27. April 2009

Schönheit vergeht, Schönheit entsteht

Während sich der Magnolienbaum von seinem Blütenrausch erholt, tanze ich leichtfüßig noch mal über einen Teppich von zartrosa gezeichneten Blütenblättern und bin dankbar für diesen prachtvollen Anblick, den uns die Natur die letzten Wochen geschenkt hat. Es ist immer nur ein kurzes Schauspiel, aber der Anblick war grandios. Dass man immer wieder mal den Blickwinkel ändern muss, um Neues und Überraschendes zu entdecken, habe ich wieder mal hier erfahren.  

Ein neuer Blickfang in unserem Garten sind nun die großen Rhododendron-Büsche, die unseren Garten fast in einen Park verwandeln. Eingebettet zwischen zwei großen Sträuchern mit cremefabenen Blüten steht unser Fahrradschuppen. Inmitten all dieser Blütenpracht wirkt er wie eine kleine Zwergenhütte. Wenn man vor dem Schuppen steht und genau hinhört, ist man umgeben von einem emsigen Brumsummseln von Hummeln und Bienen. Dahinter fängt gerade der lila Flieder an, seine ganze Pracht zu entfalten.

Ich entdecke immer neue Blumen und Sträucher, die ich noch nicht kenne. Vor allem in unserem „Dreckloch“ vor dem Haus, das mal unsere Abendterrasse werden soll, wächst so allerhand. Im letzten Jahr haben wir den Urwald dort rohden lassen, weil wir dachten, wir würden die Terrasse gleich in Angriff nehmen. Dann kam uns allerdings der verstopfte Kanal dazwischen. Nachdem sich die Natur so schnell nicht unterkriegen lässt, kommen viele Pflanzen und Blumen nun einfach wieder. Einige davon werde ich natürlich retten und zwangsumsiedeln, bevor wir eine Terrasse verlegen werden.

Und solche Schönheiten, die andern Orts rüde als Unkraut abgetan werden, finden bei uns auch Bewunderung. Bei Löwenzahn in Gehwegritzen muss ich immer an eine alte Nachbarin meiner Eltern denken, die im Sommer immer – mit einem langen Küchenmesser bewaffnet – los gezogen ist, um in der gemeinschaftlichen Hundewiese vor dem Haus diesem unsäglichen Unkraut zu Leibe zu rücken. Das hatte allerdings etwas „Don Quichotteskes“.

Auch in meinem Fensterbankgarten hat es eine Explosion gegeben: die Zucchini- und Kürbissamen, die ich noch nicht mal vor einer Woche ausgesät habe, sind plötzlich aus der Erde geploppt und heben schon den Deckel von meinem Minigewächshaus an. Nun wird es wirklich Zeit, dass wir den Komposthaufen umsetzen, sonst wachsen in meiner Küche demnächst große orange Kugeln heran!?

Der ordentliche Wind bläst zwar draußen wieder mal wichtigtuerisch finster drein blickende Wolken hin und her, aber es ist kein Regen in Sicht.

Aber morgen, morgen mach ich mir meinen Regen selbst. Schallallalla.      

Kommentare:

  1. Hallo!
    Wir haben doch nette Gemeinsamkeiten: Mein Mann hat in ein paar Tagen Geburtstag (vorher allerdings erst noch Sohnemann und Opa) und eigentlich sollte ich gerade Geschenke machen und nicht bloggen. Und unsere Gärten verzaubern uns auch auf die gleiche Weise. Bin jetzt schon sentimental, weil der Fliederrausch auch so schnell vergeht!
    Liebe Grüße,
    Kiki

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  2. Salü ...Oh das sieht sehr sehr hübsch aus jetzt möchte ich rasch ein Blick in dein Garten werfen ...ich liebe sollche schönen blühenden Gärten.. ich selbst habe nur ein Balkon und kürlich...meine töpfe neu bepflanzt...ich hatte auch ein fliederbäumchen und so wunderschöne Rosen...und ein Olivenbäumchen...aber leider musste ich sie meiner Schwester hinterlassen...da mein Balkonia zu klein ist dafür....ich vermisse mein Fliederbäumchen!
    HE, Dir ein blumiger Tag...es grüssli Hanna

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  3. wunderschön, dieses magnolienfoto.... ich habe vor ein paar tagen ein skelettiertes magnolienblatt gepostet... diese sträucher und bäume sind in alle stadien ein pracht, von der knospe über die welke bis zu den bizarren früchten, die manche von ihnen tragen.

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Susanne