne Haus, ich mag sie überhaupt nicht.

    Und schöne Kürbisernte
    GLG
    Susanne

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  5. Das ist ja echt fies. Ich beglückwünsche zum Prachtexemplar und wünsche viel Erfolg bei der Schneckenbekämpfung.

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  6. @ Stephi: Wo, bitte schön, kann man die ausleihen (will ich sofort!)?

    @ Babska: Einsammeln schaffe ich ja gerade noch (sowie heute Vormittag), aber dann? Durchschneiden bringe ich auf keinen Fall fertig, auch nicht mit kochendem Wasser übergießen o.ä. Foltermethoden. Ich habe ja schon Skrupel, die Ameisen auf der Terrasse zu bekämpfen...

    Und Blaukorn mag ich irgendwie auch nicht, Gift im Garten widerstrebt mir. Hier laufen ja neben Schnuffi auch noch allerhand anderes Getier durch unseren Garten und wer weiß, wie die das vertragen.

    Ich fürchte es bleiben nur noch die Enten von Frau Hyggelig ;-). Oder das Sägemehl von Yvonne.

    Liebe Grüße,
    Susanne

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  7. Anfangs habe ich mich gesträubt, dann haben die blöden Viecher alles in meinem Garten runtergefressen und jetzt bin ich auch zur Schneckenmörderin geworden. Bierfallen nützen (bei uns) gar nichts, die Laufenten würden von unserem Kater erst gejagt und dann gefressen werden und in Salzwasser legen ist ein fieser langer Tod. Somit gehe ich oft abends mit dem Spaten übers Grundstück und zerteile sie mit einem kurzen Hieb. Blöd dabei ist, dass Schnecken Kanibalen sind und die Kadaver neue Schnecken anlocken... gggrrmmmpf...

    Wünsche trotzdem noch eine erfolgreiche Ernte!

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  8. Liebe Frau Hamburger Liebe,

    bestens, Sie retten die Maus'sche Speisekarte: Ich liiiiebe ja Zucchini und entsprechend fand ich Gefallen an Ihren wunderbaren Ideen. Gestern abend (erst!immerhin!) meuterte das Mausmännlein denn und fragte, ob es denn in diesem Jahr einen solche Zucchini-Überschuß gäbe oder Sonderangebote zentnerweise, weil er seit Wochen kein anderes Gemüse mehr gesehen habe hier (übertrieben, maßlos - natürlich). Ein Hokkaido wartet hier schon seit dem Wochenende auf seine neue Bestimmung... Pasta-Hokkaido!

    Das mit den Schnecklein ist ärgerlich, aber auf Gift-Qualen-Hackattacken und ähnliches würde ich auch verzichten. Ich erinnere mich dunkel, dass es in der "Land.lust" *ähem* mal einen Artikel zu Indischen Laufenten gab, die man tatsächlich leihen kann. Falls Sie das ernstlich in Betracht ziehen: Rufen Sie doch mal beim örtlichen Geflügelzuchtverein an (jaja, das sind die, über die alle naslang ein Artikel in Lokalblättchen steht). In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Schneckenjagd wünscht Ihnen Frau Maus

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  9. ohje....die Nacktschneckenplage ...igittegitt!
    ALSO: Wir haben die Schnecken abgesammelt - bitte nur mit Einmal-Handschuhen! Bitte auch das Beet nach der Ernte umgraben und die Erdnester entsorgen!
    Wer die Tiere im Salzbad töten möchte, sollte UNBEDINGT ein halbes Paket Salz auf 8l Wasser nehmen!!! Das geht schneller, als man die Schnecke ins Wasser werfen kann - wenn ich irgendwann so schnell sterben darf, dann danke ich Gott dafür!
    Ansonsten die gesammelten Tiere dem Zoo für deren Laufenten anbieten:-)
    Viel Glück!

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  10. Die ekelaften Schnecken sind ja heuer besonders gefräßig und vor allem in Massen vorhanden. Ich persönlich nehme Schneckenkorn, weil es wirklich gut wirkt und angeblich soll es völlig unwirksam für andere Tiere sein. Die Schnecken trocknen davon aus und liegen dann wie kleine Aststückchen im Garten.
    Aber wenn das nix für Sie ist, dann wäre vielleicht das sogenannte "Schneckenschaschlyk" eine Lösungsmöglichkeit. Dazu werden mit einem Holzspieß die Schnecken der Reih nach aufgespießt und dann der Spieß irgendwo abseits in die Erde gespickt, wo die Schnecken in Ruhe vertrocknen können. Klar, es ist auch Mord, aber die Kürbisbabys können gedeihen und wachsen und dann haben auch die Kinder lecker was auf dem Teller.
    Schönen Abend noch - Janet

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  11. Hallo Susanne,

    durch Caro landet man ja *zwangslaeufig* auf Deinem schoenen Blog :) Ich komm nun oefter!

    Die Schnecken moegen auch keinen Kaffee. Daher empfiehlt es sich, wenn man selbst nicht so viel Kaffeesatz produziert, bei einem Kaffeehaus einen Beutel *Abfall* zu erbitten und diesen dann um die Gemuesepracht in Form einer Spur aufzuschuetten.

    Ganz Oeko.

    Liebe Gruesse aus der Ferne von Zill.y, die Dir gern die ein oder andere Zucchini abnehmen wuerde, aber zu weit weg ist :(

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  12. @ Janet: Urgs, Schneckenschaschlyk klingt so, als wäre das nichts für mich. Ich kann nicht mal einen Regenwurm an einen Angehaken pinnen...

    @ Zilly: Herzlich willkommen :-)!

    Das mit dem Kaffee habe ich auch schon mal gehört, aber komischer Weise im Netzt gar nichts mehr davon gelesen. Ich habe das früher mal um meinen Ruccola gemacht, der absolut verschont geblieben ist. Später habe ich allerdings gelesen, dass Schnecken sowieso keinen Ruccola mögen :-). Vielleicht probier ich das mal... Danke schön!

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Hallo ihr Lieben, schön, dass ihr auf meinem Blog zu Gast seid!
Ich freue mich wirklich über jeden eurer Kommentare!

Alles Liebe,
Susanne